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| 12:35 Uhr

Projekt „Dach übern Kopf“ erfolgreich beendet

Friedersdorf / b. Brenitz. Lange Zeit war der Friedersdorfer Jugendklub in einem wirklich bedauernswerten Zustand. Undichte Fenster, fehlende Dämmung, eine kaputte Heizanlage und Feuchtigkeit, die die Wände empor kroch, machten das Domizil zu einem eher unwirtlichen Ort. Und die Leere in den kommunalen Kassen machte jegliche Aussicht auf Besserung schnell zunichte. „Was tun?“ Torsten Poetzsch

Vor dieser Frage standen nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Ortsbürgermeisterin Grit Radig und die verantwortliche Jugendkoordinatorin Cordula Mittelstädt. „Wir haben ausreichend Jugend im Ort, die leistet hier auch was und wir wollten ihnen unbedingt ein vernünftiges Umfeld bieten oder schaffen“, so die Ortsbürgermeisterin. Da von Seiten der Stadt keine Hilfe zu erwarten war, ging man auf die Suche nach Alternativen und fand im Internet die Initiative „5 000 x Zukunft“ von deutschen Firmen und Verbänden, unter der Schirmherrschaft des bekannten Talkmasters Thomas Gottschalk. Doch das Geld, immerhin bis zu 5 000 Euro, wird auch hier nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern ist an strenge Auflagen gebunden. Als erstes muss ein schlüssiges und vernünftiges Konzept erarbeitet und vorgelegt werden, Kostenvoranschläge sind einzuholen und ein Verein ist vorzuweisen, unter dessen Anleitung die ganze Aktion läuft. Das Konzept, mit dem Namen „Dach übern Kopf“, erstellten die Jugendlichen zusammen mit Cordula Mittelstädt und Grit Radig, die beiden Frauen kümmerten sich auch um die Kostenvoranschläge und als sie bei Jürgen Deißing, dem Ortswehrführer, nachfragten, ob der Feuerwehrverein die Leitung übernehmen würde, rannten sie offene Türen ein. Das Konzept überzeugte, das Geld floss und nun hieß es nur noch, in die Hände zu spucken. Nach Himmelfahrt ging es los und vor einigen Tagen ist das neue Domizil fertig geworden. Neue Fenster, neue Dämmung, eine schallschluckende Decke, eine neue Heizung, eine kleine Küche, Sanitärräume und natürlich ein neuer Anstrich – das einst marode Gebäude ist ein echtes Schmuckkästchen geworden. „Richtig toll, wie das alles geklappt hat“, kommt Grit Radig regelrecht ins Schwärmen. „Die Jugendlichen haben ordentlich mit angepackt und alles was sie machen konnten, haben sie auch erledigt. Viele Väter haben mitgeholfen und selbst Leute, die zu den Jugendlichen keine Beziehung mehr haben, schauten nicht nur vorbei, sondern machten mit.“ Stellvertretend sei an dieser Stelle Dirk Hesse genannt, und vor allem Jörg Lehmann verdient ein dickes Lob, denn er koordinierte die Arbeiten vor Ort. „Aus meiner Sicht hat das alles zwar ganz schön lange gedauert, doch letztendlich ist ja auch viel geworden“, meinte André Deißing mit etwas jugendlicher Ungeduld resümierend. Ein Umstand, der die Geldgeber sicherlich auch mit überzeugt hat, ist der, dass nicht nur ein neuer Jugendklub entstanden ist. Ein „Dach übern Kopf“ hat jetzt nämlich auch die Frauensportgruppe, die Kindertanzgruppe und auch die Jugendfeuerwehr nutzt die Räumlichkeiten für ihre Schulungen. „Wir haben zwar noch keinen genauen Termin, doch auf alle Fälle wollen wir bald für alle, die uns hier geholfen haben, eine große Dankeschön-Party machen und auch einen Tag der offenen Tür für alle Leute, damit sie sehen, was hier geleistet wurde und entstanden ist“, so Vivien Radig aus dem Vorstand des Jugendklubs, nicht ohne einen gewissen Stolz in der Stimme.