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Museum Schloss Doberlug
Sammlung zur Schlossgeschichte wächst

Rico Berl, Geschäftsführer der Kloppe Naturstein GmbH (l.), und Torsten Lehmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum Schloss Doberlug, bei der Übergabe der Schenkung.
Rico Berl, Geschäftsführer der Kloppe Naturstein GmbH (l.), und Torsten Lehmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum Schloss Doberlug, bei der Übergabe der Schenkung. FOTO: LKEE/ Museum Schloss Doberlug
Doberlug-Kirchhain. Der Chef der Kloppe Naturstein GmbH übergibt Grabsteine und Zinnschalen.

Tatkräftige Unterstützung erfuhr das Museum Schloss Doberlug dieser Tage von der ortsansässigen Kloppe Naturstein GmbH. Das Unternehmen hatte 2015 sowjetischen Ehrenfriedhofs umgestaltet. Dabei waren die aufrecht stehenden Grabsteine für die 1945 in und um Doberlug gestorbenen Sowjetsoldaten entfernt und durch Grabkissen ersetzt worden. Zwei der alten Grabsteine hat Geschäftsführer Rico Berl nun an das Museum übergeben. „Wir freuen uns, dass wir die beiden Objekte in unsere stetig wachsende Sammlung zur Schlossgeschichte aufnehmen können“, sagt Museumsleiterin Babette Weber über die Schenkung. Die Rote Armee hatte das Schloss 1945 besetzt.

Aus seinem Privatbesitz steuerte Rico Berl weitere Objekte zur Schenkung bei. Zwei kunstvoll gearbeitete Zinnschalen erinnern mit Inschriften an die Silberne Hochzeit des Kirchhainer Bürgermeisters Paul Zierenberg am 9. Februar 1914. Sie sind ihm damals vom örtlichen Kriegerverein verehrt worden.

Die Schalen zeigen – passend zur Stimmung am Vorabend des Ersten Weltkriegs – Szenen aus dem Kampf der Germanen gegen die Römer und spielen wohl auf die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 u.Z. an. Sie sind ein schönes Beispiel für den germanischen Heldenkult in der Spätzeit des Deutschen Kaiserreichs. Rico Berls Vater hatte die Schalen seinerzeit im Antiquitätenhandel erworben. Sein Sohn sah sie nun im Museum am besten aufgehoben. Er sagt: „Das ist der richtige Ort, um sie dauerhaft zu bewahren.“

(pm/leh)