Kleine Sternstunde im Naturschutz

Das bringt Pep in die Landschaft

Begeistert von der entstehenden Elsterwiesenschleife zwischen Schadewitz und Prestewitz sind Vertreter der Genehmigungsbehörde, vom Naturschutz, der Gewässerunterhaltung und vom Naturpark. Der Fluss bekommt wieder mehr Natürlichkeit. Bauherr ist die Flächenagentur Brandenburg GmbH. FOTO: Heike Lehmann

Schadewitz. Zwischen Schadewitz und Prestewitz entstehen zwei neue Flussschleifen für die Kleine Elster.

Ein Roter Milan zieht seine Kreise am strahlenden Sommerhimmel. Eine Schwanenfamilie ruht am Ufer der Kleinen Elster. Idylle pur bietet die Landschaft zwischen Schadewitz und Prestewitz. Genau dort bekommt die Kleine Elster nun ein Stück ihrer Natur zurück. Die Meli Bau GmbH Herzberg baut die Elsterwiesenschleife. Auch die Saarschleife soll noch in diesem Jahr entstehen. Geplant hat die Ingenieurgemeinschaft WTU GmbH aus Bad Liebenwerda.

Am Unterlauf der Kleinen Elster frisst sich in der Gemarkung Uebigau-Wahrenbrück seit Anfang August wieder der Bagger in die Erde und bereitet dem Fluss ein neues Bett. Das Gerinne ist fast vollständig profiliert. In der Mitte entsteht eine Insel, um die sich das Wasser später herumschlängelt. Sie bleibt als Sukzessionsfläche dann dem natürlichen Lauf überlassen.

Gebaut wird mit der Elsterwiesenschleife die zehnte Flussschleife eines ehrgeizigen und vielbeachteten Renaturierungsprojekts von der Stiftung Naturschutzfonds. Die Flächenagentur Brandenburg GmbH ist Bauherr. Finanziert werden die Bauarbeiten vom Landesamt für Umwelt sowie von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg wiederum zum großen Teil als Ausgleichsmaßnahme für landschaftliche Eingriffe. Die Elsterwiesenschleife wird 210 Meter lang und damit eine der größten wiederhergestellten Schleifen. „Die Saarschleife soll 185 Meter lang werden, aber nicht so stark mäandriert“, sagt Birgit Groth von der Flächenagentur.

Schnurgerade zerteilte die Kleine Elster zwischen Doberlug-Kirchhain und Bad Liebenwerda vor Jahren die Landschaft. Ihre Ufer wirkten eintönig und leblos. Auch hier bei Schadewitz und Thalberg. Wegen der Bergbau-Senkungswässer wurde der Fluss teilweise bis auf zwölf Meter verbreitert und weithin begradigt. Mit der Renaturierung gibt man ihm seit mehr als zehn Jahren zurück, wessen er in den 1970er-Jahren beraubt wurde: Natürlichkeit und Artenreichtum. Ziel ist auch die nachhaltige Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes. Denn mit den Tagebauen schwindet auch das Wasser wieder.

Bau- und Fachleute überzeugten sich jetzt vom Baufortschritt. Erste Strukturelemente im künftigen Flussbett sind eingebaut. Sie sollen die Fließgeschwindigkeiten erhöhen und für Strömungen sorgen, aber auch Fischen sowie Kleingetier Unterschlupf geben. „Natur entwickelt sich schnell, denn Wasser ist Transportmittel für Samen und Anziehungspunkt für Tiere“, sagt Sascha Uebner von der oberen Wasserbehörde in Cottbus. Er ist der „Genehmiger“ im Planungsverfahren und überzeugt von dem, was er sieht. „Das wird kein Park, es ist etwas Natürliches, was Veränderungen unterworfen sein wird. Das bringt Pep für die Landschaft.“ Der Erfolg liege hier in der guten Zusammenarbeit.

Lars Thielemann, Chef vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, freut sich, dass ein solches Projekt „in unserer Region gelingen kann. Anderswo braucht man zehn bis 15 Jahre Planung, bevor es losgeht.“ Er wünscht sich: „Wir hätten gerne noch mehr davon. Einfach weitermachen.“ Doch das steht und fällt mit der Finanzierung, sagt Birgit Groth.