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Olympia-Training in heißer Phase

Gehren. Noch acht Tage, dann wird es für die Frauenteams der Brandenburg- Auswahl im Feuerwehrsport ernst: Vom 9. bis 16. Juli stellen sie sich der Konkurrenz in Villach. Birgit Keilbach

Alle vier Jahre treffen die besten Feuerwehrsportler-Teams der Welt aufeinander, um die Besten in den verschiedenen Wettbewerben zu ermitteln. 22 Frauen aus verschiedenen Feuerwehren Brandenburgs bereiten sich derzeit auf ihre Teilnahme an der Feuerwehr-Olympiade vor. Am Start für Brandenburg sind auch Helferinnen aus dem Elbe-Elster-Kreis. Qualifiziert haben sie sich dafür bei den Deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr in Rostock.

"Wir trainieren zurzeit an jedem Wochenende und laufen auch bei Wettkämpfen außerhalb der Wertung mit", sagt Kirsten Noack von der Freiwilligen Feuerwehr Gehren. Im Waldstadion des Ortes in der Gemeinde Heideblick steht an diesem Trainingstag der "Löschangriff nass" auf dem Programm. Die Frauen trainieren mit dem Material, dass ihnen auch bei der Olympiade in Villach zur Verfügung stehen wird. Da gibt es deutliche Unterschiede zu den Schläuchen, Kupplungen, Saugschlauchlängen und Strahlrohren, die ansonsten im Wettkampf üblich sind. "Der Einsatz-Saugkorb ist wesentlich größer und schwerer. Und er liegt unvorteilhaft", erklärt Eileen Hildebrandt von der Freiwilligen Feuerwehr Genschmar.

Immer wieder richten die Frauen des Teams alles auf den Millimeter genau her. Dann erfolgt der erste "heiße" Probestart. Sekundenschnell läuft alles ab, ein kurzer Dreh, ein Griff, dann der Sprint über die Bahn - doch es kommt kein Wasser. Gemeinsam mit dem Trainerstab widmen sich die Frauen jetzt diesem Problem. Denn auch die Tragkraftspritze ist eine andere als sonst. Schritt für Schritt wird an jedem Detail gearbeitet, bis es klappt.

Das zweite Team absolviert parallel ein Fitness-Training. Dann folgt eine Übung für die Hand-Auge-Koordination. Zwei Tennisbälle hochwerfen und fangen, wieder hochwerfen, klatschen und fangen. Schnelligkeit, Kondition sowie die breite Basis athletisch-koordinativer Elemente gehören zur gezielten Wettbewerbsvorbereitung, wie Wolfram Mogk erläutert. Der Sportlehrer am Luckauer Bohnstedt-Gymnasium ist zudem für die mentale Betreuung der Sportlerinnen bei der Vorbereitung und im Wettkampf zuständig. "Ich ziehe immer wieder den Hut vor den Frauen, wie viel Kraft und Zeit sie neben Beruf, Familie oder Studium für den Feuerwehrsport investieren", sagt er anerkennend. Denn außer dem "Löschangriff nass" trainieren die Frauen auch die Feuerwehr-Hindernisstaffel (4 mal 100 Meter), das Hakenleitersteigen und die Einzelläufe auf der 100-Meter-Bahn.

Bei allen Disziplinen geht es um Geschwindigkeit, Geschicklichkeit, Teamarbeit und psychische Stärke. Bestens vorbereitet, topfit und hoch motiviert werden die Brandenburgerinnen nach Villach fahren und sich mit den Besten messen. "Ich bin stolz auf die Truppe. Sie hat sich diese Chance hart erarbeitet, und Olympia findet nur alle vier Jahre statt", sagt Gerlind Pelz von der FFW Klein Gaglow.

Die Vorbereitung auf die Olympiade ist Teamarbeit in jeder Hinsicht. Zum Trainerstab gehören Reik Lehmann (Berufsfeuerwehr Cottbus), Lutz Reincke (FFW Buckow, Landkreis MOL), Frank Hohm (FFW Cottbus-Merzdorf) sowie Dirk Felix und Detlef Deutschmann von der FFW Gehren. Ronny Miether von der FFW Schlepzig ist für die Bildaufnahmen und Videoauswertung zuständig. Trainiert wird außer in Gehren auch in Cottbus, Doberlug-Kirchhain und im märkisch-oderländischen Buckow. Die Feuerwehrsportlerinnen kommen aus den Landkreisen LDS (FFW Gehren und Schlepzig), Elbe-Elster (FFW Breitenau, Sonnewalde, Pießig), MOL (FFW Buckow, Genschmar, Trebnitz), PM (FFW Schwanebeck) sowie aus mehreren Wehren in Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße.