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Richters starten neu in altem Heizhaus

Hans-Ullrich Richter, Chef von Metallbau Gebrüder Richter, im alten Heizhaus und künftigem neuen Firmensitz im Gewerbepark "Langer Damm".
Hans-Ullrich Richter, Chef von Metallbau Gebrüder Richter, im alten Heizhaus und künftigem neuen Firmensitz im Gewerbepark "Langer Damm". FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde/Massen. Das Gewerbegebiet "Langer Damm" in Finsterwalde sieht neuen Ufern entgegen. Die Erschließung durch neue Verkehrsadern forciert die Entwicklung. Gabi Böttcher

Hans-Ullrich Richter gehört mit seiner Firma Metallbau Gebrüder Richter zu den ersten Neuansiedlern. Für ihn schließt sich ein Kreis, denn er kehrt mit seinem Unternehmen von Massen nach Finsterwalde zurück. Hier war es ihm im Jahr 2001 in seiner Werkstatt in der Leipziger Straße endgültig zu eng geworden. Ganz freiwillig geschieht der erneute Umzug allerdings nicht, denn in Massen ist der Metallbau-Firma im vor sechs Jahren erneuerten Mietvertrag kein Vorkaufsrecht mehr für die jetzt genutzte Halle eingeräumt worden. Der Nachbar Tube Technology Systems GmbH (TTS) will sie in sein Konzept einbeziehen und hat das Amt Kleine Elster auf seiner Seite.

Für Metallbauer Richter läuft der Mietvertrag zum 31. Dezember dieses Jahres aus. Ein Auge hatte Hans-Ullrich Richter schon seit Jahren auf das Gewerbegebiet am Langen Damm geworfen, vor allem auf das alte Heizhaus, das schließlich zum Favoriten für einen Umzug wurde. Inzwischen hat es die Firma von den Stadtwerken Finsterwalde erworben. Anfang März dieses Jahres ist die Baugenehmigung für ein daneben zu errichtendes neues Werkstattgebäude erteilt worden. Gegenwärtig laufen die Entkernungsarbeiten und der Umbau im Heizhaus, der Platz für die Bodenplatte des Neubaus ist erkennbar.

Ganz einerlei ist Hans-Ullrich Richter und seiner Ehefrau und zugleich kaufmännischen Geschäftsführerin Claudia der Kraftakt des Umzugs nicht. Als Handwerksbetrieb mit insgesamt fünf Mitarbeitern muss das bei laufendem Betrieb erst einmal gestemmt werden. Ganz zu schweigen von den Anstrengungen im Vorfeld, um den Weg für den Erwerb des Grundstückes und die Finanzierung zu ebnen. Im Jahr 2013 war Hans-Ullrich Richter erstmals an die Stadt und die Stadtwerke herangetreten und hatte sein Interesse am Heizhaus bekundet. Eine Antwort auf seine Bauvoranfrage habe es im Juli vorigen Jahres gegeben. Zu diesem Zeitpunkt konnte auch die Stadt die Zusage geben, ob die so wichtige neue Stichstraße gebaut werden kann, die von der südlichen Stadtkernentlastungsstraße abführt. Ohne sie wäre nichts zu machen gewesen, denn eine Zufahrt über die Anliegerstraße am Netto-Markt vorbei käme nicht in Betracht.

Nachdem inzwischen etwa 540 Tonnen Betonfläche und die Fundamente der ehemaligen Krananlage des früheren Kohle-Heizwerkes abgerissen und geschreddert und die Entkernung vorangeschritten ist, macht sich bei Richters Schritt für Schritt wieder Zuversicht breit. Beim Gang durch das Areal am Heizhaus ist auch schon so etwas wie Vorfreude zu spüren. Im September soll die neue Halle aufgestellt werden. Lager, Sozialräume und Büro werden im Altbau untergebracht. Die Produktion in der neuen Halle. Vater Hans und Onkel Rudolf, die die 1898 gegründete Firma im Jahr 1993 an Sohn beziehungsweise Neffe Hans-Ullrich übergeben hatten, würden sich über die Rückkehr nach Finsterwalde wohl freuen. Im kommenden Jahr - wenn Metallbau Gebrüder Richter den 120. Geburtstag feiert - dürften auch die Turbulenzen des nicht freiwilligen Umzugs in Ankunftsfreude umschlagen. Zur Arbeit können die Eheleute dann auf alle Fälle zu Fuß gehen.