Von Heike Lehmann

Seit Mai ist die Kreuzung an der großen Unterführung  eine große Baustelle, die größte Straßenbaustelle derzeit in der Stadt. Es entsteht ein Kreisverkehr. Noch im Sommer hieß es, wir liegen gut im Zeitplan.

Doch jetzt wird die Baustelle ausgebremst. Zwar wurden im Kreuzungsbereich alle Abwasserleitungen verlegt, doch im angrenzenden Baubereich der großen Unterführung liegt der Teufel im Detail, genauer gesagt in dem zu Beginn der 1990er-Jahre im Gehweg verlegten Mischwasserkanal. Die GFK-Rohre (glasfaserverstärkter Kunststoff) mit 600er Querschnitt führen vom Norden der Stadt bis zum Klärwerk. An der Stelle, wo die Straße sich unter der Brücke verengt, liegen sie einfach viel zu eng unter dem Bordstein und zu dicht am Straßenkörper. Die Wucht des Straßenverkehrs hat sie brüchig gemacht. Die Risse sind deutlich zu sehen.

Schadhafte Rohre müssen getauscht werden

Erst während der Bauphase sei klar geworden, „dass diese Schadstellen nicht saniert werden können“, erklärte Fachbereichsleiter Frank Zimmermann dieser Tage  den Stadtverordneten. „Wir müssen diesen Engpass im Kanalnetz so umgestalten, dass zukünftig ein mangelfreies Betreiben der Abwasserleitungen möglich wird. Die schadhaften Rohre müssen zwingend ausgetauscht werden.“ Die Kanalbauarbeiten werden also aus zwingenden Gründen unterbrochen. Denn: „Solche Rohre kauft man nicht mal eben im Supermarkt. Die müssen angefertigt werden“, so Zimmermann. Sie sind bestellt – Lieferzeit mindestens sechs Wochen. Dann haben wir November. Keiner weiß, wie lange noch Bauwetter sein wird und ob der eigentliche Straßenbau weitergeführt werden kann.

Abwasserleitung liegt neuen Rohren im Weg

Um den gleichen Fehler wie in den Neunzigern nicht noch einmal zu machen, sollen die neuen Rohre  von der Straße weggerückt werden. Dabei ergibt sich die nächste Hürde. Eine 250er-Abwasserleitung liegt im Weg. Die muss erst weg, um Baufreiheit zu bekommen. Dominika Ramos, Leiterin vom Entwässerungsbetrieb, erklärt: „Diese Leitung ist zur Entsorgung der Häuser an der Sonnewalder Straße bis zur Kirchhainer Straße. Sie wird umverlegt in Richtung Turnhallenstraße. Im Bereich der Sonnewalder Straße 1 muss dafür eine neue Pumpstation gebaut werden.“ Nach Planung, Angebotseinholung und Auftragsvergabe könne die Pumpstation frühestens im November errichtet werden.

Mit der notwendigen Baufreiheit wird danach der Mischwasserkanal bis zum Kreisinnenring erneuert. Karsten Pinetzki, bei der Stadtverwaltung für den Tiefbau zuständig, sagt dennoch deutlich: „Damit ist das Kreuzungsbauwerk bis Weihnachten nicht mehr realisierbar.“ Wann im nächsten Frühjahr wieder gestartet werden könne, hängt von der Witterung ab.

Kein Baustopp

Es gibt keinen Baustopp. In der Zwischenzeit ist das Ziel, die fußläufige Anbindung von der Berliner Straße zum Bahnhof fertigzustellen. „Ab dieser Woche wird die Einmündung zur Linienstraße gebaut, danach können wir dort durchziehen“, heißt es von der Bauleitung. Auch die Gehwege von der Berliner Straße in die Forststraße werden weitergebaut.