„Ein Plus von fast 18 Prozent und das in zweieinhalb Monaten, da können auch noch alte Banker etwas von lernen“ , meinte dann auch Manfred Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Elbe-Elster, schmunzelnd, der gemeinsam mit René Stolpe, Spielbetreuer der Sparkasse, am gestrigen Vormittag den Gewinnern gratulierte.
Mit dabei waren auch Rainer Stolpe, der als Lehrer „Many Maker-DBT“ betreute, und der Schulleiter der Schönewalder Otto-Nagel-Gesamtschule, Dieter Anders. Diesen freute besonders, „dass die drei Jungen gezeigt haben, dass auch an Gesamtschulen eine ordentliche Arbeit gemacht wird, und die Schüler richtig etwas drauf haben.“ Dennoch sieht Anders den Sieg auch etwas wehmütig, die Gesamtschule in Schönewalde wird zum Ende des Schuljahres ihre Pforten schließen, die Schüler müssen dann zu anderen Schulen wechseln. Der Sieg der „Many Maker-DBT“ war also auch eine Art Abschiedsgeschenk für die Otto-Nagel-Gesamtschule, wie Benjamin Haupt, einer der Sieger, meinte.
Zum elften Mal hatte sich die Sparkasse Elbe-Elster an dem bundesweiten Planspiel Börse beteiligt, mitgemacht haben im Landkreis 140 Spielgruppen mit 650 Teilnehmern. Und obwohl David, Benjamin und Tobias 2004 zum ersten Mal dabei waren und sich „vorher eigentlich noch nie mit Geld oder Aktien näher beschäftigt haben“ , schafften sie es nicht nur das beste Ergebnis im Landkreis Elbe-Elster zu erzielen, sie waren sogar die beste Spielgruppe in ganz Brandenburg und das bei mehr als 20 000 Teilnehmern.
Als Landessieger werden die drei Schönewalder Schüler im März für vier Tage in die Finanzmetropole London reisen. Für alle eine doppelte Premiere, sie sind vorher noch nicht geflogen und waren auch noch nie in der englischen Hauptstadt. Dort wird dann nicht nur die Besichtigung des Tower auf dem Programm stehen, auch das Musical „Mamma Mia“ werden David, Benjamin und Tobias zusammen mit den Landessiegern aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt besuchen.
Konzentriert hatten sich die jungen Finanzexperten bei ihren Spekulationen vor allem auf so genannte Nebenwerte, wie etwa Aktien des Computerherstellers Apple. „Wir haben uns meist im Internet informiert“ , erzählte David Spindler. „Haben aber auch auf unser Bauchgefühl gehört.“ Welche Aktien gekauft oder verkauft werden sollten, das wurde diskutiert und dann ganz demokratisch per Abstimmung entschieden. Geholfen hat ihnen auch ihr Lehrer Rainer Stolpe, der als Betreuer zur Verfügung stand. „Wir haben uns im Unterricht mit dem Thema Geldverkehr und Finanzen intensiv beschäftigt“ , so Stolpe. „Aber viele Aktionen haben die Schüler dann selbstständig getätigt.“
Trotz ihres Erfolges am Aktienmarkt sehen David, Benjamin und Tobias ihre Zukunft „eigentlich nicht im Bankgewerbe.“ Zuerst wollen sie die Schule abschließen und dann „mal abwarten was kommt.“
In der kommenden Woche werden sie erst einmal zusammen mit den anderen Planspiel Börse-Teilnehmern des Landkreises Elbe-Elster in der Stadthalle Doberlug-Kirchhain bei der großen Börsenparty auf ihren Sieg anstoßen - natürlich mit alkoholfreien Cocktails.

Hintergrund und Ergebnisse Seit 22 Jahren bereits
 probieren sich Schüler und Auszubildende als „Nachwuchsbanker“ . Im Jahr 2004 haben insgesamt 41 365 Teams teilgenommen, darunter Spielgruppen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Lettland, Luxemburg, Spanien und Österreich. Allein in Brandenburg waren es rund 4 500 Teams mit 20 000 Teilnehmern.
Den zweiten Platz im Elbe-Elster-Bereich belegte das Team „EuroFighter“ , ebenfalls von der Gesamtschule Schönewalde. Es erzielte ein Ergebnis von 57 329,14 Euro. Dritter wurden die „3 sanis an der börse“ vom OSZ Elbe-Elster mit 56 821,83 Euro.