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| 18:45 Uhr

Sanierungsendspurt bei Hennersdorf
Im Herbst trägt die Deponie Grün

Die Sanierung der Deponie Hennersdorf geht ihrem Ende entgegen. Dr. Bernd Dutschmann, Geschäftsführer der Deponiegesellschaft „Schwarze Elster“ mbH (l.) im Gespräch mit Maschinist André Hohlfeld und Deponiewart René Raddatz (r.). Im Bild Plastikschicht und Schutzlage darüber.
Die Sanierung der Deponie Hennersdorf geht ihrem Ende entgegen. Dr. Bernd Dutschmann, Geschäftsführer der Deponiegesellschaft „Schwarze Elster“ mbH (l.) im Gespräch mit Maschinist André Hohlfeld und Deponiewart René Raddatz (r.). Im Bild Plastikschicht und Schutzlage darüber. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Hennersdorf. Die Rekultivierung der Deponie Hennersdorf soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die letzte Müllablagerung auf dieser Deponie geht in das Jahr 2005 zurück. Von Gabi Böttcher

Noch wird mit schwerer Technik – weithin sichtbar von der Landstraße zwischen Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain – an der Abdeckung des Deponiekörpers gearbeitet. 1975 war die Deponie als Hausmülldeponie eröffnet worden. Der letzte Mülltransport führte am 28. Mai 2005 hierher.

Zunächst hieß es, für die Deponie ein Gasfassungssystem zu installieren – mit der wichtigen Aufgabe, das durch die Vergärung von organischem Material in der Deponie entstehende brennbare Biogas über Gasbrunnen und ein Absaugsystem zu führen und schließlich über Gasfackeln abzuleiten beziehungsweise kontrolliert zu verbrennen. Dieses System ging 2011 in Betrieb. „Bevor mit der Abdichtung des Deponiekörpers begonnen werden konnte, mussten diese Prozesse sowie Setzungs­erscheinungen abgewartet werden“, erklärt Dr. Bernd Dutschmann die lange Wartephase bis zum Start der eigentlichen Sicherungs- und Rekultivierungsarbeiten durch die Deponiegesellschaft „Schwarze Elster“ im August 2016. Hierbei hatten es die Sanierer mit zwei Deponiebereichen mit unterschiedlichen Materialien und damit Sanierungsanforderungen zu tun. Während im Westteil vorrangig Bauschutt abgelagert ist, hatten es die Sanierer von der Arge „Deponie Hennersdorf Ost“ im Ostteil mit rund 1,2 Millionen Kubikmetern Hausmüll zu tun. Während im Westteil des insgesamt rund 15,5 Hektar großen Deponiegeländes ein Bodenauftrag von etwa einem Meter genügte und hier inzwischen sechs aus Holz und Steinen bestehende „Quartiere“ für Eidechse & Co. eingerichtet wurden, stellte sich der Ostteil als ganz andere Herausforderung dar. Dr. Bernd Dutschmann und Projektleiterin Beatrix Körbel von der Deponiegesellschaft erklären die Schichtfolge, die in ihrer komplexen Wirkung das Grundwasser vor dem Eintritt von Schadstoffen aus dem Deponiekörper schützen soll. Auf den zunächst in Form gebrachten Deponiekörper ist zuerst eine Trag- und Ausgleichsschicht aufgebracht worden. Sie besteht aus Sand, Schotter und auch aus Recyclingmaterial. Darauf folgen etwa 50 Zentimeter Ton als erstes Dichtungselement. Auf die Tonschicht wiederum ist eine 2,5 Millimeter starke Plastikfolie verlegt worden, die ihrerseits von einer dämmenden Fließlage bedeckt ist. Letztere ist eine Schutzlage zwischen der Plastikfolie und der aus Kieselsteinen bestehenden Entwässerungsschicht. Über diese soll das Oberflächen- – sprich Regenwasser – ungehindert vom Deponiekörper abfließen und über Entwässerungsgräben schließlich in einem Versickerungsbecken landen. Über der aus Kieselsteinen bestehenden Entwässerungsschicht folgt erneut eine Fließschicht, die als Filter zur darüber liegenden Bodenschicht dient. Diese wiederum teilt sich in einen Unter- und einen Oberboden. Beim Oberboden handelt es sich um das landläufig als Mutterboden bezeichnete Material, auf dem einmal Rasen wachsen soll. Im Herbst soll er angesät werden.

Die Sanierung der Deponie Hennersdorf geht ihrem Ende entgegen. Dr. Bernd Dutschmann, Geschäftsführer der Deponiegesellscahft Schwarze Elster mbH (r.), im Gespräch mit Projektleiterin Beatrix Körbel, Maschinist André Hohlfeld (l.) und Deponiewart René Raddatz.
Die Sanierung der Deponie Hennersdorf geht ihrem Ende entgegen. Dr. Bernd Dutschmann, Geschäftsführer der Deponiegesellscahft Schwarze Elster mbH (r.), im Gespräch mit Projektleiterin Beatrix Körbel, Maschinist André Hohlfeld (l.) und Deponiewart René Raddatz. FOTO: LR / Gabi Böttcher

„Es laufen gegenwärtig viele Arbeiten parallel. Wichtig ist, dass der Ton nicht lange ungeschützt liegt, damit er keine Risse bekommt“, erklärt Bernd Dutschmann. Ein im Einsatz befindlicher Wasserwagen deutet darauf hin, dass offenliegende Tonschichten bewässert werden. In diesen Tagen eine permanente Aufgabe.

Sträucher oder gar Bäume werden zur Gestaltung der Deponie nicht zum Einsatz kommen, so der Geschäftsführer. Deren Wurzeln könnten zu Qualitätseinbußen bei den Unterböden führen. Insgesamt werden auf der Ostseite der Deponie 40 000 Kubikmeter Ton – aus einer Tongrube bei Plessa – und 80 000 Kubikmeter Boden – von Flächen bei Dresden – aufgebracht.

„Wir gehen von einer Lebensdauer der Oberflächenabdichtung von mindestens 100 Jahren aus“, sagt Dr. Bernd Dutschmann. Rund 8 Millionen Euro werden dafür eingesetzt.

An der ebenfalls in der Regie der Deponiegesellschaft – einer 100-prozentigen Tochter des Abfallentsorgungsverbandes „Schwarze Elster“ – befindlichen Deponie Bahnsdorfer Berg bei Herzberg sind die Sanierungsarbeiten im Jahr 2015 abgeschlossen worden. Auch in Hörlitz ist die Altdeponie abgedeckt. Die hier in unmittelbarer Nachbarschaft entstandene neue Deponie ist die derzeit einzige Deponie des Abfallentsorgungsverbandes „Schwarze Elster“.

Ein Schnitt durch die Schichten der Deponie gibt einen Eindruck von den aufwändigen Arbeiten, die in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen.
Ein Schnitt durch die Schichten der Deponie gibt einen Eindruck von den aufwändigen Arbeiten, die in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen. FOTO: LR / Gabi Böttcher