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| 16:24 Uhr

24. Sparkassen-Kunst-Allee
Saathainer Zeit glänzt in der Kunst-Allee

Ararat Haydeyan vor einem seiner Bilder mit einem Motiv aus seiner jetzigen Heimat.
Ararat Haydeyan vor einem seiner Bilder mit einem Motiv aus seiner jetzigen Heimat. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Ararat Haydeyan zeigt in Finsterwalder Sparkasse die Vielfalt seines künstlerischen Schaffens seit 2002. Von Jürgen Weser

Die 24. Sparkassen-Kunst-Allee zeigt zum zweiten Mal Arbeiten des Armeniers Ararat Haydeyan, der mit seiner Familie in Elsterwerda und künstlerisch im Saathainer Atelier seine zweite Heimat gefunden hat. Passend hat er der Ausstellung den Titel „Saathainer Zeit“ gegeben. Gezeigt wird bis Ende Dezember eine Auswahl aus der Periode seines künstlerischen Schaffens von 2002 bis 2018.

„Alles hat seine Zeit“, sang Steffen Goepel vor 80 Besuchern einleitend zur Vernissage am Donnerstagabend und traf damit den Grundgedanken der Ausstellung Haydeyans, wie auch Elbe-Elster-Kulturamtsleiter Andreas Pöschl in seiner Laudatio herausstellte. Es gab für Ararat Haydeyan die Zeit der Kindheit in Mez Parni, das Architekturstudium in Erewan, die Zeit als Stadtarchitekt in Spitak und zunehmend Zeit des künstlerischen Schaffens. Das große Erdbeben 1988 mit dem Epizentrum Spitak brachte die erste Zeitenwende, nach der Phase des Wiederaufbaus gab es ab 1992 die politischen Veränderungen und Krieg und für Ararat Haydeyan den Umzug nach Deutschland, der ihn mit Familie 1994 nach Elsterwerda führte. Hier hat er seine zweite Heimat gefunden – ohne Armenien aufzugeben – und einen Neubeginn als bildender Künstler erfolgreich gestartet.

Neben Eindrücken aus der neuen Heimat verarbeiten seine künstlerischen Arbeiten, wie die Präsentation in der Sparkassen-Kunst-Allee zeigt, Erlebnisse aus Armenien. Immer wieder lässt er typisch Armenisches stilistisch in seine Kunstwerke einfließen. Vor allem die großformatigen Reliefarbeiten auf Jute wie „Vergangenheit“ von 2018 verarbeiten Erinnerungen und volkskünstlerische Motive aus Armenien – und immer wieder blinkt das gern verwendete Gold auf. Mit der „Zeitbrücke“ gleich im Eingangsbereich zur Ausstellung greift Haydeyan das Thema „Alles hat seine Zeit“ auf, „Das Seil“ als Gipsrelief einer Verpackung weist auf Abschied aber auch Neuanfang hin.

Die Besucher der Vernissage fühlten sich auch besonders angesprochen von Haydeyans Ölbildern, Aquarellen und Mischtechniken mit Motiven der aus seiner neuen Heimat wie „Im Park“, wobei der Künstler häufig mit geometrischen Formen und Linien spielt, die seinen Bezug zur Architektur verraten, wie auch die Gestaltungslust bei den skulpturellen Arbeiten. Als Hommage an den Ausstellungsort sind fein gezeichnete Ansichten aus Finsterwalde zu sehen.

Nicht vergeblich dürfte Sparkassen-Vorstand Jürgen Riecke an den Kaufwillen der Besucher appelliert haben. Die ersten roten Punkte noch am Abend der Vernissage bewiesen das.

Kulturamtsleiter Andreas Pöschl betonte, dass die Kunst-Allee zur Erfolgsgeschichte geworden sei. Im kommenden Jahr wollen die Werenzhainer Glaskünstlerin Angela Willeke und Künstler aus Partnerstädten die Erfolgsgeschichte fortschreiben, verriet Jürgen Riecke.