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| 17:00 Uhr

Sorgen vergessen
„Schön, dass ihr alle gekommen seid“

Beim Tanzen und Singen hatten die syrischen Kinder viel Spaß. 
Beim Tanzen und Singen hatten die syrischen Kinder viel Spaß.  FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Das 4. Begegnungsfest in Finsterwalde sorgt für viel Freude, doch einheimische Gäste werden vermisst. Von Jürgen Weser

Seit dem Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland im Jahr 2015 ist die Organisation der Johanniter in Finsterwalde mit der Stadt und anderen Vereinen um aktive Flüchtlingshilfe bemüht. Als Höhepunkt der Aktivitäten gibt es in jedem Jahr ein Interkulturelles Fest, das in Finsterwalde lebende Flüchtlinge zusammenbringen und in Kontakt mit einheimischen Bürgern bringen möchte. Am Sonnabend gab es das vierte Begegnungsfest auf dem Gelände der Johanniter Unfallhilfe am Langen Damm.

„Schön, dass ihr alle gekommen seid“, sang der kleine Chor syrischer Kinder. Das Team um Babett Zimmer als Projektbeauftragte für Flüchtlingsarbeit hatte das Fest bestens vorbereitet. Die Johanniter Teestube um Evelyn Benschus, der Internationale Bund, das Amt Kleine Elster mit Cordula Mittelstädt und die Stadt Finsterwalde mit Jugendkoordinatorin Antje Schulz sowie der Verein Kulturelle Bildung gehörten zum Team. Etwa einhundert Gäste nutzten die Gelegenheit zum gemeinsamen Essen und für Gespräche. „Etwa so viele Besucher hatten wir in jedem Jahr“, weiß Babett Zimmer. Vor allem syrische Flüchtlingsfamilien und Einzelpersonen, die bereits über längere Zeit die Johanniter-Angebote zum Lernen und mit gemeinsamen Beschäftigungen nutzen, waren gern zum Fest gekommen, das sie selbst mitgestalteten. So kümmerte sich Hamed Alabdullah um die Technik und Jutaiba Hejazi und Faviez Takan sorgten mit leckeren Spießen für syrische Esskultur. Seit zweieinhalb Jahren leben beide in Deutschland „aber leider immer noch ohne Arbeit“, wie sie bedauern.

Besonders die Kinder hatten Spaß bei dem Begegnungsfest. Toben in der Hüpfburg, Ausprobieren bei vielen Spielen und beim Singen und natürlich Tanzen waren angesagt. Auch für die Erwachsenen. Hasam Mujbel konnte nicht lange stillsitzen. Zunächst freute sich die kleine Jana, mit ihm tanzen zu dürfen und schließlich formierte sich ein Trupp syrischer Männer zum gemeinsamen Reihentanz, während die Frauen lächelnd zuschauten. Hasam ist noch neu in Finsterwalde, zuvor hat er vier Jahre in Freiburg gelebt.

Es war für alle ein schönes Fest, allerdings hätten sich die Organisatoren außer dem festen Stamm regelmäßiger Helfer mehr neugierige Finsterwalder als Gäste gewünscht.