Von Heike Lehmann

Das einstige Haus der Freundschaft, Finsterwaldes ehemaliges Kreiskulturhaus und zuvor Hotel Victoria, könnte bei der Jugendgeschichtsmesse am 17. Juni in Potsdam eine Rolle spielen. Denn: Eine Gruppe Kinder und Jugendlicher hat sich das Haus, von dem nach einem Großbrand im September 2017 nur noch eine Ruine übrig ist, als „Zeitensprünge“-Projekt gewählt.

Unter Anleitung von Michael Roigk trifft sich die kleine Forschergruppe im Freizeitzentrum „White House“ um das 2018 beantragte Projekt umzusetzen. „Wir haben über die Schulsozialarbeiter versucht, Schüler zum Mitmachen zu gewinnen“, sagt Michael Roigk, der sich selbst, er ist 1982 geboren, noch an Puppentheater im Haus der Freundschaft erinnern kann. „Wir haben uns gefragt, was ist da eigentlich für ein Haus abgebrannt?“

Das Jugendprogramm „Zeitensprünge Brandenburg“ ermöglicht Jugendlichen, Geschichte und Geschichten in ihren Heimatorten aufzuspüren, um sie mit Magazinen, Ausstellungen, Hörspielen oder gar Filmen darzustellen. In Finsterwalde werde bereits zum vierten Mal ein „Zeitensprünge“-Projekt in Angriff genommen, sagt Jugendkoordinatorin Antje Schulz.

Die Hauschronik vom Victoria/Haus der Freundschaft soll multimedial erzählt werden – gedacht ist daran, die Geschichte als Rap, eben jugendgemäß, aufzuarbeiten. Um diesen  schnellen, rhythmischen und markanten Sprechgesang zu üben und anzupassen, ist am 26./27. April ein Workshop im Freizeitzentrum geplant.

Noch aber sind die Teilnehmer mit der Materialsammlung beschäftigt. „Die erste Recherche haben wir mit Büchern betrieben. Jetzt brauchen wir auch Fotos, Postkarten oder Erinnerungen. Ein Aufruf über den Stadtanzeiger hatte nicht viel Resonanz gefunden, im Stadtarchiv gibt es nichts, wurde uns gesagt“, bedauert Michael Roigk. Eine Reaktion hat es aber doch gegeben, sagt Leon (12). „Eine ältere Dame hatte sich gemeldet und uns in einem Interview erzählt, wie sie das Haus als Besucherin und als Kulturhaus erlebt hat. Ihr Vater kannte es noch als Hotel Victoria.“ Davon brauchen die Kinder noch mehr.

Wer helfen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 03531 608182 (bitte auf den AB sprechen) oder eine Mail an fzzwhite-house@t-online.de schicken.