| 02:42 Uhr

Reformation und ihre Prägung durch den Zeitgeist

Doberlug-Kirchhain. Mit "Die Auflösung des Klosters Dobrilugk und die Reformationsfeierlichkeiten der Moderne" haben Felix Engel und Johannes Glander von der Universität Potsdam ihren Vortrag am Dienstag, 8. August, innerhalb der Klostermusikreihe betitelt. pm/leh

Die Reformation traf viele Klöster und ihr Personal hart. Über Jahrhunderte tradierte Sicherheiten wurden innerhalb kürzester Zeit erschüttert. Aber was ist ein Mönch ohne Kloster? Wie finanziert er seinen Alltag? Gelingt es ihm, sich in den neuen Strukturen zurechtzufinden?

Eine sicherlich nicht alltägliche, dafür aber umso abenteuerlichere Form, dieser Zäsur zu begegnen, finden man im Zuge der Auflösung des Klosters Dobrilugk. Im Mittelpunkt agierte hierbei der Abt Heinrich Monch von Merzkirchen, der laut den Görlitzer Stadtannalen als ein "vorreterisch diebe" mit allerlei Klosterschätzen 1534 floh und sein Schicksal aus den Händen Gottes in die eigenen nahm…

Der Einführung der Reformation ist in den nachfolgenden Jahrhunderten meist zu runden Jubiläen mit großem Aufwand gedacht worden. Wie viel Zeitgeistigkeit dabei eine Rolle spielte, offenbaren vor allem die Reformationsfeierlichkeiten unter der nationalsozialistischen Herrschaft. So wurde vom 4. bis zum 6. November 1939 die vierhundertjährige Wiederkehr der Konversion des Abtes Nikolaus Thieme auch unter politischer Bezugnahme begangen. Und den eingeplanten Hauptredner Bischof Otto Zänker hatten die Nationalsozialisten wegen seiner Nähe zur oppositionellen Bekennenden Kirche mit einem Auftrittsverbot belegt.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Am Ausgang werden Spenden für die Unkosten gesammelt.

8. August, 19 Uhr, Klosterkirche Doberlug