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Ohne politische Geplänkel

Die Mitarbeiter der ersten Stunde im Amt Elsterland, die heute noch dort arbeiten, wurden mit einem besonderen Dank bedacht.
Die Mitarbeiter der ersten Stunde im Amt Elsterland, die heute noch dort arbeiten, wurden mit einem besonderen Dank bedacht. FOTO: Heike Lehmann
Tröbitz. "Ich dachte, die klatschen nicht", tönt eine Kinderstimme durch das offene Mikrofon. Die Feier zum 25-jährigen Bestehen vom Amt Elsterland ist am Freitagabend in vollem Gange. Heike Lehmann

Kinder der Evangelischen Kita und der Evangelischen Grundschule unterhalten die Gäste, unter ihnen der Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, mehrere Bürgermeister und Amtsdirektoren der Region. Und die klatschen! Denn die Kinder haben tolle Lieder und Texte einstudiert. Charlotte Kugler aus der 2. Klasse glänzt sogar mit einem Solo auf der Querflöte.

Amtsdirektor Andreas Dommaschk, vor wenigen Tagen erst für weitere acht Jahre wiedergewählt, erinnerte an die Ämterbildung: "Mit Wirkung vom 21. Juli 1992 schlossen sich in unserem Gebiet die Gemeinden Schönborn, Schilda, Tröbitz, Rückersdorf, Lindena, Oppelhain, Fischwasser, Gruhno und Schadewitz zum Amt Elsterland zusammen. Die Gemeinde Eichholz-Drößig wurde am 28. August 1992 unserem Amt zugeordnet." Mehrere Gemeindezusammenschlüsse veränderten dann noch einmal die kommunale Struktur bis Ende 2001. An der guten Gemeinschaft auf Amtsebene änderte das nichts. "Wir haben 25 Jahre Kontinuität in der Verwaltung, arbeiten ohne politische Geplänkel. Sacharbeit steht im Vordergrund. Das hat die Region geprägt", beschreibt der Amtschef die Atmosphäre.

Bei relativ konstanten 4700 Einwohnern habe sich die Bevölkerungsentwicklung eingepegelt. Im Sommer 1992 waren es noch 2000 mehr, so Dommaschk. Aber: "Familien wählen wieder gern ihren Lebensmittelpunkt im Amt Elsterland", verweist Dommaschk auf den aktuellen Trend. Und fasst zusammen, was dafür in die Infrastruktur gesteckt wird und wurde. Insgesamt waren es 30 Millionen Euro bei einem Förderanteil von 18,9 Millionen Euro, so Dommaschk. 2,6 Millionen Euro flossen in die Kitas - 300 Plätze kann das Amt in seinen Einrichtungen bieten. Die evangelische Kita in Tröbitz noch nicht eingerechnet. Etwa vier Millionen Euro kamen den freiwilligen Wehren und ihren Gerätehäusern zugute. Der langjährige Amtsbrandmeister Horst Gängler, dem Dommaschk an dieser Stelle Genesungswünsche übermittelte, habe darauf immer sehr gedrängt. Aus der Turnhalle in Tröbitz sei ein Schmuckstück geworden, auch wenn das leider nicht alle Vereine würdigen würden. "Mit 2,3 Millionen Euro sind beide Sporthallen in Tröbitz und Rückersdorf saniert worden und der kommunale Anteil lag bei unter 100 000 Euro", betont der Amtsdirektor. Und schließlich wurde auch mehr als eine Million Euro in die Straßen gesteckt.

Immer wieder gern kommt Christian Heinrich-Jaschinski ins Amtsgebiet, wo er seine ersten politischen Erfahrungen sammelte. Der Landrat war als Rückersdorfer Bürgermeister Vorsitzender vom Amtsausschuss. Er konstatiert: "Hier funktioniert das Gemeinschaftsleben in den Dörfern."