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Rentner in Pechhütte leidet unter B 96-Umleitungsbau

Schlammschlacht in der Grünhauser Straße in Pechhütte. Dieter Mohs ist verzweifelt. Nach Regenfällen donnern Kieslaster durch den Schlamm …
Schlammschlacht in der Grünhauser Straße in Pechhütte. Dieter Mohs ist verzweifelt. Nach Regenfällen donnern Kieslaster durch den Schlamm … FOTO: gb
Finsterwalde/Pechhütte. Kieslaster setzen Haus in Grünhauser Straße unter Schlamm-Beschuss. Stadt macht Druck bei Verursacher und Verkehrsbehörde. Gabi Böttcher

In der Grünhauser Straße in Pechhütte steht Anwohner Dieter Mohs vor einem extrem schlammigen beziehungsweise staubigen Problem. Täglich passieren unzählige Lkw mit schwerer Ladung Kies für den Umleitungsbau der B 96 in Finsterwalde die unbefestigte Straße. Die Löcher darin sind teils so bedrohlich tief, dass Pkw-Fahrer ein Aufsitzen befürchten müssen. Peer Schädel, Anlieger in einem Seitenweg, hat schon einen Schaden an seinem Fahrzeug zu beklagen. "Ihm hat es die Schürze abgerissen", sagt Dieter Mohs. Nach ergiebigen Regenfällen in den zurückliegenden Tagen verwandelte sich die Straße in eine Schlammpiste. Der Dreck hat seine Spuren an Hausfassade und Fenstern hinterlassen.

Seit 2006 wohnt Dieter Mohs in dem Haus und genießt die Abgeschiedenheit. Doch was sich jetzt auf der Straße vor dem Haus abspielt, kann der 80-Jährige nicht einfach so hinnehmen. Mehrfach hat er sich bei der Stadtverwaltung in Finsterwalde zu Wort gemeldet und auf das Problem hingewiesen.

Ja, eine Mitarbeiterin der Abteilung Tiefbau habe sich unmittelbar nach Erhalt des Hinweises zunächst an den Landesbetrieb Straßenwesen gewandt, um das Tempo-30-Schild, das an der Straße vorhanden ist, freischneiden und säubern zu lassen. Auch auf die Verursacher dieser stark zugenommenen Transporte sei man zugegangen, heißt es aus dem Rathaus. Bei den Bauberatungen zur B 96 habe man auf den Zustand aufmerksam gemacht. "Der Verursacher sicherte daraufhin bei mehreren Nachfragen zu, dass er sich dem Problem widmen werde und gab an, die Kraftfahrer entsprechend belehrt zu haben. Daraufhin stellte sich jedoch keine Besserung ein", bestätigt die Pressesprecherin der Stadt, Paula Vogel.

Herr Mohs habe sich zwei weitere Male an Karsten Pinetzki in der Bauverwaltung gewandt, der daraufhin bei der Verkehrsbehörde des Landkreises Elbe-Elster eine Verkehrseinengung für den Bereich der Wohnbebauung in der Grünhauser Straße beantragte. "Sollte dem stattgegeben werden, wird die Stadt diesen Bereich der Straße künstlich mit Baken verengen, sodass die Straße nur in eine Richtung befahrbar ist und somit die Staub- und Lärmbelästigung von den zwei betroffenen Grundstücken abrückt", informiert die Stadt. Dass Mitarbeiter der Stadt auf die Anfrage von Dieter Mohs unmittelbar reagiert und versucht haben, eine schnelle und unkomplizierte Lösung zu finden, ist leider nach Auskunft des Rentners bis gestern ohne Erfolg geblieben. Eine schriftliche Anfrage der RUNDSCHAU beim Landesbetrieb Straßenwesen blieb bislang ohne Antwort. Für den 80-Jährigen stellt sich nunmehr dir Frage: Wer befreit mein Haus von dem Schmutz und was wird aus den schier unpassierbaren Löchern in der Straße?