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| 08:51 Uhr

Solider Haushalt
Sängerstadt steckt Millionen in Extras

Finsterwalde. Haushaltsjahr 2019 verspricht erneut schwarze Zahlen. 4,3 Millionen für freiwillige Leistungen. Von Gabriela Böttcher

In der Grundschule Stadtmitte freut sich Schulleiterin Jana Opitz mit Schülern und Kollegen über die kontinuierlichen Investitionen der Stadt in ihr Haus und die Ausstattung. Das träfe auf alle drei städtischen Grundschulen zu, unterstreicht Jana Opitz, die im Juni 2016 an der Grundschule Stadtmitte die Leitung übernommen hatte. Jüngste Errungenschaft: der sanierte erste Treppenaufgang des altehrwürdigen Gebäudes. Auf den zweiten neuen Aufgang freut man sich im kommenden Jahr.

„Der Schulträger hat auch für den Breitbandanschluss gesorgt. Das ist ganz wichtig, damit wir Tablets und interaktive Tafeln nutzen können. Vier Räume sind schon damit ausgestattet. Sechs Räume sind mit einer Schallisolierung versehen worden“, sagt die Schulleiterin. Mit insgesamt 1,5 Millionen Euro an Investitionen können die städtischen Schulen auch im kommenden Jahr wieder rechnen. Ebensolche guten Aussichten gibt es für 2020 und 2021. Und das ist nur ein Effekt, der sich aus solidem städtischen Wirtschaften ergibt.

Noch gibt es eine Unwägbarkeit im umfangreichen Zahlenwerk des Finsterwalder Haushaltes 2019 – die zu zahlende Kreisumlage kann derzeit nur geschätzt werden und liegt bei 8,4 Millionen Euro (43 Prozent). Allerdings, so loben Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) und Kämmerin Anja Zajic, hätten sich Landkreis und Kommunen in Haushaltsberatungen frühzeitig abgestimmt. Am 10. Dezember wird mit dem ersten Entwurf des Haushaltes des Landkreises und damit der Höhe der Kreisumlage gerechnet. „Das wird schon passen“, kommentiert Kreis-Kämmerer Peter Hans trocken den Haushaltsansatz der Finsterwalder. Für Sängerstadt-Kämmerin Anja Zajic war diese Unwägbarkeit ohnehin kein Hinderungsgrund, den Stadtverordneten bereits in der Oktober-Sitzung ein solides Haushaltswerk für die Sängerstadt für das Jahr 2019 vorzustellen und zur Beratung zu übergeben. Wiederum kann ein Überschuss ausgewiesen werden. Diesmal beträgt er 594 200 Euro. Erträgen von 32 677 450 Euro stehen Aufwendungen von 32 083 250 Euro entgegen. Bürgermeister Jörg Gampe verweist auf eine seit Jahren andauernde erfreuliche Entwicklung. Zuletzt habe der Haushalt im Jahr 2011 ein Defizit ausgewiesen. Und dieses sei von ursprünglich angesetzten drei Millionen schließlich auch schon auf rund 404 000 Euro geschrumpft.

Die Finsterwalder spüren solides städtisches Wirtschaften vor allem hier: Die sogenannten freiwilligen Leistungen können in etwa gleicher Höhe wie in diesem Jahr – hier liegen sie bei 4,13 Millionen Euro – auch 2019 realisiert werden. Im kommenden Jahr sind dafür 4,3 Millionen Euro vorgesehen. Sie fließen zum Beispiel in den Tierpark, die Bibliothek, die Stellen der Schulsozialarbeiter, in Führerscheinzuschüsse für Feuerwehrleute und ins Freizeitzentrum „White house“.

Kämmerin Anja Zajic ist zudem stolz darauf, dass es bei Instandsetzungen keinen Rückstau gebe. „Die Höhe der Abschreibungen und die Investitionen müssen sich immer irgendwie die Waage halten“, betont sie. Im Jahr 2019 ist keine Aufnahme von Krediten vorgesehen. Es wird mit Schlüsselzuweisungen in Höhe von 10,3 Millionen Euro und weiteren 364 000 Euro für investive Maßnahmen gerechnet. Aus eigener Steuerkraft werden 3,8 Millionen Euro erzielt.

Wichtige Investitionen 2019:

In die drei städtischen Grundschulen fließen insgesamt 1,5 Millionen Euro (Aufzüge, Ergänzungsbauten, Schallschutz, Planungen). Im Tierpark: Fertigstellung des Sozialgebäudes, Ergänzungen für Zaun und Gehege (insgesamt mehr als 180 000 Euro), „große Durchsicht“ für den Hubsteiger der Feuerwehr (90 000 Euro), ein Waldbrandlöschfahrzeug und ein Logistikfahrzeug für die freiwillige Feuerwehr (insgesamt 650 000 Euro), Wurzelschutz für den Radweg in der Bürgerheide (130 000 Euro), zusätzliche Bänke für das Stadtgebiet (10 000 Euro), Planungen für die Doppelturnhalle (50 000 Euro), Toilettengebäude in der Bürgerheide (150 000 Euro). Eingeplant sind auch 148 000 Euro für eine Disc-Golf-Anlage.

FOTO: Gabi Böttcher