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| 16:29 Uhr

Um 4 Uhr gestartet
Feuerwehrhistoriker erklimmen zum dritten Mal den Großglockner

 Auf zur dritten WM-Teilnahme! Am Dienstagabend wurden die Teilnehmer an der 9. Feuerwehr-Oldtimer-Weltmeisterschaft in Breitenau verabschiedet. Spritgeld gab es von der Stadt Sonnewalde, vom Kreisfeuerwehrverband und vom Landrat.
Auf zur dritten WM-Teilnahme! Am Dienstagabend wurden die Teilnehmer an der 9. Feuerwehr-Oldtimer-Weltmeisterschaft in Breitenau verabschiedet. Spritgeld gab es von der Stadt Sonnewalde, vom Kreisfeuerwehrverband und vom Landrat. FOTO: Heike Lehmann
Breitenau. Die Historiker der Feuerwehren Breitenau und Goßmar sind am Mittwoch in Richtung Großglockner (Österreich) gestartet. Ihr Ziel: die 9. Feuerwehr-Oldtimer-Weltmeisterschaft. Von Heike Lehmann

Sie haben schon alle eine große Portion Abenteuerlust im Blut. Und natürlich ein Herz für die alte Feuerwehrtechnik. Am Mittwoch machten sich 17 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Breitenau und Goßmar – beides Ortsteile von Sonnewalde – auf in die österreichischen Alpen, um in Bruck an der 9. Feuerwehr-Oldtimer-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Ihre auf Vordermann gebrachten Oldtimer – ein Löschgruppenfahrzeug 8 (LO), Baujahr 1983 mit dem Kennzeichen EE DL 1 H (Breitenau) und ein Löschgruppenfahrzeug 16 TS8 (W50), Baujahr 1977 mit dem Kennzeichen EE HI 5 H (Goßmar) – rollten bereits in aller Frühe um 4 Uhr los. Am Steuer des Breitenauer LO saß Bernd Goßlau. Den Goßmarer W50 lenkte zunächst Michael Melchert, der Historiker-Chef der Goßmarer, später werden ihn Karsten Müller, Achim Galle und Ulli Henze ablösen. Achim Galle (68), Ulli Henze und Rudolf Frontzek (beide 67) sind die Ältesten der beiden Teams. Sie schwärmen von den früheren WM-Teilnahmen: „Wie die das dort alles aufziehen, ist toll. Da fühlt man sich wie in einer große Familie. Es  macht unheimlich Spaß. Man lernt Italiener, Slowenen und Kroaten kennen.“ Manfred Bietzig aus Dabern, der auch wieder mitfährt, hat sogar mal die Musikkapelle unterstützt und einfach die Pauke gespielt.

Historische Fahrzeuge aus ganz Europa werden an der WM am Großglockner teilnehmen. Für die Kameraden aus Goßmar ist es die 2. Teilnahme. Die Historiker aus Breitenau fahren bereits zum 3. Mal nach Bruck. Am Dienstagabend wurden alle mit großem Bahnhof und den besten Wünschen am Gerätehaus in Breitenau auf Reisen geschickt. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Bürgermeister Werner Busse, CDU-Bürgermeisterkandidat Rico Schulze sowie Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes Elbe–Elster überraschten mit Gutscheinen für Sprit, um die lange Anfahrt von etwa 800 Kilometer abzufedern. „Auf die edlen Spender ein dreifach Gut Wehr!“ schallte es mehrfach durchs Dorf. „Mit dieser Feuerwehrtechnik bin ich aufgewachsen. Vielen Dank für eure Traditionspflege“, sagte Landrat Heinrich-Jaschinski. Thomas Merthen vom Kreisfeuerwehrverband motivierte die Männer mit: „Macht uns alle Ehre. Macht ein ordentliches Ding!“

Die Großglockner Hochalpenstraße wird als Traumstraße der Alpen bezeichnet. Die berühmteste Alpenstraße endet vor dem Glanzstück des Nationalparks Hohe Tauern: dem höchsten Berg und größten Gletscher Österreichs, dem Großglockner (3798 m) und der Pasterze. Die WM-Strecke verläuft von Bruck bis zum 1. Pass, dem Fuschertörl auf 2428 m Seehöhe. Geplant sind Ausstellungen und Workshops zur Technik, zwei Wertungsläufe, der 2. Großglockner Kuppelcup und eine Ausfahrt.

2015 kehrten die Breitenauer übrigens mit einem Platz im guten Mittelfeld zurück und waren für immer vom WM-Fieber infiziert.

Die Kameraden, die Sonnewalde, Elbe-Elster und Brandenburg gleichermaßen in Österreich vertreten werden, nehmen extra Urlaub, wenn sie noch nicht im Rentenalter sind. Sie arbeiten als kaufmännische Angestellte, Dachdecker, Schlosser, Müller, Monteur oder  Fliesenleger. Clemens Laake (20), er ist noch Azubi beim Landkreis Elbe-Elster, und Lukas Müller (22) sind die Jüngsten an Bord. Der Breitenauer Feuerwehr-Chefhistoriker Ralf Laake bricht sogar seinen Ungarn-Urlaub einen Tag früher ab, um direkt zu seinen Kameraden am Großglockner zu stoßen.

Das Wetter in Österreich ist übrigens ebenso sonnig und warm wie zu Hause. „Aber auf den Bergen liegt noch Schnee – habt ihr die Schneeketten mit?“, werden die WM-Teilnehmer vorsorglich vor der Abreise noch schnell gefragt.