ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:08 Uhr

Prießener Wehr ist ohne Kopf

Prießen.. Es schwelt in der Prießener Feuerwehr. Oberlöschmeister Chris Gollasch, mit 26 Jahren der Ortswehrführer, erklärt warum: Die Feuerwehr wurde in der Gemeinde verheizt, es sollten Arbeiten gemacht werden, die nicht typisch für die Feuerwehr sind. Wie zu erfahren war, wollte die Feuerwehr alle anfallenden Arbeiten von Firmen machen lassen. Doch die Kassen seien leer, so hieß es seitens der Stadt. Fotos: Dietmar Seidel


Ortsbürgermeister Schmidt zu den Hintergründen: Der Amtsvorgänger vom jetzigen Wehrführer wollte, dass eine Reinigungsfirma den Schulungsraum in Ordnung hält. Uneins war man dann wegen der Wiederherstellung des Löschteiches, der seit zwei Jahren trocken lag. Die Feuerwehrleute sollten die Vorarbeiten für das Einkleben der Folie übernehmen, weigerten sich aber. Schmidt: „Ich war selber 22 Jahre in der Wehrleitung, solche Arbeiten gehörten wie selbstverständlich zu den Aufgaben der Feuerwehr. Nun habe ich es von zwei ABM-Kräften machen lassen.“
Ein weiteres Problem sieht die Wehr mit der Leitstelle. Chris Gollasch: „Bei Bränden werden wir nicht eingesetzt. Da könnte es wahrscheinlich in Prießen selber brennen, und wir würden es erst dadurch merken, dass die Feuerwehr aus Kirchhain anrückt.“ Die fehlende Alarmierung durch die Leitstelle führt seiner Einschätzung nach zur Demotivation und zum Nachwuchsmangel. „Die Ortskenntnis der Leute vor Ort gerade bei Waldbränden wird nicht genutzt“ , meint Gollasch. Aus Doberlug-Kirchhain fehlt nach Aussage des Ortswehrführers der Rückhalt. Erst einmal macht der Wehrleiter, der samt Vorstand zu Pfingsten geschlossen zurücktrat, mit seiner ehrenamtlichen Arbeit weiter, denn eine Reaktion auf den Rücktritt gab es nicht. Der Bürgermeister von Doberlug-Kirchhain, Bodo Broszinski, wollte zu einer Krisensitzung mit der Prießener Feuerwehr und Stadtbrandmeister Andreas Riemer bis Ende August einladen. Chris Gollasch: „Der Termin ist ungenutzt verstrichen.“ Ortsbürgermeister Roland Schmidt dazu: „Die Feuerwehr soll nicht den Bach runtergehen.“
Im letzten Jahr hat die Feuerwehr ein Oktoberfest mit Haxe und Maßkrügen organisiert - eine Veranstaltung, die allerdings auch in diesem Jahr stattfinden soll.