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Schönewalder Weiberfastnacht mit einer großen Schau

Bei "Wir machen eine große Schau - Bauer sucht Frau" ist den Schönewaldern so mancher Spaß eingefallen.
Bei "Wir machen eine große Schau - Bauer sucht Frau" ist den Schönewaldern so mancher Spaß eingefallen. FOTO: top1
Schönewalde. Ginge es nach Jutta Köllner, könnte jede Woche "Weiberfastnacht" in Schönewalde sein. Die Frau steht seit vier Jahrzehnten hinter dem Tresen des Landgasthofes "Strauch", und die "Weiberfastnacht" ist ihr persönlicher Jahreshöhepunkt. Torsten Pötzsch/top1

Da es alle Hände voll zu tun gibt, sind ihre Töchter Ivonne, Nadine und Madlin, aus München, Holland und Dresden, schon seit 17 Jahren immer mit am Start, um zu helfen.

Bereits am Nachmittag ging das fröhliche Treiben los. Schnell waren alle Plätze besetzt, nur mit Frauen, die es ordentlich krachen ließen und quasi "die Sau rausließen", passend zum Thema. "Wir machen eine große Schau - Bauer sucht Frau", so das diesjährige Motto. Der Tanzboden wurde zur Tenne, auf dem es nicht selten "tierisch" zuging.

Zehn Jahre lag die Organisation des närrischen Treibens in den Händen der Schönewalder Landfrauen. Doch diese wurden auch nicht jünger und vor allem nicht mehr Mitglieder. Die ganze Sache drohte unterzugehen. Jutta Köllner versuchte sich selbst als Programmmanagerin, doch es war ein gewaltiger Kraftakt. Dann kam Simone Weinert, eine "Zugezogene", aus Nauendorf, war von der Feierlaune und Atmosphäre mehr als angetan und nahm vor fünf Jahren die Fäden in die Hand. Dynamisch und voller Ideen scheute sie keine Tabubrüche. Wenn es dem Programm dient, dürfen jetzt auch schon mal Männer mit aufs Parkett.

"Die Ideen kommen mir quasi im Schlaf, dann schreibe ich sie auf, bringe sie im Team ein, und dann wird daran gearbeitet, bis alle zufrieden sind", berichtet die Programm"direktorin". Gut 30 Mitstreiter konnte sie für die "Weiberfastnacht" motivieren. Über drei Monate harte Probenarbeit investieren die Akteure, bis zum einmaligen Auftritt. Ilona Lechelt führte durch das Programm. Sie meisterte ihren Job souverän, kein Wunder, ist sie doch selbst schon sehr lange mit dabei und kennt fast jeden Gast mit Vor- und Familiennamen.

Anzukündigen hatte sie verschiedene Tanzeinlagen, kleine gespielte Sketche, wie den von Corinna Neundorf und Birgit Neubert, Schlagersternchen — und das alles immer gewürzt mit nicht selten zotigen Witzen über die kleinen und großen Probleme von Mann und Frau auf dem Lande. Von Beginn an kannte die Stimmungskurve nur eine Richtung — steil nach oben. Ihren Höhepunkt erreichte sie beim Auftritt der Männer. Spätestens bei "Rock your body" legten diese alle Scheu und Hemmungen ab. Der Saal tobte. Die Frauen forderten lautstark eine Zugabe. An deren Ende standen die Herren ohne Hemd und nur noch mit Hose auf dem Saal — sehr zur Freude und Belustigung der feiernden Damenwelt.

Immer wieder von Tanzrunden unterbrochen dauerte das Programm mehr als zwei Stunden. Am Ende wischte sich nicht nur Simone Weinert den Schweiß von der Stirn, sondern die meisten Mitwirkenden, erschöpft aber unendlich glücklich darüber, dass alles wie geplant geklappt und das Publikum seinen Spaß hatte. "Das motiviert uns natürlich unheimlich. Na klar machen wir weiter", so Simone Weichert.