ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:39 Uhr

Doberlug-Kirchhain
Arbeiten unter dem Rathausdach

 Daniel Blüthgen und Udo Jüttner (r.) vom Malerbetrieb Karsten Blüthgen aus Borken bei Herzberg arbeiten derzeit im Dachgeschoss des denkmalgeschützten Rathauses Doberlug-Kirchhain.
Daniel Blüthgen und Udo Jüttner (r.) vom Malerbetrieb Karsten Blüthgen aus Borken bei Herzberg arbeiten derzeit im Dachgeschoss des denkmalgeschützten Rathauses Doberlug-Kirchhain. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Das Rathaus Doberlug-Kirchhain ist eines der attraktivsten Gebäude der Kloster- und Gerberstadt. Was für die Ansicht uneingeschränkt gilt, braucht im Innern noch einige Anstrengungen. Das aber geht nur Schritt für Schritt. Von Heike Lehmann

Im denkmalgeschützten Haus am Markt 8, Sitz der Stadtverwaltung, knarren nicht nur die Dielen und hölzernen Treppen. Seit Jahren wird diskutiert, wie das Innere des historischen Rathauses den heutigen Erfordernissen angepasst werden kann. Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Service sind das Ziel, Brandschutz, Arbeitsschutz, energetische Ertüchtigung und nicht zuletzt Barrierefreiheit die Erfordernisse. Zudem sollen perspektivisch alle Verwaltungsmitarbeiter endlich unter einem Dach Platz finden. Noch gibt es die Außenstelle für das Ordnungsamt am Markt 20. Nicht gerade optimal.

„Grundlage für Entscheidungen und den Fortgang der Arbeiten ist  das Konzept von Planer Gerd Nestler aus Finsterwalde, das den Stadtverordneten Ende 2017 vorgestellt wurde“, sagt  Kerstin Stahl, Fachbereichsleiterin Bauen und Erhalten. Doch eine konzentrierte Innensanierung in nur einem Ritt scheint nicht in greifbarer Nähe zu sein. Es bleibt bei der schrittweisen Renovierung einzelner Bereiche.

Um dem Ziel dennoch näher zu kommen, ist ein kleines Räumchen-wechsel-dich notwendig. Seit Oktober werden im Dachgeschoss drei Büros für den Zentralen Service hergerichtet. 66 000 Euro sind dafür eingeplant – ausschließlich Mittel aus dem eigenen Haushalt. Sieben Arbeitsplätze mit vernünftigen Arbeitsbedingungen entstehen. „Es werden eine neue Dämmung eingebaut, der Fußboden repariert, die Wände verkleidet. Elektroleitungen werden erneuert und Heizungen angepasst“, heißt es im Bauamt. Schon jetzt wirkt alles geräumiger und heller als vorher. Momentan gehen dort Mitarbeiter vom Malerbetrieb Karsten Blüthgen ihrem Gewerk nach. Ende Februar werden die neuen Möbel geliefert. Dann folgt der Umzug und für Jana Lange, Leiterin Zentraler Service, die ersehnte räumliche Zusammenführung ihrer Abteilung.

Die Arbeiten erfolgen bei laufendem Betrieb. „Einschränkungen für Rathausbesucher gab es aber kaum. Lärm und Staub hielten sich in erträglichem Maß. Nur unsere Reinigungskraft hatte in den letzten Wochen mehr Aufwand“, sagt Kerstin Stahl.

Der Umzug vom Zentralen Service schafft dann Luft im ersten Obergeschoss für weitere Bürowechsel,  damit im Erdgeschoss – angrenzend an den 2011 neu eröffneten  Bürgerservicebereich – Platz wird für das Ordnungswesen mit starkem Besucherverkehr. „Wenn die Stadtverordneten den Haushalt für 2019 mit Geldern dafür beschließen, könnte der Umzug vom Markt 20 noch in diesem Jahr über die Bühne gehen“, hofft Enrico Dieke vom Finanz- und Liegenschaftsservice.

Dann aber sind die Möglichkeiten, die Renovierungen bieten, nahezu ausgereizt. Um Barrierefreiheit zu schaffen, sind größere Eingriffe ins Gebäude notwendig. Mittig könnte das Rathaus einen Aufzug bekommen. „Das wird sich wohl jetzt noch einige Zeit hinziehen, weil andere Baustellen dringender sind“, räumt Kerstin Stahl ein. Auch die angedachte öffentliche Toilettenanlage im Rathaus muss warten. Dringlichkeit bekommen 2019 der notwendige Schulanbau und der Hortneubau. „Planungsgespräche für eine integrierte Hort/Schullösung laufen“, hatte Bürgermeister Bodo Broszinski beim Neujahrsempfang verkündet. Und noch ist nicht klar, wie viel die Stadt berappen muss, wenn die Bahn ihre Brücken im Stadtgebiet erneuert.