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| 18:00 Uhr

Neues vom DDR-Konsumgut
Kultobjekt Schwarzheider Ei auch in Finsterwalde produziert









Gerlinde und Ernst Petrick aus Finsterwalde haben auf ihrem Balkon ebenfalls ein Schwarzheider Ei aus dem jahr 1973 zu stehen.
Gerlinde und Ernst Petrick aus Finsterwalde haben auf ihrem Balkon ebenfalls ein Schwarzheider Ei aus dem jahr 1973 zu stehen. FOTO: LR / Josephine Japke
Finsterwalde. Das Kultobjekt wurde nicht nur in Schwarzheide, sondern auch in der Sängerstadt hergestellt. Von Josephine Japke

Für tausend Euro kann man es mittlerweile wieder kaufen und schon damals kostete es ein kleines Vermögen: das Schwarzheider Ei. In einwandfreiem Zustand steht dieses Kultobjekt auf dem Balkon von Gerlinde Petrick in Finsterwalde. Der RUNDSCHAU-Beitrag vom 29. November veranlasste sie dazu, sich zu melden, denn: „Das Ei wurde nicht nur in Schwarzheide hergestellt, sondern auch hier, bei uns, in Finsterwalde.“

Die gebürtige Sächsin lebt seit ihrem elften Lebensjahr in der Sängerstadt. Von 1969 bis 1976 arbeitete sie in dem VEB Plasteverarbeitung Finsterwalde, wo neben Regal- und Schranksystemen für das Wohnzimmer auch für etwa ein Jahr das Sitzmöbel hergestellt wurde. „Das muss so im Jahr 1973 gewesen sein. Ich habe zwar in einer anderen Abteilung gearbeitet, aber wir konnten das Ei als Rohbau direkt vom Werk kaufen“, erzählt sie. Statt der handelsüblichen insgesamt 430 Mark musste sie nur etwa 200 Mark bezahlen, „doch das war immer noch eine Menge Geld, denn wir haben ja nur 400 Mark verdient“, sagt Gerlinde Petrick. Diese einmalige Gelegenheit wollte sie damals nicht verstreichen lassen.

In knalligem Rot stand das „Schwarzheider“ Ei im Schaufenster von Möbel Winkler. Sie selbst ergatterte eines in weiß, das jetzt in leuchtendem Orange strahlt. „Es ist wind- und wetterfest und steht deshalb im Sommer wie Winter draußen. Kaputt war es noch nie“, erklärt Gerlinde Petrick fröhlich. In so gutem Zustand sei es zum Wegschmeißen eindeutig zu schade - zumal ihr Sohn das Kultsitzmöbel schon für etwa 1000 Euro im Internet gesehen hat. Auch die Schwiegertochter will das Ei nicht haben. „Also bleibt diese Rarität erstmal auf dem Balkon und wird in Ehren gehalten“, sagt sie.

Mehr Beiträge zum Schwarzheider Ei finden Sie hier:

"Das Schwarzheider Ei ist restauriert" von Kathleen Weser

"Die junge Frau auf Schwarzheider Garten-Ei ist meine Schwester" von Kathleen Weser