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| 17:34 Uhr

Rückkehrertag in Finsterwalde
Mit Mut und Vernetzung in die Heimat zurück

 Beim Rückkehrertag in der Sängerstadt Finsterwalde kamen regionale Arbeitgeber mit potenziellen Arbeitnehmern ins Gespräch.
Beim Rückkehrertag in der Sängerstadt Finsterwalde kamen regionale Arbeitgeber mit potenziellen Arbeitnehmern ins Gespräch. FOTO: LR / Josephine Japke
Finsterwalde. Am Rückkehrertag in Finsterwalde standen Zusammenarbeit und Chancen für die Zukunft im Vordergrund. Von Josephine Japke

Lange haben sie gewartet, ehe sie den Schritt wirklich wagen wollen. Jetzt ist es endlich so weit: Familie Starke kommt zurück in die Heimat. Jahrelang hat sie in Flensburg und Hamburg gewohnt. Nun sagen die gebürtigen Lauchhammeraner: „Wir wollen wieder näher bei unserer Familie und unserer Heimat sein und ziehen im nächsten Jahr um.“

Schaut man sich am Rückkehrer-Donnerstag im Pavillon der Sparkasse Elbe-Elster in Finsterwalde um, so scheint es, dass einige neue Gesichter im nächsten Jahr den Landkreis bereichern wollen. Doch für dieses Wagnis, seinen Lebensmittelpunkt zu verlegen, muss alles stimmen, meint auch Familie Starke. Gebraucht werden Haus oder Wohnung, Kinderbetreuung, Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Wer auf der Suche war, konnte in Finsterwalde fündig werden.

Beinahe alles im Angebot hat die Sparkasse Elbe-Elster, die selbst einen Stand in den eigenen Räumen betreut. „Gleich von Beginn an war der Ansturm riesig. Manche Leute trauten sich nicht, uns anzusprechen. Andere sammelten fleißig jedes Prospekt ein und informierten sich genau, über ihre Möglichkeiten“, hat Sparkassen-Mitarbeiterin Diana Bartsch beobachtet.

Auch für ihren Vorgesetzten Stephan Müller ist der Rückkehrertag gelungen: „Erfolg misst sich nicht an der Anzahl der Verträge, die wir heute unterschreiben können, sondern an der Zusammenarbeit mit den anderen Unternehmen und der langfristigen Wirkung“, erklärt er und nennt das Stichwort des Tages: „Vernetzung“. Das Netzwerk der am Rückkehrertag beteiligten Unternehmen arbeite schon jetzt auf Hochtouren. IHK, Neopreneurs, Kreishandwerkerschaft und Co würden sich gegenseitig helfen, das Beste für Rückkehrer, Unternehmer und Umorientierer herauszuholen. „Alle Unternehmen, die sich hier vorstellen, kommen aus der Region und sind in ihr verwurzelt. Die Idee, alle mal in einen Raum zu holen, ist super“, sagt Stephan Müller.

Schon zum dritten Mal stellt der Regionale Wachstumskern Westlausitz die Rückkehrertage auf die Beine. Ziel ist es, heimkehrwilligen Fachkräften eine Perspektive in der Heimat aufzuzeigen, da sie mit ihren Erfahrungen die wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Entwicklung dieser Region vorantreiben können.

 Katja Heinrich und Thomas Schmidt sind selbst Rückkehrer. Gelernt und gearbeitet haben sie in Braunschweig und Berlin.
Katja Heinrich und Thomas Schmidt sind selbst Rückkehrer. Gelernt und gearbeitet haben sie in Braunschweig und Berlin. FOTO: LR / Josephine Japke

Im Gespräch zwischen Ellen Lösche, Chefin der Kreishandwerkerschaft, und Jana Boge-Lehmann von der Wequa GmbH geht es weniger um Rückkehrer, dafür mehr um Vernetzung. Jana Boge-Lehmann sucht nämlich für einen Mitarbeiter nach einem neuen Beschäftigungsfeld und streckt beim Rückkehrertag die Fühler aus. „Wenn alle hier ansässigen Unternehmen und Vereinigungen zusammenarbeiten, können wir für die Region viel herausholen“, ist sich Ellen Lösche sicher.

In den ersten zwei Stunden führte sie schon etliche Beratungsgespräche und sammelte Bewerbungsunterlagen von zahlreichen Besuchern ein. „Ein junger Mann beispielsweise lebt derzeit in Italien und möchte hier gerne eine Unternehmensnachfolge antreten. Wir wollen ihm jetzt bei der Suche nach dem richtigen Betrieb helfen“, erklärt sie.

Nebenan stehen Katja Heinrich und Thomas Schmidt von Kröger Medizintechnik. Beide waren Rückkehrer, die auswärts gesammeltes Wissen und ihre Erfahrung nun in der Heimat erfolgreich anwenden. „Ich bin aus Braunschweig zurück gekommen, weil ich meine Heimat und Familie vermisst habe“, sagt Katja Heinrich. Ihr Kollege stimmt zu: „Ich bin aus ähnlichen Gründen aus Berlin wieder hergezogen.“

Den Großstadttrubel vermissen beide nicht, ganz im Gegenteil. „Ich mag es, hier nicht reizüberflutet zu werden. Hier gibt es alles, was ich zum Glücklichsein brauche“, so Katja Heinrich. Und wenn doch einmal die Großstadt fehle, seien Berlin oder Dresden nicht weit weg. „In Elbe-Elster hat man gute Chancen, in eine erfolgreiche Zukunft zu starten. Das trifft nicht nur für Rückkehrer zu, sondern auch für Neuorientierer“, erklärt Thomas Schmidt.

Aus diesem Grund kam auch Maria Hohenfeld aus Herzberg nach Finsterwalde. „Ich habe zwar schon einen Job, doch es schadet nie, die Augen nach neuen und vielleicht besseren Angeboten offenzuhalten“, sagt sie. Interessante Angebote habe sie beispielsweise beim Oberstufenzentrum Elbe-Elster entdeckt. „Wir suchen dringend nach Lehrkräften. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Leute Lehrämtler sind oder in den Beruf quer einsteigen wollen“, erläutert Andrea Koppen vom OSZ und zeigt nur eine der vielen beruflichen Chancen auf, die sich an diesem Tag bieten.