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| 02:40 Uhr

Papa Schiller hat viel Gutes getan

Sebastian Schiller und Dr. Rainer Ernst als Leiter des EE-Museumsverbundes freuen sich über die gelungene Gedenktafel für Louis Schiller.
Sebastian Schiller und Dr. Rainer Ernst als Leiter des EE-Museumsverbundes freuen sich über die gelungene Gedenktafel für Louis Schiller. FOTO: jgw1
Finsterwalde. Finsterwalde ehrt Louis Schiller zu seinem 100. Todestag mit einer Gedenktafel. Seine UrUrenkelin hat Material aus dem Fundus überlassen. Jürgen Weser / jgw1

Als Louis Schiller 1917 gestorben ist, war es noch viel kälter als an diesem 11. Februar, weiß Olaf Weber vom Finsterwalder Kreismuseum. Gemeinsam mit zahlreichen Bürgern der Stadt erlebte er zum 100. Todestag des Namensgebers für die heutige Ehrenmedaille der Stadt Finsterwalde die Enthüllung einer Gedenktafel.

Bürgermeister Jörg Gampe und Sebastian Schiller nahmen mit Vertretern von Vereinen und Einrichtungen der Stadt, die in der Tradition des Volksschullehrers Louis Schiller stehen, den feierlichen Akt vor. Zur Trauerfeier 1917 für Louis Schiller hieß es: ,,Wenn seine sterbliche Hülle längst in Staub zerfallen ist, dann wird man wohl noch sagen zu seinem Gedächtnis was er getan". Das geschieht mit der jährlichen Verleihung der Schiller-Medaille für verdiente Bürger der Stadt. Und nun ist das Gedenken an ,,Papa Schiller" mitten in der Stadt, wo er in der Berliner Straße lebte, öffentlich gemacht. Sparkassenvorstand Jürgen Riecke als jetziger Hausherr des Gebäudes freut sich, dass dieses Haus am Durchgang zum neuen Parkplatz, saniert und mit Sängerbildern, einen angemessenen Platz zum Gedenken abgibt. Bürgermeister Gampe lobte die herausragenden Aktivitäten von Louis Schiller, der 1860 nach Absolvierung des Lehrerseminars in Altdöbern nach Finsterwalde gekommen ist und hier fünfzig Jahre (!) bis zur Pensionierung an der Knabenschule tätig war. Gampe und Sebastian Schiller (nicht verwandt mit Louis Schiller) als engagierter Pfleger und Bewahrer des Erbes hoben die Verdienste Schillers mit der Gründung der Feuerwehr, der Mitbegründung des Turnvereins und der ,,Liedertafel", deren Dirigent er viele Jahre war, als engagiertes Mitglied der Freimaurerloge und zahlreicher weiterer Aktivitäten hervor. Dr. Rainer Ernst, Leiter des Museumsverbundes Elbe-Elster, hat dem ,,Förderer edler Bestrebungen in der Stadt" mit Publikationen ein Denkmal gesetzt und freut sich über die öffentliche Wertschätzung. Wie beispielhaft Louis Schiller in seiner ehemaligen Heimatstadt bisher gewirkt hat, zeigt sich auch in den Verdiensten der bisher 22 Preisträger der Louis-Schiller-Ehrenmedaille.

Die vier Finsterwalder Sänger erinnerten mit einer extra Strophe, wie Schiller 1901 im Spreewald mit der ,,Liedertafel" Wilhelm Wolffs damals suspektes ,,Sängerlied" salonfähig gemacht hat. Sebastian Schiller, der ein Porträt des Geehrten mitgebracht hatte, freut sich, dass ihm die letzte lebende UrUrenkelin von Louis Schiller Material aus dem Fundus hinterlassen hat. Das will er im alten Kaufmannshaus der ,,AD Bauers Wwe", das von ihm im Familienbesitz in der Ringstraße betreut wird, bei Gelegenheit der Öffentlichkeit präsentieren.