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"reFORMationen" - Der Blick des Künstlers

Die Doberluger Künstlerin Catrin Große mit zwei ihrer Ausstellungsobjekte zu "reFORMationen".
Die Doberluger Künstlerin Catrin Große mit zwei ihrer Ausstellungsobjekte zu "reFORMationen". FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Die 11. Ausstellung der bildenden Künstler des Landkreises Elbe-Elster und Gäste wird am Sonntag eröffnet – zum zweiten Mal im Schloss Doberlug. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Heike Lehmann

Während im Museum Schloss Doberlug gestern bereits die ersten Stellwände aufgerichtet wurden, um bis Sonntag die Kunst zum Thema Reformation anbringen zu können, sind die Künstler zum Teil noch mitten in der Arbeit an ihren Exponaten. Catrin Große, die ihr Atelier auf dem Schlossareal hat, will bis Sonntag noch eine Installation anfertigen. Die Idee ist im Kopf: "Was Luther mit dieser Kirche tat" - sie muss "nur" noch umgesetzt werden. Hauptsächlich aber hat sich die Doberluger Künstlerin mit Kruzifixen beschäftigt - mit durchaus provokativen Resultaten wie jenes aus Keramik, das einem Buddha am Kreuze gleicht und den Titel trägt "Wer kennt ihn schon?".

Im Reformationsjahr kommt das Land zwischen Elbe und Elster, wo die neue Lehre Luthers besonders zeitig gepredigt wurde und der Reformator viele Orte persönlich bereist hat, am künstlerischen Blickwinkel auf das 500. Jubiläum des Thesenanschlags nicht vorbei. Altbewährtes, Wandel, Neuanfang, Umformung - vieles steckt im gemeinsam gewählten Ausstellungstitel "reFORMationen". Seit 1997 werden alle zwei Jahre Künstler aus dem Elbe-Elster-Kreis sowie Gastkünstler unter der Regie des Kulturamtes vom Landkreis Elbe-Elster thematisch zusammengeführt. Als eigenständige Reihe in dieser Regelmäßigkeit ist das eine Besonderheit im Land Brandenburg. Paul Böckelmann aus Altenau, der in diesem Jahr gemeinsam mit Ararat Haydeyan aus Elsterwerda die Ausstellung kuratiert, sagt: "Es ist eine der letzten Sachen in Brandenburg, wo ein Landkreis die Finanzierung stemmt und die bildende Kunst nicht verrecken lässt." Für Catrin Große ist es ein Termin, "bei dem man das Gefühl hat, dass man gebraucht und geschätzt wird", wie sie sagt.

Neben Gastkünstlern aus dem Märkischen Kreis, dem polnischen Naklo und Wrexham in Großbritannien wurden in diesem Jahr weitere Künstler aus Teltow-Fläming, Nordsachsen und Sachsen-Anhalt eingeladen. "26 Künstler aus sieben Regionen werden ihre Sicht auf das Weltereignis Reformation präsentieren", verkündet Kulturamtsleiter Andreas Pöschl stolz. Allein 15 Künstler sind im Elbe-Elster-Kreis beheimatet.

Das Museum Schloss Doberlug bietet ihnen dazu nach 2015 zum zweiten Mal den angemessenen Rahmen. Der Ausstellungsort selbst verdankt übrigens sein Entstehen der Reformation: Auf den Überresten des ehemaligen Klosters Dobrilugk ließen die Wettiner ein Jagdschloss errichten, das seine Gäste heute wieder glanzvoll restauriert begrüßt. Im Erdgeschoss und in mehreren Räumen des 1. Obergeschosses werden die "reFORMationen", die Malereien, Grafiken, Plastiken, Installationen, die Glas- und Schmuckgestaltungen zu sehen sein. Dabei sind die Künstler selbst gespannt auf die Werke ihrer Kollegen. Das unterstreicht Catrin Große. "Die Sicht der anderen ist anregend und überraschend. Man ist richtig neugierig, was entsteht - sowohl bei einem selbst, als auch bei den anderen", sagt sie. Mit der Reformation habe sie sich "richtig schwer getan", gibt sie zu, glaubt aber, dass das bei den anderen ähnlich war. Paul Böckelmann hingegen hat sich ein Jahr lang in Vorbereitung auf eine eigene Ausstellung mit weiteren Künstlern in der Altenauer Galerie intensiv mit der Reformation auseinandergesetzt. Für die EE-Kunst fielen dabei Ideen ab. Seine Frau E.R.N.A. greift unter anderem auf eine ältere Arbeit, ein Triptychon von 1989 zum Thema, zurück. Installationen kommen von Rosemarie Böhmchen aus Finsterwalde und Angela Willeke aus Werenzhain. So viel weiß Böckelmann schon. Der Rest wird auch ihn und Künstlerkollege Ararat Haydeyan überraschen. "Wir haben genug Platz im Schloss, um allen angemessen Raum zu geben", ist er sich sicher.

Die 11. Ausstellung von bildenden Künstlern des Landkreises Elbe-Elster und Gästen wird am Sonntag, 19. März, um 15 Uhr im Refektorium am Schloss Doberlug eröffnet. Ab dem 21. März bis zum 2. Juli ist sie dann geöffnet. Ihre Vorgänger haben jeweils um die 2000 Besucher angelockt, sagt der Kulturamtsleiter.