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| 01:06 Uhr

Schmerzpatienten wehren sich gegen Unterversorgung

Finsterwalde.. An einem bundesweiten Aktionstag beteiligt sich am kommenden Montag auch die Schmerzambulanz des Elbe-Elster-Klinikums in Finsterwalde. Heidrun Seidel

Von 15 bis 17 Uhr wollen die Schmerzpatienten und Mediziner im großen Speiseraum darauf aufmerksam machen, dass sich die Versorgung für die betroffenen Patienten weiter verschlechtert.
Zum 1. April 2005 gilt ein neuer einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM), mit dem Leistungen beschrieben werden, auf die Kassenpatienten Anspruch haben. Schmerztherapie kommt darin zwar erstmals vor, allerdings werden den Patienten weniger ärztliche Leistungen zugesichert, als sie bisher zum Beispiel Ersatzkassen wie Barmer oder DAK ihren Versicherten angeboten haben. Für die Betroffenen droht damit eine weitere Unterversorgung. „Die besteht auf diesem Gebiet in Deutschland ohnehin“ , weiß Dr. Karsten Suhr, Chefarzt für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Finsterwalder Krankenhaus und derzeit Leitender Chefarzt. Er hatte vor gut zehn Jahren begonnen, die Finsterwalder Schmerzambulanz aufzubauen und betreut dort gegenwärtig mehr als 200 Patienten, die meist über mehrere Jahre besonders behandelt werden müssen. Über 1000 Frauen und Männern aus dem Elbe-Elster-Kreis und darüber hinaus konnte er helfen. Weder der notwendige lange Behandlungszeitraum noch die erforderlichen spezifischen Behandlungsformen bei einer Schmerzkrankheit werden im neuen EBM ausreichend berücksichtigt. Während im Normalfall ein Schmerz als warnendes Signal einer Krankheit gilt, und mit deren Beseitigung auch wieder verschwindet, dauert er bei der Schmerzkrankheit über Jahre unerträglich an und bedarf einer besonderen Behandlung. Diese ist allerdings nach dem neuen Leistungskatalog nicht mehr gewährleistet. Was das für die Patienten heißen kann, soll der bundesweite Aktionstag deutlich machen. Immerhin soll es in Deutschland 11 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen und davon 960 000 mit problematischen chronischen Schmerzkrankheiten geben, die „ausgegrenzt werden, obwohl es Therapiemöglichkeiten für sie gibt“ .
Interessenten sind zum Aktionstag willkommen. Eingeladen sind auch Vertreter von Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung.