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| 02:37 Uhr

Schloss Doberlug bekommt eine Dauerausstellung

Babette Weber mit einer antiquarischen Entdeckung für das Museum Schloss Doberlug: Das Familientreffen "Die Durchlauchtigste Zusammenkunfft" fand im Februar 1678 in Dresden statt und wurde damals in diesem Buch ausführlich beschrieben. Mit dabei: Christian I.
Babette Weber mit einer antiquarischen Entdeckung für das Museum Schloss Doberlug: Das Familientreffen "Die Durchlauchtigste Zusammenkunfft" fand im Februar 1678 in Dresden statt und wurde damals in diesem Buch ausführlich beschrieben. Mit dabei: Christian I. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Der Museumsverbund Elbe-Elster schlägt 2016 wichtige Pflöcke ein: Historikersymposium in Mühlberg zur Reformationsgeschichte, Jahrestagung des Brandenburgischen Museumsverbandes in Finsterwalde; Eröffnung des ersten Teils einer neuen Dauerausstellung in Doberlug. Heike Lehmann

Im Schloss Doberlug, dessen Eigentümer nach wie vor die Stadt Doberlug-Kirchhain ist, wird hinter den Kulissen emsig am Aufbau eines ganz neuen Museums gearbeitet. Im Herbst könnte im Südflügel im ersten Obergeschoss, wo einst die Herzoginnen von Sachsen-Merseburg ihr Reich hatten, der erste Teil einer Dauerausstellung zu sehen sein. Sofern die Fördermittel wie beantragt zur Verfügung stehen.

Zwei Historikertreffen

"Eine gute Zusammenarbeit und erste Synergieeffekte" attestiert Dr. Rainer Ernst dem 2015 ins Leben gerufenen Museumsverbund Elbe-Elster als dessen Chef. Die Museen in Bad Liebenwerda, Finsterwalde, Mühlberg und im Schloss Doberlug agieren als Einrichtungen des Landkreises unter gemeinsamem Dach. "Mit der Museumseröffnung in Mühlberg hat der Verbund Fahrt aufgenommen. Das Personal ist komplett, die Servicekräfte haben sich eingearbeitet, die Zuordnung der Tätigkeiten wurde leicht verändert - auch museumsübergreifend", zählt Ernst auf. Mit einheitlichem Erscheinungsbild hat der Verbund den Landkreis überregional repräsentiert. Der Museumsführer für "Mühlberg 1547" liegt vor. Für Bad Liebenwerda und Finsterwalde sind sie in Arbeit.

2016 wird der Museumsverbund weiter von sich reden machen. Historiker wollen im April auf einem Symposium in Mühlberg das Reformationsjubiläum 2017 vorbereiten. Das Finsterwalder Sängermuseum feiert im Mai seinen 35. Geburtstag. Aus diesem Anlass findet die Jahrestagung vom Brandenburgischen Museumsverband in der Sängerstadt statt.

Um "Doberlug und das sächsische Brandenburg" soll es bald im Schloss Doberlug gehen, anknüpfend an die 1. Brandenburgische Landesausstellung, die 2014 fast 100 000 Besucher anlockte. Das Konzept für den ersten Teil der Dauerausstellung haben die Kuratoren Peter Langen und Stefanie Fink - zwei ausgewiesene Fachleute der Doberluger Geschichte - erarbeitet. Es baut auf dem Wissensstand von der Landesausstellung auf, wird mit zusätzlichen Recherchen angereichert und rankt sich um Kloster-, Schloss- und Stadtgeschichte sowie Doberluger Persönlichkeiten, die überregionale Bedeutung erlangten. Der Fachbeirat hat grünes Licht gegeben.

Objekte für leere Räume

Von der herzoglichen Einrichtung ist aber nichts mehr vorhanden. Um so aufwendiger ist die Suche nach Objekten, mit denen die Ausstellungsinhalte veranschaulicht werden können. Gemeinschaftlich werden die Fühler nach Archiven, Museen und Kirchengemeinden ausgestreckt. Der Radius reicht dabei von Görlitz bis Stuttgart. Babette Weber als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums kümmert sich um Leihanfragen und Verträge. Sie sagt: "Es ist doch noch einiges zu finden." Erste Zusagen für attraktive Dauerleihgaben liegen vor. Ankäufe sind durch Mittel der Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" möglich. Vorsichtig blättert Babette Weber in einer dicken Schrift, die 1678 "Die Durchlauchtigste Zusammenkunfft" archiviert hat. Johann Georg II. und seine drei Brüder, darunter Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg, der Stadtgründer von Doberlug, haben mehrere Wochen in Dresden gut gegessen, das gesellschaftliche Leben sowie Kultur genossen. Das Buch liefert ein detailgetreues Abbild jener Zeit.

Bis zur Dauerausstellung werden im Schloss weitere attraktive Sonderschauen zu Handwerk und Kunst präsentiert.

Teil zwei des Museums könnte sich einmal intensiver der Adelskultur widmen. Verhandlungen hierzu laufen mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Die vier Museen sind dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr geöffnet.