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| 17:01 Uhr

Profis installieren die Technik
Open-Air: Finsterwalde unter Strom

 Der Markt Finsterwalde gleicht am Mittwoch einem Riesen-Puzzle: Etwa 30 Leute beginnen mit dem Aufbau für das Sparkassen Open Air am Freitag. In Spitzenzeiten werden damit bis zu 120 Leute beschäftigt sein.
Der Markt Finsterwalde gleicht am Mittwoch einem Riesen-Puzzle: Etwa 30 Leute beginnen mit dem Aufbau für das Sparkassen Open Air am Freitag. In Spitzenzeiten werden damit bis zu 120 Leute beschäftigt sein. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Drei Sattelzüge voller Technik, zwei Nightliner und dazu  ein Mega-Notstromaggregat, weil sonst Finsterwaldes Stromversorgung zusammenbrechen würde. Schon vorm Beginn sprengt Finsterwaldes Sommer-Open-Air am Freitag bisherige Rekorde. Von Frank Claus

Aufgeregt? „Nee, eher angespannt.“ Überrascht von den Technik-Dimension? „Naja, das ist schon der Hammer.“ Kriegt Ihr’s hin? „Na logisch!“

Der so antwortet, ist Veit Jeske von Jeske-Media. Er ist ein ganz Cooler. Und trotzdem einer, der scheinbar nichts dem Zufall überlässt. Vielleicht hat ihn gerade deshalb die Sparkasse Elbe-Elster zum vierten Mal mit der technischen Ausrichtung des Sommer-Open-Airs am Freitag, 19. Juli, auf dem Finsterwalder Markt betraut. Vorschusslorbeeren? Die sind nicht das Ding von Veit Jeske und so sagt er sofort. „Wir arbeiten mit vielen Partnern zusammen, unter anderem mit Mario Möller, Inhaber der Ton- und Lichtfabrik aus Blankenburg.

Bühne, Ton, Licht, Strom für die Stars und Sternchen vorzubereiten – kann man es da überhaupt jemandem recht machen? „Wenn Du professionell arbeitest schon“, sagt Mario Möller und verweist auf einige Eventerfahrung. Sein letztes großes Ding war das Feel-Festival mit 20 000 Gästen und wechselnden Programmen an der F 60 bei Lichterfeld.

 Wo der Technikturm stehen muss, ist genau festgelegt.
Wo der Technikturm stehen muss, ist genau festgelegt. FOTO: Heike Lehmann

Und jetzt mit Jan Delay, Wincent Weiss und Stereoact, den Edelperlen der diesjährigen Schaffe in Finsterwalde – alles besprochen? „Klar. Wir werden diesmal allein von den Künstlern drei 40-Tonner-Sattelzüge voller Technik hinter der Bühne verstecken müssen und damit noch einen mehr als vor zwei Jahren“, berichtet der Veranstaltungsprofi. Die 24 x12 Meter große Bühne wird die Gleiche sein wie beim letzten Mal, aber wegen des ganzen Technik-Gedöns ein Stück weiter vorn seit Mittwoch aufgebaut. Um alles für das Open-Air einzurichten, werden weitere acht 40-Tonner Material nach Finsterwalde bringen.

 Aufbau-Chef mit Lageplan ist Raymund Thiel von der Jeske Media.
Aufbau-Chef mit Lageplan ist Raymund Thiel von der Jeske Media. FOTO: Heike Lehmann

Der Hammer ist die Stromversorgung. „Die Stadtwerke bringen uns schon alles Verfügbare auf den Markt. Weil das aber nicht ausreicht, wird auch noch ein 4x250-Ampere-Notstromaggregat aufgebaut. Damit allein könntest du eine Stadt versorgen“, berichtet Veit Jeske.

Die Nightliner, wie die Tourbusse der Stars heißen, sollen in Nebenstraßen geparkt werden. „Viele Künstler gehen heute nicht mehr ins Hotel, sondern steigen nach dem Konzert in den mit vielen Annehmlichkeiten ausgestatteten Bus, um in den Nachtstunden zum nächsten Auftrittsort gefahren zu werden“, weiß der Veranstaltungsmacher.

Der auch immer wieder erstaunt ist, was die Sparkasse Elbe-Elster da regelmäßig auf die Beine stellt. „Ehrlich, das ist kein Schmus. Ich arbeite mit fast 40 Sparkassen zusammen. Das macht keine andere. Euer Sparkassenvorstand ist da ein echter Visionär, sagt auch immer im Vorfeld schon, er will nicht irgendwelche abgehalfterten Truppen, sondern den Menschen in der Region richtig was bieten.“ Das sagt Veit Jeske und sinniert: „Klar spielt sich das dann auch im Kartenpreis wieder. In Berlin würde bei 50 Euro keiner zucken. Aber ich verstehe schon, dass das hier anders ist.“

Eins weiß er und auch Mario Möller, weil sie die Show der drei Hauptacts kennen: „Das wird ein Riesending in Finsterwalde. Die machen eine Megashow. Wincent Weiss beginnt 19 Uhr und wird wie Jan Delay ab 21.30 Uhr jeweils für 90 Minuten die Bühne rocken. Finsterwaldes Männerballett wird dazwischen die Stimmung weiter zum Sieden bringen und Stereoact ist eine „Nummer, die sowieso zieht“.

Doch weshalb zum Teufel wird der Stromaufwand immer größer wo LED doch immer mehr auf dem Vormarsch ist? Mario Möller lacht. „Hast eigentlich recht. Früher hatten wir eben jede Menge Strahler und jetzt kommen noch riesige LED-Wände, das sind ganze Bühnendekorationen, dazu. Dich haut es weg, wenn du die Lichtshow siehst, die allein Delay abzieht.“

Beide Eventprofis sehen Finsterwalde bestens vorbereitet. Die Versorgung sei gut organisiert, das erstmalige Bezahlen mit der Mastercard (mit 25 Prozent Rabatt auf Essen und Getränke) eine feine Sache. Einen wichtigen Hinweis geben sie noch. Am Freitag wird der Marktplatz zwischen 16 und 17 Uhr komplett gesperrt, auch für den gesamten Fußgängerverkehr. Selbst Einkäufe in den Geschäften sind dann nicht möglich. „Das ist Bestandteil unseres Sicherheitskonzeptes. Wir müssen den Marktbereich einmal komplett ‚sauber kriegen’, werden alles auf mögliche Fremdkörper, auch Hieb-, Stich- und Schusswaffen absuchen“, sagt Mario Möller. Ab 17 Uhr ist Einlass, um 18 Uhr folgt das Warm up, ab 18.15 Uhr gibt es sicher den ersten frenetischen Beifall, wenn die „Weberknechte“ in ihrer Wohnstube lostrommeln.

Und wer noch keine Karten hat? Die gibt es in allen Sparkassen-Geschäftsstellen und mit Festlegung vom Mittwoch auch am Veranstaltungstag an den Abendkassen zu 50 und nicht wie ursprünglich beworben für 75 Euro.