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| 02:35 Uhr

Praktikum ist wichtig vor der Lehre

Gefragt waren bei der Berufs- und Informationsbörse am Samstag in der Oscar-Kjellberg-Oberschule die Auskünfte und Materialien an den Ständen von 35 Unternehmen.
Gefragt waren bei der Berufs- und Informationsbörse am Samstag in der Oscar-Kjellberg-Oberschule die Auskünfte und Materialien an den Ständen von 35 Unternehmen. FOTO: Ivonne Kommolk / ikk1
Finsterwalde. Das Team der Oscar-Kjellberg-Oberschule in Finsterwalde kann mehr als zufrieden sein. Wieder ist es gelungen, eine Berufs- und Informationsbörse auf die Beine zu stellen, die rundum erfolgreich war. 35 Unternehmen nutzten die Chance, sich den Schülern der 9. und 10. Klassen qualitativ hochwertig vorzustellen. Ivonne Kommolk / ikk1

Die Schule in der Finsterwalder Saarlandstraße machte ihrem Namen alle Ehre. "Schule mit hervorragender Berufs- und Studienorientierung" - so heißt sie. Bereits ab der siebten Klasse werden die Kinder mit der "Komm auf Tour"-Aktion auf die Vielzahl der Berufe aufmerksam gemacht. In der achten Klasse wartet dann die erste Praxiswoche bei der Wequa in Lauchhammer auf sie. Ebenso gibt es den sogenannten WAT-Unterricht (Wirtschaft, Arbeit, Technik). In der neunten und zehnten Klasse machen dann alle Schüler ein Betriebspraktikum über drei beziehungsweise zwei Wochen.

Verlass auf Unternehmen

Cornelia Warsönke, die Schulleiterin, sagt: "Wir können unseren Schülern eine ganze Menge anbieten. Aber wir sind auch mit vielen Unternehmen in Kontakt, die uns große Unterstützung geben." Und natürlich unterstützt die Bundesagentur für Arbeit jeden Schüler in Zusammenarbeit mit der Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH (FAW) bei der Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen und auf Vorstellungsgespräche und Tests. Selbst bis zu einem halben Jahr nach Ausbildungsbeginn ist die FAW noch Ansprechpartner der Azubis. Die Schüler nutzen diese Angebote sehr gut, viele auch deshalb, weil sie gern in der Heimat bleiben und ihren Lieblingsberuf in der Region ausüben möchten.

Anne-Kathrin Görisch von der Agentur für Arbeit in Finsterwalde erkennt da eine Tendenz: "Die Unternehmen der Region suchen in den letzten Jahren wieder verstärkt Auszubildende. Die Altersstruktur und der Fachkräftemangel machen auch hier nicht halt. Das kommt unseren jungen Bewerbern zugute, die gern hier bleiben. Auch die, die nicht so gute Abschlüsse vorweisen können, bekommen eine Chance, in Betriebspraktika zu zeigen, was in ihnen steckt. Die Schüler sollten für eine Sache brennen und Herzblut zeigen, dann finden sich Möglichkeiten."

Evelin Rodin und Anne Hensel aus der zehnten Klasse gehören nicht nur zum Team, das für den Samstag die Versorgung der Aussteller und Besucher übernommen hat, sondern erkundigen sich selbst über Berufe und Firmen, die sie noch nicht kennen. Evelin Rodin hat ihre Wahl schon getroffen: "Ich habe als ersten Berufswunsch Gesundheits- und Krankenpflegerin und als zweiten Altenpflegerin. Ich finde diese Berufe echt toll, hab sogar schon im Krankenhaus ein Praktikum gemacht."

Sylvia Kauer vom Seniorenzentrum "Albert Schweitzer" sagt, es komme nicht nur auf die Noten an: "Wer bei uns eine Lehrstelle möchte, muss vorher unbedingt ein Praktikum gemacht haben." Marco Kamenz aus Finsterwalde hat die Ausbildung in seinem Wunschberuf schon fast abgeschlossen. Er wollte Mechatroniker werden und hat im Internet zur EnviaM gefunden. Er ist mit seinem Ausbilder Hartmut Fritsche am Stand der enviaM, um den jungen Leuten zu erzählen, welcher Weg vor ihnen liegt, was von den Schülern auch gern angenommen wird.

Freude über Zuspruch

Roswitha Aurich gehört zum Team der Kollegen, das am Samstag die Börse unterstützt hat. Sie ist die hauptverantwortliche Organisatorin seit vielen Jahren und freut sich sehr über den Zuspruch von Schülern mit Eltern und andererseits auch von den Arbeitgebern der Region.

Mit dem Handelshof Finsterwalde, der Agrargenossenschaft Goßmar und der Südzucker AG hat sie auch wieder neue Aussteller gewinnen können. Der Zoll war erstmalig als Ausbilder hier in Finsterwalde. Zollamtsrat Andreas Behnisch vom Hauptzollamt Frankfurt/Oder ist begeistert von der Möglichkeit, sich hier im Süden von Brandenburg präsentieren zu können. "Wir erhöhen massiv unsere Einstellungszahlen. Das ist einerseits der Tatsache geschuldet, dass viele Ältere jetzt gehen, aber die Aufgaben sind gleichzeitig viel umfangreicher geworden. Die Ausbildung im mittleren Dienst dauert zwei, im gehobenen drei Jahre."

Schulleiterin Cornelia Warsönke ist zufrieden mit dem Tag: "Bereits nach dieser Veranstaltung beginnen die Vorbereitungen für die nächste Berufs- und Informationsbörse. Ich bin froh über die Unterstützung durch die Kollegen und unsere Zehntklässler, die sich hier so gut in Eigeninitiative um die Versorgung aller Besucher gekümmert haben."

Evelin Rodin (r.) erkundigt sich in der Kjellberg-Schule nach einer Ausbildung zur Altenpflegerin. Foto: Ivonne Kommolk / ikk1
Evelin Rodin (r.) erkundigt sich in der Kjellberg-Schule nach einer Ausbildung zur Altenpflegerin. Foto: Ivonne Kommolk / ikk1 FOTO: Ivonne Kommolk / ikk1