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| 14:13 Uhr

Shakespeare mal anders
Mit Theater die Region bewegen

 Geduldig geht Regisseur Steven Ulrich (Mitte) mit seinen Laiendarstellern den Text durch. Bis September wird noch fleißig geprobt.
Geduldig geht Regisseur Steven Ulrich (Mitte) mit seinen Laiendarstellern den Text durch. Bis September wird noch fleißig geprobt. FOTO: LR / Jenny Theiler
Doberlug-Kirchhain. Theaterbegeisterte Laiendarsteller aus Elbe-Elster dürfen ihr Können bald auf der Bühne unter Beweis stellen. Das Theater „Prometheus“ um Regisseur Steven Ulrich arbeitet auf Hochtouren an seinem ersten Stück „Sommernachts-Spektakel“. Die Premiere ist am 13. September. Von Jenny Theiler

„Das war schon nicht schlecht, aber vielleicht legst du noch ein bisschen mehr Kraft in die Stimme“, sagt Steven Ulrich zu einem jungen Laiendarsteller in einem griechisch anmutenden Kostüm. Solche Szenen bekommt man im Gemeindehaus der Kirche Kirchhain nicht so häufig zu sehen. Vor dem Altar probt das Theater „Prometheus“ sein allererstes Stück, das am 13. September Premiere feiern wird. Mitten unter den Darstellern steht Regisseur Steven Ulrich mit dem Textbuch in der Hand und vielen Ideen im Kopf.

Seit Oktober wird geprobt

Das Stück trägt den Titel „Sommernachts-Spektakel“ und ist eine moderne Adaption des Shakespeare-Klassikers „Ein Sommernachtstraum“. „Ursprünglich wollten wir ‚Die drei Musketiere’ von Alexandre Dumas auf die Bühne bringen, aber uns haben einfach die männlichen Darsteller gefehlt“, sagt der Regisseur. Die Proben dazu haben bereits im Oktober des vergangenen Jahres begonnen. Dann habe sich Steven Ulrich dazu entschlossen, das „Sommernachts-Spektakel“ vorzuziehen, das als zweites Stück geplant war. „Das hat von der Besetzung her einfach viel besser funktioniert“, sagt er.

18 Laiendarsteller zwischen acht und 65 Jahren arbeiten an dem Erstlingswerk des Theater Prometheus. „Ich gebe mir Mühe, dass unser Stück authentisch rüberkommt und jeder die Rolle spielt, die zu ihm passt“, sagt Steven Ulrich. In der Gruppe lernen die Jungen von den Älteren und umgekehrt. Auch der Regisseur selbst entwickelt sich weiter. „Für mich ist das hier auch Neuland, ich habe bisher immer nur hinter einer Kamera gestanden und noch nie auf einer Theaterbühne“, sagt der studierte Regisseur.

Shakespeare für alle

 Auf der Suche nach der richtigen Rolle: Julia Zachaei und Sascha Thomas Becker sind die Handwerker im Sommernachts-Spektakel.
Auf der Suche nach der richtigen Rolle: Julia Zachaei und Sascha Thomas Becker sind die Handwerker im Sommernachts-Spektakel. FOTO: LR / Jenny Theiler

Das Stück soll sich zwar an das Original halten, aber dennoch einen modernen Anstrich bekommen. „Es sind einige Original-Zitate dabei, aber die Sprache ist im Wesentlichen einfach gehalten. Auch jemand, der den Shakespeare-Stoff nicht kennt, soll verstehen, worum es geht“, sagt Steven Ulrich.

Trotzdem die Darsteller Laien sind, hat Regisseur Steven Ulrich einen hohen Anspruch an seine Arbeit. Geduldig geht er schwierige Textpassagen immer wieder mit den Spielern durch, gibt hilfreiche Tipps. Insbesondere das Ablegen der eigenen Hemmungen ist im Laientheater ein wichtiger Schritt. „Wenn du das Gefühl hast, dass es so richtig peinlich ist, dann machst du es richtig“, sagt Steven Ulrich zu seinem Oberon-Darsteller, der seiner geliebten Hippolyta im hüpfenden Stelzgang hinterher rennt.

Jung und alt spielen Seite an Seite

„Ich habe als Kind schon im Chor gesungen und wir haben zur Weihnachtszeit immer Märchenopern aufgeführt. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich das wieder machen wollte“, sagt Hippolyta-Darstellerin Elke Gärtner. Sie hat in der RUNDSCHAU gelesen, dass Steven Ulrich nach Darstellern für sein erstes Theaterstück sucht und sich daraufhin gemeldet. Zudem wird die 65-Jährige demnächst in Rente gehen und freut sich schon darauf, dann mehr Zeit für das Theater zu haben.

Simon Staab (17) schätzt am Theaterprojekt die Zusammenarbeit mit den älteren Spielern. „In der Schule habe ich auch schon Theater gespielt, aber da ist man immer unter Gleichaltrigen. Es ist was Besonderes, dass wir hier so viele verschiedene Leute sind“, sagt der Gymnasiast, der den Lysander spielt.

Verzwickte Liebeskiste

Lysander liebt Hermia, doch Hermia ist Dimitrius versprochen, in den wiederum Helena verliebt ist. Diese verzwickte Liebeskiste, mit durchaus realen Zügen, wird durch einen Spaß, den sich die Elfen erlauben, noch verfahrener. Das Publikum darf sich auf Liebesverstrickungen in ihrer komischsten Form freuen. Warum aber plötzlich Klaus Kinski und Forrest Gump im Stück auftauchen und welchen Bezug der Herr der Ringe und Toystory zu dem Stück haben, erfahren die Zuschauer im September.

Tickets sind bereits online verfügbar: www.prometheus-theater.de