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| 21:00 Uhr

62. Kultur- und Heimatfest Sonnewalde
Regionale Schätze wie an einer Perlenschnur

Pfingstfest in Sonnewalde FOTO: Jana Zadow-Dorr
Sonnewalde. Vier Tage lang standen das Schloss samt Schlosspark in Sonnewalde im Mittelpunkt unzähliger Besucher: Es lockten Kultur, Musik, Sport und ganz viel Spaß. Und erstmalig überhaupt ein Regionalmarkt Elbe-Elster, welcher nun durch den Landkreis ziehen wird. Von Jana Zadow-Dorr

Das Thema Regionalität zog sich konsequent wie ein roter Faden durch alle vier Festtage in Sonnewalde. Die Organisatoren setzten auf Marken von „hier“ und ernteten dafür reichlich und durchweg zufriedene Besucher. Ganz nach Schlossmanier warteten Schätze aller Art darauf, von den Kleinsten über die Jugend bis zu den Ältesten entdeckt zu werden.

Bereits zum zehnten Mal stand der Freitagabend im Zeichen des „Elbe-Elster-Talentcontest“. Sechs Nachwuchsbands rockten die Bühne, „The Heartbreakers“ aus Finsterwalde gewannen die Herzen der Zuschauer und damit den ersten Platz. Ortsvorsteher Axel Große: „Da legen wir großen Wert darauf, dass sich die Region wiederfindet.“ Er hat zwar kaum noch Stimme, wird aber nicht müde, von allen Akteuren des Festes zu schwärmen. 

Bierolympiade mit Spaßgarantie

Gaudi ohne Ende boten der raffiniert im Schlossgelände aufgeteilte Vergnügungspark sowie am Sonntag die 5. Brandenburger Bierolympiade. Unter der „gestrengen“ Leitung des Finsterwalder Braumeisters Markus Klosterhoff absolvierten das Team „Jürgen“ als Titelverteidiger und das erstmals teilnehmende Team „Oppitz“ fünf (Sport)Spiele rund ums Bier. Ob beim „Ringeln“ ohne Bodenkontakt um eine Bierbank, Umstapeln von Flaschen per Fuß, mannschaftlichem Weizenbiertrinken um die Wette, Bierkistenstapeln oder Maßkrugstemmen – die Jungs und Mädels boten eine filmreife Show. Die fünf Jungs vom Team „Jürgen“ holten sich wiederum den olympischen Sieg und werden mit Familie und Freunden das Sieger-Fass im Brauhaus Finsterwalde genießen. 

Regionalmarkt erfolgreiche Netzwerkarbeit

Erstmals gab es zum Pfingstfest in Sonnewalde einen Regionalmarkt. Er wurde gut angenommen.
Erstmals gab es zum Pfingstfest in Sonnewalde einen Regionalmarkt. Er wurde gut angenommen. FOTO: Jana Zadow-Dorr

 Pfingstsonntag und -montag begann das Entdecken von Schätzen bereits vor dem Festgelände: Der erste Regionalmarkt Elbe-Elster öffnete dort seine Stände. In Zusammenarbeit mit „pro agro“, dem Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V., reihten sich wie eine Perlenschnur die Anbieter aus der Region. Beim Tourismusverband gab es die attraktiven Ausflugsziele im Landkreis und Umgebung für jeden Geschmack. Beim Museumsverbund wurde die Schatzsuche ganz wörtlich genommen und der „Kulturschatz-Sucher“ in Ergänzung zum erweiterten „Luther Pass“ an Kind, Mann und Frau gebracht. Attraktiv verpackt, können die Besucher nun „ihre“ persönlichen Diamanten fördern und ihr/unser Land aus einer ganz neuen Perspektive kennenlernen.

 Die „Brandenburger Bierstraße“ einschließlich kooperierender Produktanbieter aus der Heimat, das Weingut Gunter Schurig aus Lausitz bei Bad Liebenwerda, der Finsterwalder Onlinehandel „soreegio“, die Niederlausitzer Heidemanufaktur aus Hohenleipisch, der Spargelhof Sallgast, die Teichwirtschaft Hammermühle und die Bäckerei Bubner aus Doberlug-Kirchhain sowie die Fleischerei Baehr aus Herzberg bewiesen allesamt, dass regionale Köstlichkeiten eine verblüffende Entdeckung für Gaumen und alle Sinne sind.

 Ein mobiles Kochstudio krönte im wahrsten Sinne des Wortes den Regionalmarkt. Hier kombinierte Chefkoch Frank Bansener aus der Brauerei Finsterwalde die beliebte Pizza mit Treberteig und … Spargel! Skeptisch blickten beispielsweise die Schwestern Anja und Kerstin auf das ihnen angebotene Stück. Aber: „Wir sind absolut überrascht, wie lecker die Spargelpizza geschmeckt hat!“

Die Schwestern selbst sind geradezu ein Paradebeispiel für die Besucher, die mit dem Kultur- und Heimatfest angesprochen werden sollen: Die eine nach wie vor in Sonnewalde lebend, die andere in Hannover arbeitend. Dennoch gehört das Fest zu Pfingsten in ihrer Stadt zum Pflichttermin. Das neue Angebot des Regionalmarktes war dabei eine angenehme Zugabe.

 Auch Felix Freitag lobt diesen ersten Regionalmarkt: „Ich finde das so wichtig, dass sich die Leute hier auf ihre eigenen Stärken besinnen! Noch viel mehr Kleinanbieter sollten den Mut haben, sich und ihre Produkte zu präsentieren. Wir haben so viel Potenzial!“ Der Onlinehandel „soreegio“ hat es da in seinem Leitspruch sehr passend aufgeschrieben: „Genuss von hier, den gönn ich mir.“

 Der Regionalmarkt in dieser neuen, durchgestalteten Form bis hin zu den gleich konstruierten Ständen war in Sonnewalde ein erster Testlauf, wie Uwe Oppitz, Geschäftsführer der Oppitz Dienstleistungen und Brauhaus GmbH, am Rande verriet. Seit fünf Jahren wird der Ortsbeirat beim Sonnewalder Pfingstfest durch die Oppitz Brauhaus GmbH maßgeblich unterstützt. Jedes Jahr sitzen alle Verantwortlichen nach dem Fest zusammen und überlegen, was im nächsten Jahr anders gestaltet werden könnte. „Hier hat wieder einmal das Netzwerk funktioniert und wir bekamen den Landkreis einschließlich Tourismusverband Elbe-Elster sowie ‚pro agro‘ an einen Tisch. Dabei entwarfen wir diese Idee des Regionalmarktes.“ Landrat Christian Heinrich-Jaschinski persönlich überzeugte sich am Montag von der guten Idee. Oder wären Sie von sich aus schon mal auf die Idee gekommen, einen Brotaufstrich aus Löwenzahn-Limette zu probieren? Die Reporterin nicht und entdeckte prompt beim nächsten Frühstück ein neues Schätzchen.

Pfingstfest in Sonnewalde FOTO: Jana Zadow-Dorr