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| 15:52 Uhr

Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“
Jugendliche lassen Argumente sprechen

 Dominik Tschacher und Moritz Herz (beide Emil-Fischer-Gymnasium), Luca M. Barth (Evangelisches Gymnasium) und Hedwig Vogel (Sängerstadt-Gymnasium; v.l.n.r.) punkten mit rhetorischer Vielfalt.
Dominik Tschacher und Moritz Herz (beide Emil-Fischer-Gymnasium), Luca M. Barth (Evangelisches Gymnasium) und Hedwig Vogel (Sängerstadt-Gymnasium; v.l.n.r.) punkten mit rhetorischer Vielfalt. FOTO: Ivonne Kommolk
Doberlug-Kirchhain. Schüler aus Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde und Schwarzheide ziehen bei „Jugend debattiert“ in das Landesfinale ein. Von Ivonne Kommolk

Am Donnerstag debattierte die Jugend in Doberlug-Kirchhain. Manch einer mag jetzt die Augen verdrehen und an ewige Diskussionen mit Pubertierenden und jungen Erwachsenen denken, doch so ist es nicht gemeint. Angeregt vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport findet alljährlich der Wettbewerb „Jugend debattiert“ statt, geprobt zuerst an der eigenen Schule im Unterricht oder in der Arbeitsgemeinschaft, dann im regionalen Wettbewerb mehrerer Schulen und am Ende gehen die Besten in den Landtag nach Potsdam.

Zehn Tage vor dem Wettbewerb bekamen die Schüler der Sekundarstufen I und II jeweils drei unterschiedliche Themen, auf die sie sich vorbereiten konnten. Vier Schulen hatten sich an dem Regionalen Wettbewerb beteiligt. Das waren zum einen der diesjährige Gastgeber, das Evangelische Gymnasium Doberlug-Kirchhain, das Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde, das Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda und das Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide. Jede Schule stellte acht Teilnehmer, die am Vormittag in aufgeteilten Gruppen in die Debatten gingen. Die besten daraus gingen nach der Mittagspause in die Finaldebatten.

Die Gruppe der Sek I bekam das Thema: „Soll das Reparieren von defekten Elektrogeräten Unterrichtsfach werden?“ Schulkoordinatorin Dr. Heike Bahn-Bernsee erklärt: „Hierbei geht es weniger um die eigene Meinung, sondern um eine faire Pro- und Contra-Diskussion, bei der es um Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft geht.“ Eine aus einem Lehrer und zwei Schülern bestehende Jury bewerte nach Punkten und filterte so als Beste Hedwig Vogel vom Sängerstadt-Gymnasium und Moritz Herz vom Emil-Fischer-Gymnasium heraus. Moritz Herz haderte mit dem Thema: „Mir wäre lieber gewesen, wir hätten über etwas sprechen können, was uns wichtiger ist, zum Beispiel ein einheitliches Bildungssystem oder so.“ Das Debattieren macht ihm Spaß, überhaupt der Umgang mit Menschen, die Politik und andere vielfältige Themen. Er ist interessiert, hält es für gefährlich, sich rauszuhalten und keine Meinung zu haben. Beruflich strebt er die Politik aber nicht an, beim Bundeskriminalamt würde er gern später arbeiten oder im Lehrerberuf. Das schwanke noch, aber in der neunten Klasse habe er ja auch noch etwas Zeit, sich zu orientieren.

Das Thema der Sek II lautete: „Sollen Kommunen für Gärten, Grünflächen und Gewerbegebiete eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung vorschreiben?“ Am besten debattierten hier Henrik Weiser vom Evangelischen Gymnasium und Hannah Richter vom Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide. Pfarrer Stefan Branig begrüßt diese Veranstaltung: „Ich finde es gut, dass Schüler sich messen und für sich herausfinden können, ob ihnen das Debattieren liegt, ob sie dieses Talent haben. Das ist eine gute Sache.“

Die vier Gewinner fahren als Auszeichnung nach Blossin und nehmen dort an einem dreitägigen Rhetorikkurs teil – die beste Vorbereitung auf ihren Wettstreit mit den besten jungen Debattier-Freudigen des Landes Brandenburg im Potsdamer Landtag am 1. April.