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| 15:43 Uhr

Bei Anruf: Reporter
Parkplatznot bringt einen Vater zum Verzweifeln

 Vor der neuen AOK-Filiale in der Berliner Straße in Finsterwalde gibt es öffentliche Parktaschen und enen Behindertenparkplatz.
Vor der neuen AOK-Filiale in der Berliner Straße in Finsterwalde gibt es öffentliche Parktaschen und enen Behindertenparkplatz. FOTO: LR / Josephine Japke
Finsterwalde. Für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, machen schon ein paar Meter den Unterschied aus. Gerade der Weg zur Krankenkasse kann dann schnell zur Hölle werden. Von Josephine Japke

Jeder kennt es: Man will nur mal schnell was abgeben, bei der Post oder dem Arzt, aber in der Nähe ist kein Parkplatz. Die Suche nach solchem dauert dann oft länger, als das eigentliche Vorhaben. Ärgerlich. Und einfach nicht machbar für die gehbehinderte Tochter von Norbert Wunderlich. „Kurze Wege gehen ja, aber Hunderte Meter sind für sie die Hölle“, sagt der besorgte Vater am Telefon.

Vor allem die neue Filiale der AOK Krankenkasse in der Berliner Straße in Finsterwalde sei für sie seit dem Umzug im Dezember nur noch mit Glück erreichbar. Seitdem wären die Parktaschen vor der Filiale häufig belegt gewesen. Auf den Parkplatz für Rollstuhlfahrer dürfen und wollen sich Wunderlichs aber nicht stellen. „Die neue Filiale ist schön“, sagt der Vater diplomatisch, „aber die Situation davor ist meiner Meinung nach nicht behindertengerecht.“ Gerade eine Krankenkasse müsse doch jeder gut erreichen können, auch diejenigen, die durch Alter oder Krankheit nicht gut zu Fuß sind. „Wäre es nicht möglich, dass sich die AOK mit der Stadt zusammensetzt und eine Parktasche für Kunden reserviert? Vielleicht hat die AOK ja noch gar nicht an diese Möglichkeit gedacht“, sagt Norbert Wunderlich hoffnungsvoll.

Sandy Bruchholz, AOK-Filialleiterin, kann die Sorgen des Vaters gut verstehen. Natürlich ist es auch im Interesse der Krankenkasse, dass jeder Kunde die Filiale gut erreichen kann. „Aber leider ist es im deutschlandweiten Konzept der AOK-Filialen nicht vorgesehen, Parkplätze für Kunden zu reservieren“, sagt die Niederlassungsleiterin bedauernd. Sie gibt zu, dass es vereinzelt Nachfragen nach besseren Parkmöglichkeiten gegeben hat, doch das seien zum Glück nur die absoluten Ausnahmen. Der überwiegende Großteil der Kunden sei mit der Situation zufrieden.

Sich als Filiale oder Geschäft Parkplätze auf städtischem Boden, wie der Berliner Straße, zu reservieren, ist indes nicht möglich. „Die Parkflächen sollen allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Die einzige Ausnahme für Parkflächen auf städtisch-öffentlichen Flächen, die für eine bestimmte Personengruppe oder für eine bestimmbare Person angeordnet sind, sind die (personenbezogenen) Behindertenstellflächen“, teilt Stadtsprecherin Paula Vogel im Namen der Abteilungen Tiefbau und Grünpflege und Straßenverkehrsrecht mit. In Finsterwalde gibt es etwa 35 Behindertenparkplätze auf städtisch-öffentlichen Flächen. Hinzu kommen unzählige weitere auf Parkplätzen vor Supermärkten und in Wohngebieten.

„Und selbst auf reservierte Parkplätze könnte sich jeder x-Beliebige stellen. Wer würde nachprüfen, ob er wirklich Kunde der AOK ist?“, fragt Sandy Bruchholz. Da bleibt nur zu hoffen, dass Norbert Wunderlich und Tochter in Zukunft mehr Glück bei der Parkplatzsuche haben.