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| 16:18 Uhr

Jahrzehnte drauf gewartet
Restauriertes Fenster ziert  Schloss Sallgast

 Bei der Übergabe des restaurierten Fensters im Schloss Sallgast: Amtsdirektor Gottfried Richter, Wolfgang Bauer, Glasermeister Jürgen Geßner, Bürgermeister Frank Tischer und Ortsvorsteher René Babben (v.l.)
Bei der Übergabe des restaurierten Fensters im Schloss Sallgast: Amtsdirektor Gottfried Richter, Wolfgang Bauer, Glasermeister Jürgen Geßner, Bürgermeister Frank Tischer und Ortsvorsteher René Babben (v.l.) FOTO: Gemeinde Sallgast
Sallgast. Die Scheiben sind endlich wieder fachgerecht hergestellt. Bei der Finanzierung half die Euros-Stiftung.

Das Schloss Sallgast ist seit wenigen Tagen um einen alten Hingucker reicher. Ein Fensterflügel mit wunderschöner Scheibe wurde fachgerecht wieder hergestellt und eingehängt.

Wolfgang Bauer vom Heimatverein Sallgast erzählt: „Keiner weiß mehr genau, wie und wann es passiert ist. Es könnte etwa Ende 1989 gewesen sein. Im Sallgaster Schloss befanden sich noch die HO-Gaststätte ,Parkrestaurant’ und eine bezirkliche Bildungseinrichtung eben jener Handelsorganisation (HO). Vielleicht war es ein Abschiedsabend kurz vor Auflösung dieser Schulungsstätte für Handels-Kader. Da könnte es passiert sein. Ein Teilnehmer soll beim Begehen der Treppe irgendwie über das Geländer genau hinein in eines jener Fenster gefallen sein, dessen Glasflächen mit Butzenscheiben und zehn farbigen Kabinettscheiben versehen einen besonderen Blickpunkt in der Diele des historischen Gebäudes bilden. Und die Scheiben eines Fensterflügels gingen zu Bruch.“

Damals sei der Flügel nur ausgehängt worden. Und das blieb auch über mehrere Jahre so. Bei der  Restaurierung des Schlosses 1999/2000 gab es einen ersten vergeblichen Versuch, das Fenster einer fachgerechten Reparatur und Restaurierung zuzuführen. Es scheiterte an der Finanzierung.

So dauerte es fast weitere zwanzig Jahre, bis sich die Möglichkeit endlich dafür auftat. Durch die Gemeinde, sie ist Eigentümerin des Schlosses, wurde die Euros-Stiftung, zu deren Zielen unter anderem die Förderung des Denkmalschutzes, der Heimatpflege und Heimatkunde gehört, um Unterstützung gebeten. Und von dort wurde bereits 2016 finanzielle Hilfe zugesagt. Doch es bedurfte einer längeren Vorbereitungszeit, um eine Verwirklichung fachgerecht abschließen zu können.

Vor wenigen Tagen wurde von der Firma Glasbau Jürgen Geßner aus Finsterwalde der wiederhergestellte Fensterflügel in alter Schönheit den Vertretern der Gemeinde übergeben und an seinem angestammten Platz eingebaut.

Über den Ursprung der Scheiben beider Fenster gibt es nur Vermutungen. Immerhin befinden sich innerhalb der Flächen aus Butzenscheiben  zehn farbige Kabinettscheiben. „Vier der Scheiben wurden eindeutig als Arbeiten nach Vorlagen von Albrecht Dürer identifiziert. Drei Scheiben sind vermutlich Stifterscheiben aus einer Kirche. Die zerstörte Scheibe war eine dieser Stifterscheiben. Das Alter derselben ist nicht belegt, aber von ihrem Aussehen her ins 17./18. Jahrhundert einzuordnen“, sagt Wolfgang Bauer.

Desto höher sei die fachliche Arbeit von Glasermeister Geßner anzuerkennen, denn beim Betrachten des Fensters sei absolut kein Unterschied im Aussehen der vorhandenen zur „nachgestalteten“ Scheibe zu erkennen, würdigt der Sallgaster Heimathistoriker

Die Gemeinde Sallgast dankt somit nicht nur dem Sponsor Euros-Stiftung, sondern auch dem Glaskünstler für die Wiederherstellung eines Schmuckstückes im Schloss Sallgast.

 Bei der Übergabe des restaurierten Fensters im Schloss Sallgast: Amtsdirektor Gottfried Richter, Wolfgang Bauer, Glasermeister Jürgen Geßner, Bürgermeister Frank Tischer und Ortsvorsteher René Babben (v.l.)
Bei der Übergabe des restaurierten Fensters im Schloss Sallgast: Amtsdirektor Gottfried Richter, Wolfgang Bauer, Glasermeister Jürgen Geßner, Bürgermeister Frank Tischer und Ortsvorsteher René Babben (v.l.) FOTO: Gemeinde Sallgast
(pm/leh)