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Ray Wilson ist Star des Abends unterm liegenden Eifelturm

750 Gäste lassen sich in Lichterfeld auf dem Klangteppich des Frontmanns der Rockgiganten "Genesis" und seiner Band nieder.
750 Gäste lassen sich in Lichterfeld auf dem Klangteppich des Frontmanns der Rockgiganten "Genesis" und seiner Band nieder. FOTO: top1
Lichterfeld. Ray Wilson, charismatischer Sänger und Frontmann der Rockgiganten "Genesis" und Nachfolger von Phil Collins, hat schon viele große Konzerte auf allen Kontinenten gespielt und ist eigentlich schwer zu überraschen. Letzten Samstag betrat er Punkt 20 Uhr die Bühne am Fuße der F 60 in Lichterfeld und zeigte sich dennoch stark beeindruckt von diesem einzigartigen Platz am "liegenden Eiffelturm". Torsten Pötzsch/top1

"A very strange location", so seine kurze Begrüßung und sein Einstieg in den Konzertabend.

In den 90ern setzte Genesis Meilensteine in der Rock- und Popgeschichte. Bei seiner Tour zu seinem 20-jährigen Bandjubiläum kommt Ray Wilson nun mit neuen Arrangements der größten Hits der Supergruppe zurück, aber auch mit Stücken aus seiner Zeit bei "Stiltskin" und mit eigenen Solostücken. "Genesis Classics", so der Name seines Projekts und Unterstützung fand er bei den Musikern des Berliner Symphony Ensembles.

Doch der Wiedererkennungswert ging nie verloren, "Genesis" war allgegenwärtig. Insgesamt standen neun Musiker auf der Bühne, die völlig unaufgeregt, doch mit viel Leidenschaft und handwerklichem Können, sich an den Stücken abarbeiteten. Das Publikum bestand größtenteils aus Gästen, die mit "Genesis" groß geworden sind, die ihre Jugend prägten, entsprechend groß war die Textsicherheit. Zum Tanzen eigneten sich die wenigsten Titel, doch da, wo es möglich war, wurde die Gelegenheit auch genutzt, was bei Klassic-Projekten nicht unbedingt an der Tagesordnung ist. Immer wieder blitzte die stimmliche Brillanz Ray Wilsons auf, besonders, wenn er nur durch ein Instrument begleitet wurde. Er war unbestritten der Star des Abends, gab sich aber völlig natürlich und publikumsnah. Eine Autogrammstunde nach dem Konzert, bei der man ihm ganz nah sein konnte, rundete den Konzertabend ab.

Am Ende waren alle zufrieden. Die Musiker, weil sie an diesem außergewöhnlichen Ort spielen durften, das Publikum, weil es einem Star seiner Jugend so nah sein durfte und die Veranstalter, weil alles völlig problemfrei über die Bühne ging. 680 Karten gingen im Vorverkauf weg, 70 nochmals an der Abendkasse. "Damit sind wir zufrieden, denn es lag im Bereich unserer Erwartungen. Natürlich hätten wir uns gefreut, wenn noch mehr den Weg an und unter die F 60 gefunden hätten, denn wir verfügen hier über ausreichend Platz", so Thomas Fröbe, Chef der THF Events aus Magdeburg. Seit vier Jahren gibt es eine erfolgreiche Kooperation mit der F 60 concept GmbH, allen voran mit Andre Speri.

Schon oft hatte man an der F 60 bei Großveranstaltungen Pech mit dem Wetter. Diesmal spielte Petrus mit und es wurde ein laues und launiges Sommerabendkonzert, von dem sicherlich viele noch lange zehren werden. "Natürlich hatte wir immer wieder große Sorge", erklärte Thomas Fröbe "wir hatten die Bühne vorsorglich zusätzlich gesichert und waren für alle Fälle gewappnet."

Zwei Mal eine Stunde stand Ray Wilson mit seiner Band auf der Bühne, dann gab es noch etwas Fanpflege und schon war wieder alles vorbei. Die Pyrogames sind nun das nächste Großprojekt von Speri und Fröbe.