| 15:37 Uhr

Straßenbau
„... nun lasst uns schlendern die Straße entlang“

Andreas Holfeld, Bürgermeister Jörg Gampe, Jürgen Fuchs und Andy Hoffmann sowie Dominika Ramos geben die Berliner Straße frei.
Andreas Holfeld, Bürgermeister Jörg Gampe, Jürgen Fuchs und Andy Hoffmann sowie Dominika Ramos geben die Berliner Straße frei. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Die sanierte Berliner Straße in Finsterwalde wurde pünktlich zum ersten Advent freigegeben. Von Heike Lehmann

Die Finsterwalder haben ihre Haupteinkaufsstraße zurück und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Am Samstag um 11 Uhr haben Bürgermeister Jörg Gampe, Stadtverordnetenvorsteher Andreas Holfeld (beide CDU), die Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Fuchs und Andy Hoffmann sowie Dominika Ramos, Leiterin vom Entwässerungsbetrieb der Stadt Finsterwalde, das grün-weiße Band durchschnitten. Der Verkehr rollt bereits seit einer Woche wieder durch eine der wichtigsten Innenstadtstraßen, die in zwei Bauabschnitten seit April 2016 grundhaft saniert wurde.

Neben den dringend notwendigen Kanalarbeiten, der Erneuerung von Leitungsnetzen und maroder Hausanschlüsse war ein wichtiges Ziel, die Einkaufsstraße attraktiver, weitläufiger und zeitgemäßer zu gestalten. Die Gehwege sind breiter und barrierefrei, auch an Taststreifen für Blinde und Sehbehinderte wurde gedacht. Die Stadt als Bauherr war stets darauf bedacht, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten und Anlieger und Händler einzubeziehen. So hatte es bereits im Februar 2014 eine erste Bürgerbefragung zur Sanierungs- und Ausbauform der Straße gegeben. Die Entscheidung fiel für die „Sanierung im Bestand“, Fußgängerzone und Einbahnstraßen-Variante wurden abgelehnt. Drei weitere Informationsveranstaltungen folgten. Geplant haben die Voigt Ingenieure Luckau.

Gebaut hat die Finsterwalder Bau Union GmbH (FBU). Geschäftsführer Jens Kilian und weitere Vertreter der Firma waren bei der Einweihung zugegen. Schon der erste Bauabschnitt bis November 2016 verlief zügig. Ab 3. April 2017 folgte der zweite Abschnitt. Pünktlich vor dem ersten Advent konnte die Straße jetzt feierlich freigegeben werden. Bürgermeister Gampe lobte ausdrücklich auch seine Mitarbeiter: „Die Bauverwaltung hatte die Zügel fest in der Hand.“ Stadt, Stadtwerke, Entwässerungsbetrieb hätten in gutem Einklang gewirkt, die Händler Geduld und Durchhaltevermögen bewiesen. „Die Bauleute haben zügig und korrekt gearbeitet. Dass erstmals zweischichtig gearbeitet wurde, hat sich bewährt“, so Jörg Gampe. Auch von Anwohnern gab es für die bauausführenden Firmen viel Lob. Günther und Jutta Dietrich sagen: „Das ist alles sehr gut gelaufen. Die Leute von der FBU und den Stadtwerken waren top, der Zugang zum Grundstück immer möglich, selbst als die Gehwege aufgerissen waren.“ Auch mit der Ausführung sind Dietrichs zufrieden. „Nur die Straßenlampen finden wir nicht so optimal“, sagen sie.

Händler wie Gabriele Schindler von der Modeboutique Anna B. hoffen jetzt auf das Weihnachtsgeschäft. Auch Petra Blume vom Uhren und Schmuck-Fachgeschäft ist froh, dass die Monate mit Lärm und Staub vorüber sind. „Manchmal haben sämtliche Uhren gewackelt. Aber die Straße ist schön geworden“, sagt sie. Die Händler freut, dass so viele Parkplätze eingerichtet wurden. Auf die gegenüber der RUNDSCHAU bereits geäußerten Kritik zu fehlenden Behindertenparkplätzen werde noch reagiert, versicherte Karsten Pinetzki vom Tiefbauamt am Samstag.

Die Vier Finsterwalder Sänger haben es auf ihre Art in eine neue Strophe vom Sängerlied gepackt: „OP am Herzen, die ist gelungen. Es war für alle ein harter Weg. Doch die Berliner, die ist nun fertig, ein wahres Prachtstück, wie ihr hier seht. Wir danken herzlich allen Akteuren. Nun lasst uns schlendern die Straße entlang.“ Unter den Gästen waren auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen und der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Genilke sowie viele Stadtverordnete, die mit ihrem Beschluss am 27. Mai 2015 die Sanierung der Berliner Straße auf den Weg gebracht haben.

Die Bauzeit für beide Abschnitte – insgesamt knapp 400 Meter Straßenlänge – betrug ein Jahr und sieben Monate. Investiert wurden etwa 2,6 Millionen Euro, die im Rahmen der Städtebauförderung zu je einem Drittel von Bund, Land und der Stadt getragen wurden. Die Optikerfirma Fielmann hat acht Bäume gesponsert, die bereits gepflanzt sind.

„Weiter geht es dann mit der Kreuzung an der Großen Unterführung“, deutete der Bürgermeister an. Die soll voraussichtlich 2019 als Kreisverkehr ausgebaut werden. Zuvor aber wird noch die Schulstraße saniert, so dass „die komplette Innenstadt für die nächsten 50 Jahre schick gemacht ist“, so Gampe.