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| 16:36 Uhr

Finsterwalde
Junges Gemüse kocht leckere Suppe

Schule mal anders: Chefkoch Frank Bansner kochte mit Siebtklässlern der Oscar-Kjellberg-Oberschule in Finsterwalde leckere Kürbissuppe.
Schule mal anders: Chefkoch Frank Bansner kochte mit Siebtklässlern der Oscar-Kjellberg-Oberschule in Finsterwalde leckere Kürbissuppe. FOTO: LR / Josephine Japke
Finsterwalde. Den Herbst auf der Zunge zergehen lassen: Siebtklässler aus Finsterwalde stehen gemeinsam mit Chefkoch Frank Bansner am Herd. Von Josephine Japke

Hier ist was los in der Schulküche: Statt ein paar Mitarbeiter nimmt Chefkoch Frank Bansner vom Finsterwalder Brauhaus alle siebten Klassen der Oscar-Kjellberg-Oberschule in Finsterwalde unter seine Fittiche und bringt sie in der kleinen Küche ganz schön ins Schwitzen.

„Wer von euch hat schon mal gekocht?“, fragt der Küchenchef in die Runde und ein paar Arme gehen zögerlich hoch. „Wer von euch hat schon mal Kürbissuppe gekocht?“, fragt er als nächstes und alle Arme verschwinden wieder. Kürbis? Iiih, das mag ich nicht, ist die verbreitete Meinung unter den Jugendlichen. Ansporn für Frank Bansner, ihnen das Gegenteil zu beweisen.

Kürbissuppe, -kompott und -pommes stehen heute auf dem Speiseplan. Doch bevor es etwas zu essen geben kann, muss jeder mit anpacken. Schälen, schnippeln, rühren und Tisch decken übernehmen die Kinder heute selbst. „Mit kochen kann man jeden Schüler motivieren. Manche von ihnen wachsen über sich hinaus“, erklärt Frank Bansner und blickt zufrieden in die Runde.

Hochkonzentriert sind die Schüler am Werk. Was beim ersten Mal nicht klappt, wird noch mal probiert, solange, bis jeder Handgriff sitzt. Ganz selbstverständlich helfen sie sich untereinander und tauschen nebenbei Erfahrungen aus. „Wir kochen auch zu Hause manchmal. Mein Lieblingsgericht ist Nudeln mit Tomatensoße“, erzählt Amelie. Vivian mag lieber Pizza, Justin steht auf Gulasch und Pia liebt Milchreis.

In der Suppe dürfen auch Kartoffeln und Karotten nicht fehlen. Alles selbst geschält und geschnippelt, natürlich.
In der Suppe dürfen auch Kartoffeln und Karotten nicht fehlen. Alles selbst geschält und geschnippelt, natürlich. FOTO: LR / Josephine Japke

„Man muss nicht ewig in der Küche stehen und viel Geld ausgeben, um gesundes Essen zu kochen“, erklärt Lehrerin Roswitha Aurig. Ihrer Erfahrung nach standen die meisten Schüler noch nie in der Küche. Einige würden auch nur selten etwas Selbstgekochtes serviert bekommen. „Viele Jugendliche können mit Gemüse nicht umgehen, wissen zum Beispiel nicht, wie man eine Kartoffel schält. Woher auch, wenn sie das noch nie gemacht haben?“, fragt Roswitha Aurig.

Gemeinsam mit Frank Bansner will sie das deshalb ändern. Im Rahmen der Projektwoche lud sie den Koch ein, den Kindern ein paar einfache Gerichte zu zeigen. „Es ist eben etwas anders, wenn man einem echten Koch auf die Finger schauen darf, statt immer nur der Lehrerin zuzuhören“, erklärt der Koch mit einem Zwinkern. Den Kindern das Kochen näher zu bringen, ist für ihn kein Problem. Gelassen nimmt er das Gewusel um sich herum auf, beantwortet geduldig jede Frage und steht mit Pflaster parat, wenn der Finger doch mal zu nah an den Gemüseschäler kam.

Nur eine Frage will Bansner nicht beantworten: die, nach dem genauen Rezept für die leckere Suppe. „Das bleibt ein Betriebsgeheimnis.“

Nach ein paar Minuten folgt die Raubtierfütterung. Später dann das beste Lob für den Koch: gefräßiges Schweigen.
Nach ein paar Minuten folgt die Raubtierfütterung. Später dann das beste Lob für den Koch: gefräßiges Schweigen. FOTO: LR / Josephine Japke