Seit dem 26. Mai hat die ortsansässige Bauunternehmerfamilie Röder der Kunst in ihrem Hause Vorrang gewährt und neugierige Besucher durch Erd- und Obergeschoss wandeln lassen. Jetzt folgt der Endspurt auf dem Weg zum gastlichen Haus. Schon ab Oktober gibt es reichliche Buchungen. Im hinteren Gebäude für Bed & Bike-Gäste werkeln momentan die Maler, Fliesenleger und Installateure. Im nächsten Jahr sind auch dort erste Gäste willkommen. Unter anderem haben die Wiener Sängerknaben angefragt, die sowohl Vorder- als auch Hinterhaus bräuchten. Viele Anfragen kommen aber auch schon über die Touristinformation in Doberlug.

Im 2. Obergeschoss des historischen Rautenstocks werden neun Zimmer stilvoll hergerichtet. So manches Gefecht haben Röders diesbezüglich schon geführt. "Heiße Diskussionen hat es mit der Denkmalbehörde gegeben, weil die Wände nur verputzt werden sollten", erinnern sie sich. "Dann haben wir fast ein halbes Jahr nur Tapeten gesichtet und in Berlin schließlich gefunden, was wir uns vorgestellt hatten. Wir haben uns an den Originalfarben orientiert und nun sind alle begeistert", sagt Karin Röder.

Vieles was in den nächsten Wochen im Haus seinen Platz finden wird, ist extra angefertigt, wie zum Beispiel die Möbel im Chippendale-Stil, die Fliesen aus einer Berliner Handmanufaktur und das Porzellan für das ganze Haus. In den Gesellschaftsräumen im 1. Obergeschoss werden gar Möbel aus dem legendären Berliner Hotel Adlon stehen. Wenn auch "nur" Stücke, die Röders vom Filmset des erfolgreichen Fernseh-Dreiteilers "Hotel Adlon" erworben haben. "Dazu gehören eine Couchgarnitur, Sessel, Schreibtisch und Vitrinen", zählt Werner Röder auf.

Das Café im Erdgeschoss wird Wiener Charme verströmen - allerdings frühestens zum Jahresende. Die Suche nach einem Betreiber war nicht von Erfolg gekrönt. Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen. "Wir werden es wohl selbst machen, brauchen allerdings einen Konditor oder eine Konditorin und Servicekräfte", sagt Karin Röder, deren Familie in Wittenberg erfolgreich das Ausflugslokal ,Hohe Mühle' betrieben hat. Sie übrigens hat sich für den Rautenstock ein halbes Jahr lang zum Qualitätscoach fortgebildet und mit Zertifikat von der Tourismusakademie Brandenburg abgeschlossen.

Doch nicht nur Übernachtungsgäste sind scharf auf den Rautenstock. "Wir hätten innerhalb von vier Wochen komplett verkaufen können. Es haben sich Kaufinteressenten aus der ganzen Welt gemeldet und sehr verlockende Angebote unterbreitet", so Werner Röder. "Aber wir hängen inzwischen dran, sind mit der Aufgabe gewachsen und haben auch immer Rückenhalt von der Stadt gehabt", begründet er, warum die Familie so engagiert weitermacht.