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| 02:38 Uhr

Olaf Weber ersteigert neuen Kaufmannsladen für Finsterwalder Dauerausstellung

Das jüngste Schmuckstück im Finsterwalder Museum ist ein Kolonialwarenladen um 1910, das Olaf Weber hier zeigt.
Das jüngste Schmuckstück im Finsterwalder Museum ist ein Kolonialwarenladen um 1910, das Olaf Weber hier zeigt. FOTO: Mona Claus/mcl1
Finsterwalde. Das Finsterwalder Sänger- und Kaufmannsmuseum ist um einen Schatz reicher. Mitarbeiter Olaf Weber konnte einen Miniatur-Kolonialwarenladen um 1910 ersteigern, der zurzeit im Eingangsbereich des Hauses zu sehen ist. Ein weiteres neues Exponat ist gerade auf dem Weg. Mona Claus / mcl1

Selbst Olaf Weber, Mitarbeiter im Kreismuseum in Finsterwalde, geht es nicht anders als anderen, die unbedingt einen Artikel ersteigern wollen: Das Budget im Hinterkopf ist die eine Seite, das avisierte Objekt zu ersteigern, die andere. Erst recht, wenn er das Sänger- und Kaufmannsmuseum um einen Schatz reicher machen möchte. "Die meisten Exponate gehen nach Feierabend oder am Wochenende in die entscheidende Phase", weiß Olaf Weber zum Thema Versteigerungen. Daneben seien es Antiquariate, mit denen Geschäfte gemacht würden - spannend seien die Vorgänge es immer.

Eins der neuesten Exponate hat seinen Platz in einer Vitrine gleich im Eingangsbereich des Finsterwalder Museums bekommen. "Dort verweilt es, bis wir einen Platz in der Ausstellung gefunden haben", sagt Olaf Weber. Seit Anfang der 1990er-Jahre schon sammelt das Museum Kaufmannsläden. Die Dauerausstellung dazu gibt es mittlerweile einige Jahre. "Dennoch werden wir nicht müde, nach weiteren Exponaten zu stöbern", erklärt der Museumsmitarbeiter. So stieß er während seiner Recherchen auf den Kolonialwarenladen in Puppenstubengröße um 1910, den eine Privatperson aus Erlangen auf die Internetplattform Ebay gestellt hatte.

Olaf Weber ist der Coup gelungen. Umfangreich bestückt steht der Kaufmannsladen nun in Finsterwalde "und ist jeden Euro wert", wie Olaf Weber stolz erklärt. Die kleinen Emailleschilder auf den Schubläden, die Blechdosen und kleinen Steingutfläschchen, aber auch viele weitere Details machen Lust auf ganz genaues Betrachten. Welches Kind hat nicht gern mit Kaufmannsläden gespielt?

Mehr davon gibt es in der Dauerausstellung zu sehen. Dort sind 30 Lädchen aus verschiedenen Jahrzehnten zu sehen - Lebensmittelgeschäfte, ein Fleisch- und Wurstladen, ein Hut- und ein Stoffgeschäft und auch ein Spielzeugladen. Welcher Kaufmannsladen für die Neuanschaffung Platz machen muss, ist bisher nicht geklärt. Mitarbeiter Hubertus Wendt jedenfalls hat den Schatz gesäubert, geklebt, gerichtet und aufgebaut. Für 1300 Euro komplettiert er nun den Museumsbestand. Von Vorteil, um zügig auf Fundstücke im Internet reagieren zu können, sei dabei der freie Zugang zum Budget, welches die Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" für die Anschaffung kulturhistorischer Schätze zur Verfügung gestellt hat.

Doch das Museum wartet bereits auf die nächste Rarität. Olaf Weber verfolgt per Sendungsverlauf gespannt den Eingang des nächsten, dann jüngsten Exponates. Ein Kantoreistuhl ist aus Frankreich auf dem Weg nach Finsterwalde. Diesen hatte ein Antiquariat auf der Internetplattform Ebay versteigert, und Olaf Weber hat zugeschlagen. Er sieht den Stuhl schon in der Kantorei-Ausstellung stehen.

Diese wird am 10. Juni eröffnet und fügt sich in das Jubiläumsjahr der Reformation ein. Finale ist am Reformationstag, 31. Oktober. "Der Stuhl ergänzt später vielleicht die Ausstellung über die regionale Musikgeschichte", erklärt Olaf Weber.