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| 17:32 Uhr

Präventionsberater starten in Südbrandenburg
Beim Arzt über Gesundheit reden

Die Präventionsberaterinnen Dr. Simone Kortyka und Schwester Yvonne Philipp in Schönborn sowie Projektleiterin Wenke Marquardt von der KV Comm (v.l.) und sieben weitere medizinische Fachangestellte leisten in Südbrandenburg Pionierarbeit.
Die Präventionsberaterinnen Dr. Simone Kortyka und Schwester Yvonne Philipp in Schönborn sowie Projektleiterin Wenke Marquardt von der KV Comm (v.l.) und sieben weitere medizinische Fachangestellte leisten in Südbrandenburg Pionierarbeit. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Schönborn. Pioniergeist in Südbrandenburg. Ab dem 1. Juni sollen hier die ersten neun Präventionsberaterinnen ihre Arbeit aufnehmen – der Gesundheit zuliebe. Von Gabi Böttcher

  Für die medizinische Fachangestellte Yvonne Philipp hat ihre neue Aufgabe etwas mit dem inneren Schweinehund zu tun. Nur zu gut weiß jeder, wie schwer der zu bändigen ist, wenn es um gesundheitliche Vorsorge in (noch) gesunden Zeiten geht. Als Präventionsberaterin will sie Menschen helfen, diesen Schweinehund „an die Leine zu nehmen“.

 Dass mit ihrer  Chefin Dr. Simone Kortyka die einzige Ärztin an einem Pilotprojekt der KV Consult- und Managementgesellschaft mbH (KV Comm) teilnimmt, macht die Schönborner besonders schlagkräftig. Als 100-prozentige Tochter der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg will die KV Comm in insgesamt sieben Hausarztpraxen in Südbrandenburg Menschen gezielt dabei unterstützen, etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Dr. Kortyka ist sich mit Projektleiterin Wenke Marquardt von der KV Comm einig, dass eine Arztpraxis bedauerlicherweise immer als Ort der Krankheiten gelte. Je kranker ein Patient sei, umso mehr Geld  fließe. „Eigentlich müssen wir die Patienten nicht nur wegen ihrer  Krankheiten behandeln, sondern sie beim Gesundbleiben unterstützen“, ist Dr. Kortyka überzeugt und hat deshalb die Weiterbildung zur Präventionsberaterin gern mitgemacht. Seit September gab es einmal im Monat an einem beziehungsweise zwei Tagen das Rüstzeug für die neue Aufgabe. In der kommenden Woche steht für alle neun künftigen Präventionsberaterinnen die Prüfung ins Haus.

Außerhalb der regulären Sprechzeiten in den Praxen wollen die Beraterinnen dann für die Patienten da sein, wenn diese Unterstützung beim Erreichen ganz persönlicher Gesundheitsziele wünschen. Ausgehend von den persönlichen Gesundheitsparametern werden die Ziele besprochen und der Weg dorthin aufgezeigt. In einem Gesundheitsbuch wird über beides Protokoll geführt. Wichtiges gemeinsames Ziel ist die Verbesserung des Wohlbefindens und damit eine Steigerung der Lebensqualität der Menschen.

 Projektleiterin Wenke Marquardt, die schon in ihrem Bachelor-Studium und einem erfolgreichen Ärztenetzwerk in Baden-Württemberg den „präventiven Ansatz“  im Gesundheitswesen als wichtig erkannt hatte, freut sich über das Pilotprojekt der Präventionsberater. Traum der Pioniere der KV Comm und der Akteure in Südbrandenburg ist es, die Krankenkassen von der Sinnhaftigkeit dieses präventiven Herangehens zu überzeugen und ins Boot zu holen – und das bitte deutschlandweit.

Ob ihre Patienten vom Angebot Gebrauch machen werden? – Dr. Simone Kortyka ist sehr zuversichtlich. Immerhin hätten erste Fragen schon eine gute Resonanz ergeben, und eine Liste von Interessenten fülle sich.  In Schönborn werden die Überlegungen schon weitergesponnen. Eine Kooperation mit der Kita und der Physiotherapeutin ist angedacht.