Die Stadt Doberlug-Kirchhain ist Schulstandort von der 1. bis zur 12. Klasse. Jetzt glaubt man bei der Diakonie, einen Trend zu erkennen, dass nach der 6. Klasse immer weniger Schüler an die weiterführenden evangelischen Schulen in der Stadt wechseln. Im Schuljahr 2012/13 hat nur ein Schüler von der Berg-Grundschule am Evangelischen Gymnasium weitergelernt. Auf Nachfrage räumte man dort ein, dass allerdings auch fünf Berg-Grundschüler im gleichen Jahr an die Evangelische Oberschule wechselten. Für das neue Schuljahr 2013/14 haben sich jeweils drei Schüler für das Gymnasium und die Oberschule entschieden. Zu wenig bei mehr als 30 Abgängern der Berg-Grundschule, meint man bei der Diakonie.

In den vorangegangenen Jahren waren deren Schulen noch deutlich stärker gefragt. 2011/12 wurden sechsmal das Gymnasium und elfmal die Oberschule gewählt, 2010/11 fünfmal das Gymnasium und sechsmal die Oberschule. Eine Kooperation mit der Berg-Grundschule soll diesem Abwärtstrend entgegenwirken.

Dass ein ausformulierter Entwurf einer Kooperationsvereinbarung, vorgelegt im städtischen Bildungsausschuss, der falsche Weg zu einem besseren Mitein ander war, hat man nach interner Beratung mit Abgeordneten, Vertretern der Stadt und der Schulen inzwischen eingesehen. Im Papier war als Ziel "die vorrangige und klare Orientierung auf die beiden weiterführenden evangelischen Stadtschulen" formuliert. "Die Kritik des einseitigen Vorpreschens war berechtigt", räumt Immanuel Wendt, Schulleiter des Gymnasiums, ein.

Das Verhältnis zwischen der staatlichen und den evangelischen Schulen in der Stadt ist seit Jahren schwierig. Es gibt aber durchaus Kontakte, sogar auf Schulleiterebene. Zweimal hat eine gemeinsame Bildungsbörse von Berg-Grundschule und Rückersdorfer Grundschule in Doberlug-Kirchhain stattgefunden, bei der sich alle weiterführenden Schulen der Region - auch die evangelischen - vorstellen durften. Im nächsten Jahr soll sie das dritte Mal durchgeführt werden. Bei der Englisch-Olympiade halfen Gymnasiasten als Juroren. All das habe aber zahlenmäßig nichts gebracht, schlussfolgert die Diakonie. Wendt drückt es so aus: "Es gibt eine gewisse Zurückhaltung, was die Zusammenarbeit betrifft - auch bei der Stadt als Schulträger." Die Stadtverwaltung beruft sich auf die freie Schulwahl der Eltern. Insofern ging der Kooperationsentwurf eindeutig zu weit. Man räumt aber ein, dass ein besseres Kennenlernen der Schulen nicht schaden könne.

Torsten Drescher, Vorsitzender der Schulkonferenz der Berg-Grundschule, sagt: "Wir sind bereit zu vermitteln, aber wir handeln grunddemokratisch und beziehen alle Elternversammlungen mit ein. Das passiert mit dem neuen Schuljahr." Er stellt aber auch klar: "Wir reden nicht über das vorgelegte Kooperationspapier. Wir fangen von Null an - auf beiden Seiten."