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| 11:46 Uhr

1000 Objekte für Museum
Schloss Doberlug bekommt einzigartige ostpreußische Sammlung

Das Schloss- und Klosterareal Doberlug.
Das Schloss- und Klosterareal Doberlug. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Frohe Kunde für das Museum im Schloss Doberlug: Die einzigartige ostpreußische Sammlung Dohna-Schlobitten kommt in die Lausitz. Mehr als 1000 Objekte sollen Basis einer neuen Dauerausstellung werden.

Von einem „Glücksfall“ für Doberlug-Kirchhain spricht Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD): „Mit der Sammlung Dohna-Schlobitten gelangen faszinierende Objekte europäischen Ranges, deren kulturhistorische Bedeutung erheblich zur überregionalen Attraktivität beitragen werden, nach Doberlug und stärken den dortigen Museumsstandort.“ Nach der ersten brandenburgischen Landesausstellung zu Preußen und Sachsen im Jahr 2014 sei dies ein weiterer wichtiger Schritt für das Museum. „Im Schloss Doberlug kann die einzigartige Sammlung Dohna-Schlobitten erstmals in ihrer Vielfalt und in ihr angemessenen Räumen gezeigt werden“, zeigt sich auch Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, erfreut. Doberlug könne so zu einem „kulturellen Leuchtturm“ werden, der über die Lausitz hinaus ausstrahlt, hofft Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU).

Die Sammlung geht zurück auf den Besitz der Burggrafen zu Dohna, eine der einflussreichsten Familien in Sachsen und später in Ostpreußen. „Durch die enge Bindung an den brandenburgisch-preußischen Hof gelangten zahlreiche Werke der Berliner Kunst ins ostpreußische Schlobitten. Die dort seit 1525 ansässigen Dohnas ergänzten und bewahrten die Sammlung mehr als 400 Jahre lang bis zum Zweiten Weltkrieg“, berichtet die Pressestelle des Kulturministeriums. Der letzte Schlossherr, Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten, habe einen Großteil des Kunstinventars kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges evakuiert.

Im Jahr 1978 erwarb die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin mit Förderung der Lotto-Stiftung Berlin einen Teil der Sammlung als Ersatz für die im Krieg verlorenen Kunstschätze in Schloss Charlottenburg. Später folgten weitere Ankäufe. Seit 2009 zeigt die Stiftung ausgewählte Exponate der Sammlung Dohna-Schlobitten im Schloss Schönhausen in Berlin. Alle anderen Stücke befinden sich in den Depots der Stiftung.

Nun soll die Sammlung erstmals in Gänze der Öffentlichkeit präsentiert werden. Es handelt sich um mehr als 1000 Objekte, darunter Gemälde, Grafiken, Bücher, Skulpturen, Möbel, Textilien, Silber, Glas und Porzellan. „Eine solche Vielzahl an Objekten an einem Ort wie Schloss Doberlug zusammenzuführen, erlaubt es, Kunst und Kunstgeschichte in einem würdigen Rahmen zu präsentieren“, lobt Berlins Kultur-Senator Klaus Lederer.

2019 sollen einzelne Exponate noch restauriert werden. Eine erste Sonderausstellung mit ausgewählten Einzelstücken soll dann 2019 einen ersten Einblick in das Kunstinventar der Burggrafen zu Dohna-Schlobitten ermöglichen. 2020 soll dann die neue Dauerausstellung in Doberlug-Kirchhain eröffnet werden. Die Leihgabe ist zunächst bis 2029 geplant.

(bob)