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| 20:03 Uhr

Schulamt sorgt für Paukenschlag in Finsterwalde
Abschied vom Abschied am Sängerstadt-Gymnasium

 Eberhard Heise wird noch ein halbes Jahr länger als geplant Schulakten bearbeiten.
Eberhard Heise wird noch ein halbes Jahr länger als geplant Schulakten bearbeiten. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Das Schulamt bringt das Verfahren zur Neubesetzung des Schulleiterpostens nicht rechtzeitig zu Ende. Was macht Schulleiter Eberhard Heise, der nur einen Schritt vor der Ziellinie zum Ruhestand war? Er will die Schule nicht im Stich lassen. Von Jürgen Weser und Heike Lehmann

Das Dankeschön an Eberhard Heise mit Rede und Geschenken ist vorbereitet, das Büfett bestellt. Es ist seit Monaten bekannt, dass der Schulleiter vom Sängerstadt-Gymnasium in den Ruhestand geht und das Verfahren zur Neubesetzung des Schulleiterpostens läuft. Dann platzt die Überraschung ins Haus: Die 63 Lehrerinnen und Lehrer am Finsterwalder Sängerstadt-Gymnasium erfahren am gestrigen letzten Schultag des Jahres das aus ihrer Sicht Unglaubliche: „Das Verfahren zur Neubesetzung der Schulleitung ist gestoppt“, habe das Schulamt mitgeteilt. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage teilt das Staatliche Schulamt aber mit: „Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Bisher war nicht absehbar, dass noch weitere Punkte geprüft werden müssen.“

Deshalb hieß es auch gestern am Gymnasium, dass diese Information so kurzfristig gekommen sei, dass man kaum Zeit hatte, die Situation, die zum Schuljahresbeginn herrschen werde, richtig zu bewerten. „So habe ich mir das nicht vorgestellt“, ist Eberhard Heise enttäuscht. Zumal auch die Oberstufenkoordinatorin Gudrun Hoyer in den Ruhestand geht. Alle drei Leitungspositionen des größten Gymnasiums im Landkreis hätten vom stellvertretenden Schulleiter Harald Brunn bewältigt werden müssen.

Doch für Eberhard Heise ist klar, er will die Schule nicht im Stich lassen. So erfahren die Kollegen am Sängerstadt-Gymnasium in der letzten Dienstberatung vor den Sommerferien von einem emotional berührten Schulleiter, dass er sich entschlossen habe, von der Verabschiedung Abschied zu nehmen. „Ich habe am Dienstag die Verlängerung meiner Dienstzeit beim Schulamt um ein halbes Jahr beantragt. Ich möchte die Schule in der Situation nicht allein lassen.“ Das Schulamt habe sich nicht an ihn gewendet.

Es gab mehrere Bewerber auf die Schulleiterstelle, die alle die notwendigen Prozeduren durchlaufen und sich in der Schulkonferenz präsentiert haben. Die Konferenz hat ihr Votum abgegeben. Das bestätigt auch das Staatliche Schulamt. Man hoffe, dass das Verfahren „so schnell wie möglich zum Abschluss gebracht werden kann“. Wann das sein wird, könne man aber nicht sagen, weil nun mal die Ferien dazwischen stehen. Versichert wurde vom Schulamt, dass die Stelle des Oberstufenkoordinators bis zum Beginn des neuen Schuljahres auf jeden Fall besetzt ist.

Am Mittwoch herrschten Unverständnis und Empörung unter den Lehrerinnen und Lehrern der Schule. Solch eine Handlungsweise des Schulamtes sei unverantwortlich, das werde man als Meinung des Kollegiums schriftlich formuliert an das Schulamt senden.

Es gab also noch keine offizielle Verabschiedung für den Schulleiter. Aber Blumen, Dankeschön und das Büfett gab es trotzdem. Angestoßen wurde auf den verdienten Ruhestand von Dagmar Seiferth, Gudrun Hoyer, Karin Eckert, Hannes Heinrich, Petra Thiemig und Roland Lorenz.