Gewaltig sieht so ein Ponton aus. Mit den Maßen 5,50 mal 2,50 mal 1,50 Meter werden insgesamt acht Module gefertigt. Unmittelbar neben dem künftigen Einsatzort am Steg im Hafen des Bergheider Sees werden sie dann auf dem Festland zu einem schwimmenden Plateau gekoppelt. Darüber wird ein 13,50 mal 13,50 Meter großer Rahmen gelegt, der Trägerrost. "Darauf muss ja dann das ganze Haus errichtet werden, der Druck entsprechend verteilt sein", erklärt Firmenchef Thomas Wilde. Damit der Wassergang der miteinander verbundenen Pontons erfolgen kann, werden sie mit einer speziellen Beschichtung versehen. Das geschieht in der Betriebsstätte der Bilfinger Arnholdt GmbH in Schwarze Pumpe. Die Beschichtung muss dem derzeit sauren Wasser im Bergheider See, der ph-Wert liegt bei 3,5, trotzen können und deshalb besonderen Qualitätsansprüchen genügen. Sieben der acht Pontons sind bereits fertig, erklärt Thomas Wilde.

Zur Erinnerung: Am 1. Juni dieses Jahres war mit dem ersten Spatenstich der offizielle Startschuss für den Ausbau der Infrastruktur am Bergheider See gegeben worden. In Regie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) wird westlich des Haldeneinschnittes eine Schottertrasse auf einer Länge von etwa 880 Metern angelegt und gleichzeitig die Aufstellfläche für den Bau des schwimmenden autartec-Hauses vorbereitet, eine Wasser- und Abwasserleitung verlegt sowie ein Steg errichtet. Der Bergbausanierer LMBV agiert im Auftrag des Amtes Kleine Elster als Bauherr für die Infrastruktur.

Das schwimmende Haus soll ab Mitte 2017 die Forschungsergebnisse eines Teams von 15 Partnern im "autartec® - FreiLichtHaus"-Projekt präsentieren. Energieautarkes Wohnen auf dem Wasser oder in unwegsamen Gebieten wird als Wachstumsmarkt gesehen. Der Prototyp eines autarken Hauses soll Touristen und Fachwelt gleichermaßen an den Bergheider See locken.