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Innensanierung
Rathaus ist nicht mehr zeitgemäß

Von außen topp und innen? Das Doberlug-Kirchhainer Rathaus muss dringend auch innen der Zeit angepasst werden.
Von außen topp und innen? Das Doberlug-Kirchhainer Rathaus muss dringend auch innen der Zeit angepasst werden. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Der Grundsatz zur Innensanierung des denkmalgeschützten Gebäudes am Markt in Doberlug-Kirchhain ist unumstritten. Abgeordnete wünschen sich aber mehr Details. Heike Lehmann

Das Rathaus am Kirchhainer Markt, Sitz der Stadtverwaltung, ist eines der markanten, denkmalgeschützten Gebäude in der Kloster- und Gerberstadt. Es macht dank der Außenhüllensanierung zu Beginn der 1990er-Jahre etwas her, ist deshalb ein beliebtes Fotomotiv. Sanierung von Dach, Fassade, Fenster, Eingangstüren und Trockenlegung erfolgten unter Auflagen der unteren Denkmalschutzbehörde.

Im Innern aber scheint an vielen Stellen die Zeit stehen geblieben. Seit Jahren wird dennoch versucht, das Haus Schritt für Schritt sowohl für die Besucher als auch die Mitarbeiter freundlicher zu gestalten. Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Service sind das Ziel. Eine große Sanierung aber fiel bisher dem Rotstift zum Opfer. Stattdessen gab es meist nur Instandhaltung und Renovierung. Lediglich ein modernes Bürgerservicebüro entstand 2010/11 im Erdgeschoss.

Kleckern reicht aber nicht mehr, weil auch die technische Infrastruktur im Haus längst nicht mehr zeitgemäß ist. Brandenburgisches Baurecht, Brandschutzgründe, arbeitsschutzrechtliche und energetische Gründe, die Forderung nach Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden zwingen zum Handeln.

Deshalb schlägt die Verwaltung eine Gesamtinnensanierung in nur einem Bauabschnitt vor, "um die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten", so Fachbereichsleiterin Kerstin Stahl. Die Gesamtausgaben werden mit etwa 1,8 Millionen Euro angegeben. Eine öffentliche Ausschreibung der notwendigen Planungsleistung sei bereits erfolgt. Gebaut werden könnte dann im Zeitraum 2018 bis 2020. Mit mehr Bürofläche gäbe es die Chance, alle Fachabteilungen endlich unter einem Dach zu vereinen. Kosten für die Außenstelle im Markt 20 würden sich erübrigen.

Für diesen Ansatz gab es vom Grunde her breite Zustimmung in der jüngsten Sitzung vom Haupt- und Finanzausschuss. Klaus Rippe (WBU-LUN) erkundigte sich, wie die Verwaltung in dieser Phase arbeiten wird. Kerstin Stahl: "Während der komplexen Sanierung könnten Räume im Markt 20, im Schloss und angekaufte Container genutzt werden, um die Funktionalität zu gewährleisten. Uwe Roland erklärte für die CDU-Fraktion, die Maßnahme in einem Bauabschnitt ausdrücklich zu befürworten. Er möchte aber die Kosten unterlegt haben und wünscht sich ein Durchführungskonzept. Seinen Antrag, die Beschlussvorlage noch einmal in die Fachausschüsse zu rückzuverweisen, zog er zurück, nachdem Klaus Rippe eingewandt hatte, dass es vorerst um einen Grundsatzbeschluss geht. "Der Planer wird die Kosten schätzen und einen Bauablaufplan erstellen, der im Bauausschuss diskutiert werden kann", so Rippe. "Mehr Details" forderte auch Lutz Kilian (SPD/FDP). Kerstin Stahl bot an, dass die Unterlagen gern noch einmal ausgereicht werden können. "Den Abgeordneten liegt bereits der Sanierungsentwurf aller drei Etagen des Rathauses mit Nachweis der Einordnung der einzelnen Fachbereiche vor", heißt es auch in der Beschlussbegründung. Darauf solle jetzt aufgebaut werden.

Eine für die heutige Sitzung der Stadtverordneten angekündigte Präsentation zum Vorhaben wünschte sich Frank Neczkiewicz (WBU-LUN) in aller Kürze. Er begründet: "Wir haben darüber ausführlich im Ausschuss für Infrastruktur und Wirtschaft gesprochen. Die eigenen Fraktionen sind zu informieren, sonst machen wir unsere Ausschüsse überflüssig."

Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, Mittwoch, 11. Oktober, 18 Uhr, Rathaus