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| 17:03 Uhr

Konzertbesucher helfen Kulturgut zu retten
Schirnding-Epitaph profitiert von den Wiener Sängerknaben

Annegret Schwarze restauriert den Epitaph des August Karl Friedrich von Schirnding in der Klosterkirche Doberlug.
Annegret Schwarze restauriert den Epitaph des August Karl Friedrich von Schirnding in der Klosterkirche Doberlug. FOTO: Ivonne Kommolk
Doberlug-Kirchhain. Annegret Schwarze restauriert das Grabmal des August Karl Friedrich von Schirnding in der Klosterkirche Doberlug. Möglich wurde dies nach einem Konzert der Wiener Sängerknaben. Von Ivonne Kommolk

Wer im vergangenen Jahr das Konzert der Wiener Sängerknaben in der Doberlug-Kirchhainer Klosterkirche besucht hat, darf nun ernten, was er damals säte. Mit ihrem Eintrittsgeld finanzierten die Gäste nicht nur den persönlichen Ohrenschmaus, sie ermöglichten damit auch noch die Restaurierung des Epitaphs des August Karl Friedrich von Schirnding (1754-1812).

Dieser Herr war in der Doberluger Kirchengemeinde sehr geschätzt und wird bis heute sehr verehrt, gründete er doch als Sohn der Stadt einst ein Missionshaus in Berlin. Als er nach Doberlug zurückkehrte, eröffnete er ein Erziehungsheim für Waisenkinder, erst für Jungen, später dann auch für Mädchen. Das Geld dafür floss aus seinen persönlichen Besitztümern.

Der Maler Ernst Fey erstellte 1910 eine Kopie des einzigen Porträts, dass es von Schirnding je gab und das im Berliner Missionshaus hing. Das Original ist leider zerstört worden. Nun existiert nur noch die Kopie von Fey in der Doberluger Klosterkirche. Kein Wunder also, dass zur Erhaltung dieser wertvollen Gedenktafel, keine Kosten und Mühen gescheut wurden.

Annegret Schwarze ist selbständige Restauratorin. Sie hat ihre Wurzeln in Doberlug-Kirchhain, wohnt aber zurzeit an der Rhön. Gern würde sie wieder zurück in die Heimat kommen. „Die Kirchengemeinde Doberlug hat mich glücklicherweise ausgesucht, um diesen Epitaph zu restaurieren. Zweieinhalb Wochen habe ich jetzt dafür gebraucht, zehn Stunden allein nur für die Schrifttafel. Ich brauchte an manchen Stellen meine Schwarzlichtlampe, damit ich überhaupt noch Schrift erkennen konnte. Das war im Ganzen schon eine sehr spannende Angelegenheit“, erzählt die Restauratorin über ihre Arbeit.

Der Epitaph besteht aus drei Teilen: dem Portrait von Schirnding, der Schrifttafel darunter und einem Gemälde mit einer Auferstehungsszene darüber. Annegret Schwarze ist stolz darauf, mitgeholfen zu haben, ein Stück Kirchengeschichte zu retten. Sie wünscht sich gerne noch mehr Aufträge in der Region, um irgendwann wieder in die Heimat zurückkehren zu können.