ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:36 Uhr

Schelmenstreich im Langen Hacken in Finsterwalde

Diana Winters und Bodo Feldhaus sind empört: Zufahrt wird mit Hochbeet zugebaut. Foto: D. Babbe
Diana Winters und Bodo Feldhaus sind empört: Zufahrt wird mit Hochbeet zugebaut. Foto: D. Babbe FOTO: D. Babbe
Finsterwalde. Ein handfester, seit Jahren schwelender Nachbarschaftsstreit droht jetzt im Wohngebiet am Langen Hacken zu eskalieren. 24 Jahre haben die Mieter von Wohnungsgesellschaft und Wohnungsgenossenschaft an einem gemeinsamen Innenhof gewohnt, jetzt funktioniert das Zusammenleben offensichtlich nicht mehr. „Unser“ und „euer“ Wohngebiet ist genau und sichtbar abgesteckt. Von Dieter Babbe

Weil Mieter der Wohnungsgesellschaft auf der Hofstraße zu schnell und auch zu dicht an den Hauseingängen der Wohnungsgenossenschaft vorbeifahren, hat man sich in den Chefetagen beider Unternehmen jetzt zu einer drastischen Maßnahme verständigt. Die Wohnungsgesellschaft hat auf Drängen der Wohnungsgenossenschaft für ihre Blöcke eine eigene Zufahrt gebaut, womit die Autos nicht mehr an den Blöcken der Wohnungsgenossenschaft vorbei müssen. “Das ist zum Vorteil für alle Mieter. Damit hört der ewige Kreisverkehr auf. Die neue Regelung sorgt für mehr Ruhe auf dem Hof„, verteidigt Jutta Schlumberger, Geschäftsführerin der Wohnungsgesellschaft, die Maßnahme - wenngleich die Forderung dazu von der Wohnungsgenossenschaft kam.

“Das Problem schwelt schon seit zehn Jahren. Unsere Mieter haben sich ständig beschwert, weil Mieter der Wohnungsgesellschaft mit ihren Autos die Zufahrten zerfahren. Außerdem wird so dicht und auch schnell an den Hauseingängen vorbei gerast, dass es für unsere Mieter und vor allem für die Kinder gefährlich war, wenn sie aus dem Hausflur heraustraten„, begründet Gerhard Münchow, der Vorstandsvorsitzende, die eingebauten Sperren.

Lässt sich diese Maßnahme noch nachvollziehen, schütteln die Mieter bei einer anderen nur noch den Kopf. Beim Verbauen der Zufahrten ging die Wohnungsgenossenschaft sogar soweit, dass sie den Beton aufreißen und quer über den Weg ein Beet mit Hochborden anlegen ließ - hier sollen Hecken gepflanzt werden, heißt es bei der Genossenschaft. Dass die betroffenen Mieter künftig mit einer Sackgasse als Zufahrt leben müssen, ist das eine. “Ich weiß nicht, wie hier bei der Enge ein Möbelwagen wenden oder Kranken- und Feuerwehrfahrzeuge schnell wieder rauskommen sollen„, fragt sich nicht nur Diana Winters. Dass damit nicht mal Fußgänger, Kinderwagen und Radfahrer die einstige Zufahrt passieren können und die auf dem Rasen ausweichen müssen, wird als ausgesprochener Schildbürgerstreich empfunden.

Und das nicht nur bei den Mietern. Auch Geschäftsführerin Jutta Schlumberger schüttelt nur noch den Kopf. “Das war so mit der Wohnungsgenossenschaft nicht vereinbart„, sagte sie, als sie sich die Situation vor Ort ansah. “Das Hochbeet muss wieder weg, stattdessen müssen hier Poller errichtet werden, die den Fußgängern und Radfahrern den Durchgang ermöglichen„, erklärte sie. Fragt sich, ob die Chefin der Wohnungsgesellschaft sich bei der Wohnungsgenossenschaft durchsetzen kann - oder ob es im Langen Hacken eine andere Variante der Geschichte vom Knallerbsenstrauch am Maschendrahtzaun gibt.