Von Torsten Richter-Zippack

Sie wiegt 11 000 Tonnen, ist über einen halben Kilometer lang, gut 200 Meter breit und 80 Meter hoch. 65 000 Menschen haben im vergangenen Jahr die Förderbrücke F 60 am Bergheider See besucht. Am 27. und 28. April ist das Besucherbergwerk unweit von Finsterwalde Gastgeber für die Hauptveranstaltung anlässlich der Seenlandtage 2019.

Den Gästen wird ein buntes Programm geboten, kündigt André Speri, Geschäftsführer der F 60 Concept GmbH, an. Dazu gehören etwa Offroad-Touren, ein Informationszelt der Bergbausaniererin LMBV mit einer begehbaren Seenland-Karte sowie die abendliche Schlagerparty mit Künstler Steffen Jürgens. Höhepunkte sind unter anderem das Abseilen aus 60 Metern Höhe für jedermann. Ebenso gibt es eine Demonstration des Vereins Deutscher Objektspringer, die sich vom Stahlkoloss aus 80 Metern Höhe in die Tiefe stürzen wollen.

Darüber hinaus soll am 27. April im unmittelbar neben der F 60 befindlichen Bergheider See Geschichte geschrieben werden. Denn zum ersten Mal dürfen Wassersportler auf die insgesamt 327 Hektar große Wasserfläche. Zugelassen sind laut Amts- und Bergwerksdirektor Gottfried Richter muskel- und windbetriebene Wasserfahrzeuge. Anlässlich der Jungfernfahrt dürfen auch kleine Motorboote das geflutete Restloch des Tagebaus Klettwitz-Nord erobern. „Wir kassieren zum Saisonauftakt keine Gebühren“, lockt der Verwaltungschef.

Die Freigabe des Sees solle durch ein besonderes Signalhorn erfolgen. „Denn ein Banddurchschnitt auf dem Wasser wäre ja unpraktisch“, begründet Richter. Für den akustischen Auftakt der Seenutzung habe sich die Freiwillige Feuerwehr Lichterfeld schon etwas einfallen lassen. Was genau, will Gottfried Richter noch nicht verraten. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Das Baden im Bergheider See werde auch im Jahr 2019 lediglich geduldet, offiziell gestattet sei es aber nicht. Richter vertröstet die Gäste auf das kommende Jahr: „2020 wird die Seesanierung komplett abgeschlossen sein. Dann ist auch ein geregelter Badebetrieb möglich.“

Da die Protagonisten zu den Seenlandtagen am letzten April-Wochenende mit sehr vielen Gästen rechnen, wird ein Buspendelverkehr zwischen Lieskau  und dem Besucherbergwerk eingerichtet. Reisende aus Richtung Finsterwalde können die „Zschippchenbahn“ nehmen. Diese Bahn fuhr einst von der Sängerstadt über Schipkau nach Senftenberg.

Neben der F 60 gibt es nach Angaben von Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, rund 35 weitere Partner, die während der Seenlandtage einladen. Im Fokus steht dieses Mal die Industriekultur. Und das aus gutem Grund: „Schließlich wird 2020 das Jahr der Industriekultur in Sachsen begangen und ein Jahr später in Brandenburg“, begründet Winkler. So lädt das Besucherzentrum „Excursio“ in Welzow am 27. und 28. April zu Erlebnistouren in Mannschaftstransportwagen in den Tagebau Welzow-Süd ein. Die Gartenstädte Marga und Lauta können bei Führungen und einer Radtour entdeckt werden.

Freifrau von Löwendal, Gründerin des Lauchhammer-Werkes, führt am Veranstaltungswochenende die Besucher persönlich durch das Kunstgussmuseum. Dabei werden auch die Werkstätten der noch heute aktiven Kunstgießerei nicht ausgespart. Ebenfalls öffnet das Schaubergwerk im Senftenberger Schloss im Rahmen des Programms „Kohle, Kumpels, Keilhauen“ seine Pforten. Ebenso lädt das Brandenburgische Textilmuseum in Forst zu kostenfreien Sonderführungen mit Maschinenpräsentationen ein.

Zudem steht während der Besuchertage auch das Wasser im Fokus. Im Hafencamp am Senftenberger See gibt es Schnupperkurse für die neue Trendsportart Stand-up-Paddling (SUP). Am Bärwalder See ist es möglich, oberhalb des Klittener Ufers den Hafen und die Wasserrettungswache beim Tag der offenen Tür zu besichtigen.

Der Eintritt zu den Seenlandtagen ist frei. Einige Angebote sind kostenpflichtig und sollten vorab reserviert werden.

Informationen zum Programm gibt es im Internet unter www.seenlandtage.de.