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| 17:37 Uhr

Elbe-Elster bei der BraLa
Werenzhainer Milchkühe: Hut ab!

Die Agrargenossenschaft Werenzhain, im Bild Raimund Müller, Matthias Böhme und Dieter Heyde (v.l.),  wird am Himmelfahrtstag für hervorragende Milchqualität ausgezeichnet.
Die Agrargenossenschaft Werenzhain, im Bild Raimund Müller, Matthias Böhme und Dieter Heyde (v.l.), wird am Himmelfahrtstag für hervorragende Milchqualität ausgezeichnet. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Werenzhain/Trebbus. Agrargenossenschaft gehört zu den fünf besten Milchlieferanten Brandenburgs. Von Gabi Böttcher

Die tägliche Qualitätsarbeit ist für Dieter Heyde, Vorstand der Agrargenossenschaft Werenzhain, und seine 38 Mitarbeiter  Sache der Bauern-Ehre und eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit zugleich. Tierwohl und Milch von hoher Qualität  sind nicht voneinander zu trennen. Die Herde von 500 Milchkühen liegt mit 10 300 Kilogramm Milch je Kuh und Jahr auf einem hohen Leistungsniveau. Permanent wird die Qualität der Milch untersucht, was sich wiederum in barem Geld für die Genossenschaft niederschlägt. Von Inhaltsstoffen wie Fett und Eiweiß  bis zu Parametern, die auf die Gesundheit der Tiere schließen lassen, entgeht nichts den in Deutschland strengen Kontrollen. „Wir sind schon stolz darauf, in der Region Nahrungsmittel auf höchstem Niveau zu produzieren“, spricht Dieter Heyde auch für seine Landwirte-Kollegen  in Elbe-Elster.

Dass dem Unternehmen mit der Insolvenz der Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft das Geld für zwei Monate Milchproduktion verloren ging, verstärkt die durch ohnehin nicht auskömmliche  Milchpreise verschuldete Misere.  Eine erste Abrechnung mit dem neuen Milchabnehmer, den Heinrichsthaler Milchwerken in Radeberg, ergab für den April einen Nettoauszahlungspreis von 32,28 Cent je Liter. Ohne Kompensation aus dem Pflanzenbau und die Betriebsprämien der Europäischen Union wäre die Milchproduktion aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht  zu  stemmen. Aber auf diese verzichten? Dieter Heyde: „Wenn wir es nicht machen, machen es andere.“ Ob dann jedoch die gewohnte Produktsicherheit des Lebensmittels so garantiert wäre wie unter den strengen Vorgaben in Deutschland? Mit Spannung wird deshalb auch in Werenzhain die Debatte um die Betriebsprämien ab 2021 verfolgt. Wünschenswerte Investitionen im Bereich der Kälberhaltung mussten zunächst auf das nächste Jahr verschoben werden.

Und obwohl die Mitarbeiter über dem empfohlenen  Mindesttarif in der Landwirtschaft bezahlt würden, sei das zu wenig, räumt Dieter Heyde ein. Die Stellung der Landwirtschaft in der Gesellschaft und der Wert ihrer Arbeit für diese gehen nach Dieter Heydes Überzeugung zu Unrecht nicht konform.

Das Werenzhainer Agrarunternehmen setzt seit seiner Gründung am 28. Mai 1991 auf das vertrauensvolle Miteinander in der Region. Dazu gehören auch die etwa 250 Verpächter. Am 27. Mai sind sie mit ihren Familien wieder in die Genossenschaft eingeladen, um sich deren Leistungen präsentieren zu lassen.  Ein verlässlicher Arbeitgeber und Ausbilder im ländlichen Raum zu sein, gehört dazu. Gerade für die Ergebnisse in der Ausbildung junger Menschen werden die Werenzhainer – gemeinsam mit der Agrargenossenschaft in Mühlberg und der Landwirtschafts GmbH Finsterwalde –  am Himmelfahrtstag ebenfalls ausgezeichnet. Zwei Azubis im Agrarservice und ein Landwirt-Lehrling, alle 2. Lehrjahr, gehören derzeit zum Team. Ab August beginnt ein weiterer junger Mann seine Lehre zum Landwirt. „Alle sind aus der Region“, freut sich Dieter Heyde.   Wie seinem Kollegen Uve Gliemann aus Mühlberg und  weiteren Landwirten fehlt es Dieter Heyde am Nachwuchs in der Tierproduktion. Da könnte – wie in Mühlberg – ab dem neuen Lehrjahr sofort ein geeigneter Interessent einsteigen. Bei Uve Gliemann fangen zwei Landwirte-Lehrlinge neu an. Derzeit sind hier fünf Lehrlinge mit an Bord.

Bewährt habe sich in Elbe-Elster das Ausbildungsnetzwerk von derzeit 32 Betrieben mit insgesamt mehr als 60 Lehrlingen. Im August feiert es übrigens 10. Geburtstag.