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Freiwillige Feuerwehr Rückersdorf
Rückblick auf 43 Einsätze und ein großes Doppeljubiläum

Die Auszeichnung für 60 Jahre Treue Dienste an Karl Keilwagen (M.) übergaben der stellvertretende Ortswehrführer Enrico Barth (l.) und Ortwehrführer Guido Krause.
Die Auszeichnung für 60 Jahre Treue Dienste an Karl Keilwagen (M.) übergaben der stellvertretende Ortswehrführer Enrico Barth (l.) und Ortwehrführer Guido Krause. FOTO: Frank Reimann
Rückersdorf. Ein einsatz- und ereignisreiches Jahr 2017 liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr Rückersdorf, die dank guter Ausbildung Leben und Güter schützt. Von Frank Reimann

„Die Einsatzzeit betrug 43 Stunden und 28 Minuten, wobei die Kameradinnen und Kameraden insgesamt 599 Stunden und 55 Minuten, hauptsächlich bei technischen Hilfeleistungen, ihren Mann oder ihre Frau standen.“ Mit diesen Zahlen eröffnete am vergangenen Samstag Ortswehrführer Guido Krause die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Rückersdorf. Insgesamt wurde die Wehr im vergangenen Jahr 43 mal alarmiert. Zehnmal war sie zu Absicherungen und anderen Tätigkeiten im Dienst.

Dank des guten Ausbildungsstandes und der guten technischen Ausrüstung konnten auch im vergangenen Jahr alle Einsätze erfolgreich bewältigt werden. Besonders wichtig: Alle Kameradinnen und Kameraden kamen immer gesund und wohlbehalten wieder nach Hause. Um die Beherrschung der Technik und das Wissen über die Einsatztaktiken auf hohem Niveau zu behalten, wurden viele Stunden in die Aus- und Weiterbildung gesteckt. Diese Ausbildungen und Einsatzübungen werden seit Jahren gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Oppelhain durchgeführt. Durch die sehr gute Zusammenarbeit beider Wehren kann ein sehr hoher Stand der Ausbildung garantiert und die Einsatzbereitschaft bei jeder Alarmierung abgesichert werden.

Auf Amts- und Kreisebene nahmen die Kameradinnen und Kameraden aus Rückersdorf an insgesamt 47 Ausbildungen teil. Hinzu kommen noch die überörtlichen Ausbildungen. Zusätzlich findet jeweils montags die Schulung der Maschinisten statt.

Neben Einsätzen und Ausbildung gehört eine gute und intensive Öffentlichkeitsarbeit zum Alltag in der Wehr. So wurden wieder die Zamperleute bewirtet, Schulklassen durch das Gerätehaus geführt und die Kinder der Kita „Häschengrube“ sowie von der Grundschule bei verschiedenen Maßnahmen unterstützt. Zu Himmelfahrt wird regelmäßig ein Tag der offenen Tür durchgeführt. In enger Zusammenarbeit mit der Rückersdorfer Schützengilde werden alljährlich die Umzüge abgesichert und Mannschaften nehmen an Schießwettkämpfen teil.

Auf derzeit siebzehn Mitglieder in der Kinder- und Jugendfeuerwehr kann man in Rückersdorf stolz sein. Viel Zeit und Arbeit hat Jugendwart Cornell Manig in diese Aufgabe investiert. Tatkräftig zur Seite stehen ihm Enrico Barth, Stefanie Krause, Axel Polster und Florian Fröhn. Bei Veranstaltungen und Wettkämpfen zeigten die Kinder und Jugendlichen ihr Können und ihren Ausbildungsstand. So starteten je eine Mannschaft in der AK I und II beim Amtsausscheid der Jugendfeuerwehren in Rückersdorf. Die Jüngsten zeigten einen Aufbau des Löschangriffs nass mit der TS 3.

Zum Jahresende ist Cornell Manig aus persönlichen Gründen von seiner Funktion als Jugendwart zurückgetreten. Ihm wurde für die geleistete Arbeit in den vergangenen fünf Jahren gedankt. Den Staffelstab hat er an Florian Fröhn weitergegeben, welcher selbst in der Kinder- und Jugendfeuerwehr begonnen hatte und inzwischen Mitglied der aktiven Wehr ist.

Ein besonderer Höhepunkt im vergangenen Jahr waren gleich zwei Jubiläen. Die Freiwilligen Feuerwehr Rückersdorf konnte ihr 95-jähriges Bestehen feiern und die Jugendfeuerwehr blickte auf 25 Jahre zurück. Beide Höhepunkte  wurden am letzten Wochenende im September zünftig mit Einwohnern und Gästen gefeiert. Besonders freuten sich alle auf ein Wiedersehen mit den Partnerfeuerwehren aus Rückersdorf in Thüringen und Sachsen. Die Kameradinnen und Kameraden aus Kärnten/Österreich konnten dieses Mal leider nicht an der Feier teilnehmen.

Zwei besondere Ehrungen gab es rückwirkend für die Kameraden Karl Keilwagen und Günther Schimko. Beide halten bereits seit 60 Jahren der Rückersdorfer Wehr ihre Treue. Zu den zahlreichen Gästen bei der Jahreshauptversammlung gehörte auch Lothar Belger, Bürgermeister der Gemeinde Rückersdorf. Auch er hielt kurz Rückschau auf das vergangene Jahr. Dabei standen die drei Brückenbauprojekte, welche im Zuge der Modernisierung der Bahnstrecke notwendig waren, im Mittelpunkt. Er gab einen kurzen Ausblick auf das Jahr 2018 aus kommunalpolitischer Sicht. Besonders würdigte er das ehrenamtliche Engagement aller Mitglieder der Wehr. Als Anerkennung für ihre Arbeit wurden Enrico Barth, Cornell Manig und Pierre Keilwagen mit der Ehrennadel der Gemeinde Rückersdorf ausgezeichnet.

Als weiterer Gast wurde Landrat Christian Heinrich-Jaschinski begrüßt. Er ist als ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde selbst noch immer Mitglied in der Wehr. Auch er dankte den Kameradinnen und Kameraden für ihr engagiertes Wirken. Besonders hätte sich dies in den vergangenen Tagen gezeigt. Wie schnell und effektiv die Freiwilligen Feuerwehren des Landreises Elbe-Elster bei der Beseitigung der Schäden durch Sturmtief „Friederike“ gearbeitet haben, sei kaum zu beschreiben, betonte der Landrat und dankte dafür.

Die Kameradinnen und Kameraden ließen den Abend bei einem gemütlichen Beisammensein ausklingen.