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| 17:35 Uhr

Finsterwalde ehrt Heimatforscher
Schätze der Geschichte bewahrt

Heinz Oette bekommt am 7. Dezember die höchste Auszeichnung der Stadt Finsterwalde – die Louis-Schiller-Medaille. Zeitlebens hat er sich für Geschichte interessiert und andere daran teilhaben lassen.
Heinz Oette bekommt am 7. Dezember die höchste Auszeichnung der Stadt Finsterwalde – die Louis-Schiller-Medaille. Zeitlebens hat er sich für Geschichte interessiert und andere daran teilhaben lassen. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Heinz Oette wird mit der höchsten Auszeichnung der Stadt Finsterwalde geehrt. Von Gabi Böttcher

Sein Arbeitszimmer gleicht einer Schatzkammer voller Bücher und Schriften. Einige davon sind seiner eigenen Feder entsprungen. Lange, intensive Zeiten der Recherche gingen seinen zahlreichen Publikationen voraus. Die Geschichte des Finsterwalder Kaufhauses habe ihn besonders interessiert, „weil da auch Verwandtschaft gearbeitet hat“, bemerkt Heinz Oette. Im Moment sei es um aktuelle Arbeiten ruhiger geworden, bemerkt Tochter Reni, die an diesem Dienstagvormittag aus Sonnewalde nach Finsterwalde zum Vater gekommen war, um ihn zu seiner Hausärztin zu begleiten. Über die sozialen Netzwerke hatte es sich schon verbreitet, dass der inzwischen 84-jährige Heinz Oette in diesem Jahr, am 7. Dezember, die höchste Auszeichnung der Stadt Finsterwalde – die Louis-Schiller-Medaille – entgegennehmen kann. „Das hat er sich verdient“, sagt Reni, das Nesthäkchen unter den vier Geschwistern, von denen Marina in Cottbus, Karl-Heinz in der Schweiz und Rainer in Finsterwalde wohnt. Im Moment drücken alle der Mutter Käthe die Daumen. Die 82-Jährige wird am Samstag aus dem Krankenhaus zurück erwartet. Neben zehn Enkeln gehören ebenso viele Urenkel zu Heinz Oettes Familie, das elfte wird erwartet. Wenn sich am ersten Weihnachtsfeiertag alle traditionell im Gasthaus Alt Nauendorf treffen – auch der Karl-Heinz kommt aus der Schweiz – dann kann die Familie auch die Ehrung des Familienoberhauptes mit der höchsten Auszeichnung der Sängerstadt feiern. Sie gesellt sich zu seinem Preis für Heimatgeschichte 2002, verliehen vom Landkreis Elbe-Elster. Schon damit war der 1934 in Grünhaus Geborene als ein Mann geehrt worden, der sich seit 1951 auf verschiedensten Gebieten im Kulturbund engagiert hatte. Als herausragend wurde seine Tätigkeit als Heimatforscher und als Publizist zur Geschichte der Stadt Finsterwalde gewürdigt, die maßgeblich durch sein 17 Jahre währendes Wirken als Vorsitzender des Heimatgeschichtsvereins Finsterwalde bestimmt worden war. Ebenso gehörte er zu den Mitbegründern des Sängerfestvereins.

Die Stadt schreibt zur Ehrung mit der Louis-Schiller Medaille 2018 für Heinz Oettes außerordentliches Engagement im Bereich der Heimatgeschichte: „Das von ihm angelegte heimatgeschichtliche Archiv umfasst mehr als 200 Ordner, tausende Fotos und Dias sowie Bücher und Beiträge in Publikationen“. Dr. Rainer Ernst, bekannt als langjähriger Leiter des Sänger- und Kaufmannsmuseums Finsterwalde und zuletzt des Museumsverbundes Elbe-Elster, der selbst im Jahr 2013 die Louis-Schiller-Medaille erhielt: „Ich freue mich, dass die Stadtverordneten einen Menschen ehren, der sich mit der Stadtgeschichte beschäftigt. Das ist nicht so spektakulär, aber sehr wichtig. In Heinz Oettes Sammlung steckt extrem viel Wissen. Er hat viele Fakten aus der Zeit der Industriealisierung zusammengetragen, hat auch als Autor an unseren Speicher-Heften mitgewírkt. Ich wünsche ihm beste Gesundheit, dass er weiter an der Tuchmacher-Geschichte arbeiten kann.“ Über Forschungen zu seiner Familie habe er Feuer für die Historie seiner Heimat gefangen, sagte Oette in einem früheren Gespräch mit der RUNDSCHAU. Und er hat einen Schatz an Wissen zusammengetragen, für den ihm Finsterwalde dankbar sein kann.