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Puppentheater mit viel Herzblut und künstlerischem Genie

Zeit für Gespräche bei der Vernissage: Amtsdirektor Gottfried Richter mit Ehefrau Angelika (r.) sowie Kathleen Fröschke und Susann Weinert (v.l), die zum Auftakt der Kulturtage aus Finsterwalde gekommen waren.
Zeit für Gespräche bei der Vernissage: Amtsdirektor Gottfried Richter mit Ehefrau Angelika (r.) sowie Kathleen Fröschke und Susann Weinert (v.l), die zum Auftakt der Kulturtage aus Finsterwalde gekommen waren. FOTO: G. Böttcher
Massen. Für Überraschungen sind die Kulturtage des Amtes Kleine Elster immer gut. Es kann sein, dass sie – wie 2012 und 2015 – ausfallen. Gabi Böttcher

Sie können auch ganz groß - wie beim ersten Mal in Massen und im vorigen Jahr in Schacksdorf - gefeiert werden. Und sie können sogar ganz außergewöhnlich bei einem privaten Gastgeber - wie 2013 bei Familie Swidsinski in Gahro - zum Besuchermagneten werden. Von ihnen lassen will und kann man offenbar auf keinen Fall.

Im Wechsel des Angebotes und des Ortes liegen besonderer Reiz und Herausforderung zugleich. Diesmal hieß es "Klein aber fein" - mit dem Blick und einem Angebot für die Jugend und einem grandiosen Paukenschlag zum Auftakt. An den Ort ihrer "Geburt" nach Massen zurückgekehrt, ließ sich zur Eröffnung am Freitagabend leider nur ein erweiterter Freundes- und "Familien"-Kreis von Künstlern und kommunalen Akteuren in die "Linde" locken. Dieser konnte jedoch eine hochkarätige Inszenierung des Puppentheaters rudolf & voland aus Birkwalde genießen, die sich mit künstlerischer Professionalität und Herzblut gleichermaßen des Wirkens Martin Luthers und der Reformation angenommen hatte. Was die an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin ausgebildeten Martha Rudolf und Ulli Voland da an intensiver Geschichtsrecherche und mit künstlerischem Umsetzungsgeschick auf die Bühne bringen, ist eine höchst bildende und zugleich vergnüglich-unterhaltsame Reise (Regie: Rodrigo Umseher; Puppen: Karin Tiefensee). Danke für diesen Beitrag zum Luther-Jahr.

"Das war ganz, ganz hohe Kunst. Die beiden haben alle Facetten bedient, die das Figurentheater zu bieten hat", zeigte sich Angelika Richter begeistert. Und Manfred Kauer: "Eine tolle Leistung, wie die beiden einen solchen Inhalt so intensiv dargestellt haben."

Künstlerin Stephanie Pfeiffer aus Gröbitz, die in diesem Jahr die Regie für die Kunsttage übernommen hatte, konzipierte sie bewusst nicht eingebettet in ein großes Dorffest. Sie hatte die Jugend in den Mittelpunkt rücken wollen und zum Thema einer Kunst-Ausstellung gemacht. Im strengen Sinne jugendliche Gäste fühlten sich von der Vernissage am Freitagabend in der "Linde" leider nicht angesprochen. Und ob der Kürze der Vorbereitungszeit räumten ausstellende Künstler wie Harald Schneider aus Staupitz ein, dass es einiger Phantasie bedürfe, vom ausgestellten Werk den Bogen zum Thema "Jugend" zu schlagen. Sein "Sommergruß" in Acryl sei als Beispiel genannt. Doch Harald Schneider ist, bis auf eine Ausnahme, den Kulturtagen des Amtes Kleine Elster als Mitgestalter treu. Katrin Bautze aus Rahnisdorf hatte sich gezielt für diese Ausstellung ins Zeug gelegt. Mit ihren drei noch malfrischen Arbeiten unter dem Titel "Mach es selbst" hatte sie sich nicht nur bei Ortschronist Manfred Kauer die Favoritenrolle unter den ausgestellten Werken gesichert.

Maysun Kellow und Iris Stöber waren mit ihren Arbeiten aus Werenzhain gekommen, die Keramikerin Christl Kiesel aus Crinitz und Ausstellungskuratorin Stephanie Pfeiffer steuerte Eigenes zu einer sehenswerten Kunstschau bei. Bedauert wurde von Gästen des Abends, dass die Arbeiten nicht über den Samstag hinaus zu sehen sein konnten.

Stephanie Pfeiffer dankte für die Unterstützung des Massener Karnevalvereins bei der Organsiation der Kulturtage sowie dem Volkschor für den Kaffeenachmittag.

Am Samstagabend war dann tatsächlich Jugendzeit mit dem aus Finsterwalde stammenden Rapper Pseiko alias Martin Kalz, mit Dark Dayz und DJ Heiße Sohle. Dass auch hier gut doppelt so viele Gäste hätten feiern können, als zur Party gekommen waren, habe einer guten Stimmung in der "Linde" keinen Abbruch getan, meint Stephanie Pfeiffer. Sie vermutet gleichzeitig stattgefundene Konfirmationsfeiern und einen weiteren Auftritt von Pseiko in zwei Wochen im Schützenhaus als Gründe dafür, dass die "Linde" nicht an ihre bei 130 Gästen liegende Kapazitätsgrenze geriet.

Nun kann man gespannt sein, welche Überraschung die 6. Kulturtage des Amtes Kleine Elster bereithalten werden. Mit deren Gestaltung im kommenden Jahr ist turnusgemäß Crinitz an der Reihe.